GEW Hessen

Unsichere Zukunft: Kritik an Kürzungen bei der Lehrerbildung

Auf einer Vollversammlung der Lehramtsstudierenden der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am 7. Juni wurden die aktuellen Kürzungen in der hessischen Lehrerbildung scharf kritisiert. Mehr als 400 Studierende stellten die von der Landesregierung beschlossene Reduzierung der Zulassungen von Lehrerinnen und Lehrern in den Vorbereitungsdienst sowie die schlechten Studienbedingungen in den Mittelpunkt ihrer Kritik.

08.06.2011 Pressemeldung GEW Hessen

Die Anzahl der Plätze für Lehrinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst – früher das so genannte Referendariat - sinkt hessenweit zukünftig von 5300 auf 4000. Da die Zahl der Bewerbungen deutlich darüber liegt, werden sich bisherige Wartezeiten auf einen Platz im Vorbereitungsdienst noch weiter verlängern. Zwangsläufig sind im Zuge dieser Reduzierung auch für die Ausbildung wichtige Studienseminare in Gefahr.

"Mit dieser Maßnahme wird der massive Lehrermangel in Hessen auf Kosten von Schülerinnen und Schülern und aber auch Lehramts-studierenden weiter verstärkt und der Konkurrenzkampf unter letzteren massiv verschärft", so Michael Grundmann vom L-Netz. Voraussichtlich sind ebenfalls naturwissenschaftliche Fächer, in denen ein akuter Lehrkräftemangel herrscht, von den Stellenstreichungen nicht ausgenommen.

Neben der unsicheren beruflichen Perspektive kritisierten die Studierenden fehlende demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten. Das bisherige Zentrum für Lehrerbildung, in dem alle studienrelevanten Entscheidungen gefällt werden, wird in eine Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung umgewandelt, ab der die Interessensvertretung der Lehramtsstudierenden nur mit beratender Stimme beteiligt ist. "Demokratie sieht anders aus!", so Grundmann abschließend.

Im Anschluss an die Vollversammlung demonstrierten die Lehramts-studierenden spontan zum IG-Farben-Campus, um ihre Kritikpunkte zu untermauern.

Die GEW Hessen unterstützt den Protest der Studierenden gegen die Verschlechterung der Lehrerausbildung und die Beschneidung der Mitbestimmungsmöglichkeiten in der neuen Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung. "Es ist nicht zu akzeptieren, wenn junge Menschen nach dem 1. Staatsexamen keinen Platz im Vorbereitungsdienst für die Fortsetzung ihrer Ausbildung zur Lehrkraft erhalten und Wartezeiten ein-planen müssen", so Tobias Cepok, Jugendbildungsreferent der GEW Hessen, der auf der Vollversammlung ein Grußwort übermittelte. "Die GEW Hessen fordert erneut die deutliche Erhöhung der Ausbildungskapazitäten, so dass alle Bewerberinnen und Bewerbern unmittelbar nach dem ersten Staatsexamen ihre Ausbildung fortsetzen können", unterstützt Carmen Ludwig, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW Hessen die Position der Lehramtsstudierenden.

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