Unterrichtsausfall im Vergleich zum Jahr 2005 mehr als halbiert

Der Unterrichtsausfall an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal deutlich verringert. Dies geht aus der Unterrichtsausfallstatistik 2008 hervor. "Der Unterrichtsausfall in Nordrhein-Westfalen hat mit 2,0 Prozent den niedrigsten jemals gemessenen Wert erreicht. Großer Dank dafür gebührt den Lehrerinnen und Lehrern, die hart für diesen Erfolg gearbeitet haben. Im Vergleich zum letzten Amtsjahr der rot-grünen Landesregierung konnten wir den Unterrichtsausfall um 55 Prozent reduzieren. Damit hat die Landesregierung ihr Versprechen zur Sicherung der Lernzeit eingehalten", erklärt Schulministerin Barbara Sommer.

15.09.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Diese Verbesserungen sind Folge der Bereitstellung von zusätzlichen Lehrerstellen sowie von schulorganisatorischen Vorgaben zur Sicherung der Unterrichtszeit. Barbara Sommer: "Die von der Landesregierung ergriffenen Maßnahmen sowie die massiven Investitionen in zusätzliche Lehrerstellen haben die gewünschte Wirkung erzielt. Die Sicherstellung des Unterrichts und die Bekämpfung des Unterrichtsausfalls sind für uns von entscheidender Bedeutung. Wir sorgen für Verlässlichkeit für Schüler und Eltern."

Die Sicherstellung des Unterrichts hat auch in Zukunft für die Landesregierung oberste Priorität. "Wir werden die Rahmenbedingungen für die Schulen weiter verbessern. Schon im laufenden Schuljahr stehen 3.500 zusätzliche Stellen gegen Unterrichtsausfall und für individuelle Förderung zur Verfügung. Bereits im kommenden Schuljahr werden wir die für das Ende der Legislaturperiode zugesagten 4.000 zusätzlichen Stellen gegen Unterrichtsausfall geschaffen haben", betont die Schulministerin.

Darüber hinaus wird die Landesregierung auch die Zusage einhalten, die Transparenz in Sachen Unterrichtsausfall weiter zu erhöhen. Ministerin Sommer: "Im Gegensatz zur Vorgängerregierung informieren wir bereits heute im jährlichen Turnus über den Unterrichtsausfall auf Landesebene. Ab der nächsten Untersuchung werden wir die Stichprobe so ausweiten, dass über die Landesergebnisse hinaus auch Ergebnisse auf Ebene der Regierungsbezirke vorliegen."

An der Untersuchung des Unterrichtsausfalls haben im März und April 2008 302 zufällig ausgewählte Schulen teilgenommen. In den einzelnen Schulformen hat sich der Unterrichtsausfall gegenüber 2005 wie folgt verringert:

  • In der Grundschule von 3,9 auf 0,9 Prozent (Rückgang um 78 Prozent),
  • in der Hauptschule von 3,8 auf 2,7 Prozent (Rückgang um 28 Prozent),
  • in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen von 3,1 auf 2,5 Prozent (Rückgang um 19 Prozent),
  • in der Realschule von 5,9 auf 2,7 Prozent (Rückgang um 55 Prozent),
  • in der Sekundarstufe I der Gesamtschule von 3,9 auf 2,4 Prozent (Rückgang um 38 Prozent).
  • in der Sekundarstufe II der Gesamtschule von 7,2 auf 2,7 Prozent (Rückgang um 63 Prozent),
  • in der Gesamtschule insgesamt von 4,3 auf 2,5 Prozent (Rückgang um 43 Prozent),
  • in der Sekundarstufe I am Gymnasium von 4,2 auf 2,2 Prozent (Rückgang um 49 Prozent),
  • in der Sekundarstufe II am Gymnasium von 6,4 auf 3,0 Prozent (Rückgang um 54 Prozent) und
  • im Gymnasium insgesamt von 4,8 auf 2,4 Prozent (Rückgang um 43 Prozent).

Im Schuljahr 2006/07 betrug der Unterrichtsausfall 2,6 Prozent, im Schuljahr 2005/06 waren es 2,4 Prozent. Unter der Vorgängerregierung waren es im Schuljahr 2004/05 noch 4,4 Prozent.

In allen Schulformen lag der Unterrichtsausfall mit 0,9 bis 2,7 Prozent bei deutlich unter 3 Prozent. 2005 lag der Unterrichtsausfall bei allen Schulformen über 3 Prozent. Hervorzuheben sind erneut die Grundschulen, an denen mit 0,9 Prozent das beste je ermittelte Ergebnis aus dem Jahr 2006 egalisiert wurde.

Fast jede zweite ausgefallene Unterrichtsstunde geht auf eine Erkrankung der Lehrkraft zurück. Weitere wichtige Ausfallgründe sind Fortbildungen der Lehrkräfte, die Abnahme von Prüfungen und die Begleitung von Schülerinnen und Schülern zu Klassenfahrten, Wandertagen, Exkursionen oder Sportveranstaltungen.

Neben dem planmäßig erteilten Unterricht analysiert die Stichprobe auch weitere Unterrichtsformen. "Eigenverantwortlicher Unterricht" – also selbst gesteuertes Lernen im schulischen Rahmen mit vorbereiteten Lernmaterialien und bereitgestellten Medien – findet mit 94 Prozent fast ausschließlich in der gymnasialen Oberstufe statt. Diese noch unter der vorherigen Landesregierung eingeführte Unterrichtsform hat sich im praktischen Einsatz bewährt. Der Eigenverantwortliche Unterricht macht in der Oberstufe des Gymnasiums 1,8 Prozent des Gesamtunterrichts aus. Der Anteil des "Unterrichts in besonderer Form" (Projekttage, Klassenfahrten, Unterricht an außerschulischen Lernorten) liegt mit 3,7 Prozent deutlich unter dem Wert von 2005 (8,3 Prozent). Auch der Anteil des Vertretungsunterrichts ist bei der Stichprobe 2008 mit 4,8 Prozent niedriger als den Vorjahren.

Den vollständigen Bericht über die Stichprobe zum Unterrichtsausfall finden Sie im Internet unter www.schulministerium.nrw.de.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden