Inklusion

Untätigkeit des Senats gefährdet Entwicklungspotenziale von Kindern und die Gesundheit von Beschäftigten an Schulen

"Der gesamte Senat, nicht nur die Bildungssenatorin, hat zu verantworten, dass Bremen sehenden Auges ins bildungspolitische Desaster steuert", kommentiert Christian Gloede, Sprecher der GEW Bremen die Stellungnahme der Schulleitungen des Bremer Westens zur Ausstattung der Inklusion. "Wer Inklusion will, muss in Köpfe und Rahmenbedingungen investieren. Dies über Jahre hinweg wider besseren Wissens nicht zu tun, ist mehr als eine fahrlässige Gefährdung der Potenziale von Kindern und der Gesundheit der Kolleg*innen." Die GEW fordere seit Jahren eine angemessene und damit deutlich bessere Ausstattung.

03.02.2016 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Die Kolleg*innen an den Schulen hätten lange genug still gehalten und immer wieder im inneren auf die Missstände hingewiesen. Nun sei ein Punkt erreicht, an dem die Schulleitungen ihre Verantwortung für Personalführung einerseits und Lernentwicklungen andererseits an die Verantwortlichen in Senat und Bildungsbehörde abgeben.

Gloede betont: "Es gibt keine Alternative zur Inklusion, aber eine drängende und dringende Notwendigkeit zur Realisierung von Rahmenbedingungen, die guten inklusiven Unterricht absichern. Wir brauchen im Grundsatz kleinere Klassen, mehr Fach- und Lehrkräfte mit behindertenpädagogischen Grund- und Fachkenntnissen sowie gut qualifizierte und bezahlte Assistenzen. Fort- und Weiterbildungsteilnahmen dürfen nicht zu weiterer Belastung der Kollegien führen. Die Unterrichtsverpflichtung muss reduziert werden, um in dieser Zeit gemeinsamen Unterricht auch gemeinsam vorbereiten zu können."

Um-fair-teilung sei das Gebot der vor uns liegenden Haushaltsberatungen! "Im Interesse der Beschäftigten und der Kinder, Schüler und Auszubildenden, auch derer mit Migrationserfahrungen, ist eine deutliche Aufstockung des Bildungsetats ab 2016 notwendig", so der Landesvorstandssprecher. Allein die Ausstattung der Inklusion beziffert die GEW auf zusätzlich mehr als 200 Stellen. Die 2008 im Entwicklungsplan Inklusion im Rahmen eines Gutachtens (Preuss-Lausitz/Klemm) berechneten 3,7 Stunden für 6,5% der Schüler*innen sei völlig unzureichend. Angestrebt werden müssten 4 Stunden inklusive Förderung für 10% der Schülerschaft. Darüber hinaus bedürfen Schulen einer weitaus höheren Zuweisung von Schulsozialarbeit/-pädagogik.

Ein großes Problem bleibe die Anwerbung geeigneter qualifizierter Lehrkräfte. "Der Markt ist leer gefegt. Wir brauchen schnellstmöglich eine höhere Kapazität in der Lehrerausbildung mit einer Übernahmegarantie der Bremer Absolventinnen. Dies könnte Signalcharakter haben und Menschen motivieren, nach Bremen zu kommen und auch hier zu bleiben", so Gloede. Angemessene Arbeitsbedingungen und entsprechende Bezahlung seien ein Übriges. Um den aktuellen Bedarf zu decken, seien sofortige Mehreinstellungen auch von "Regelschulpädagoginnen" nötig, die durch Fortbildungen zum inklusiven Unterrichten und Fördern qualifiziert werden müssten.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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