Stellungnahme

VBE: Den Kindern gerecht werden

Anlässlich des Anstiegs der Schülerschaft mit sonderpädagogischem Förderbedarf fordert die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE), endlich angemessene Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung der schulischen Inklusion an Regel- und Förderschulen zu schaffen.

14.06.2018 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW
  • © www.pixabay.de

„Auf der einen Seite benötigen wir für die Inklusion eine angemessenere Schüler-Lehrer-Relation, auf der anderen Seite fehlt es an nötigem Personal. Hier muss dringend nachgesteuert werden. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten mit Spannung die Pläne der Landesregierung“, erklärt Behlau.

Seitens des Schulministeriums gibt es Ankündigungen, die Inklusion qualitativ zu stärken und die vorhandenen Ressourcen zu bündeln. „Die angekündigten Eckpunkte müssen für alle Schulformen spürbar kleinere Lerngruppen und multiprofessionelle Teams beinhalten. An Regelschulen muss es für inklusive Klassen eine Doppelbesetzung aus Lehrkraft und Sonderpädagoge geben. Inklusion kann nicht gelingen, wenn lediglich eine einzige Lehrkraft ohne Unterstützung und ohne angemessene Fortbildungen in zu großen Klassen und zu kleinen Räumen unterrichten soll. Alle Lehrkräfte sind sehr gespannt auf die angekündigten Eckpunkte zu der schulischen Inklusion“.

Für den VBE kann die Bündelung der Ressourcen nur eine Übergangslösung sein. Stefan Behlau: „Letztlich sollte die Landesregierung allen Kindern wohnortnah bestmögliche Bildung ermöglichen.“


Mehr zum Thema


Schlagworte

2 Kommentare

  • Renate Liangos 15.06.2018 10:52 Uhr
    Wie können sich pädagogisch gebildete Fachleute auch nur denken, dass Inklusion mit einer Lehrperson und einer eindeutig zu hohen SchülerInnenzahl, nicht nur gelingen soll, sondern auch nur überhaupt stattfinden soll!!! Ich frage mich immer mehr, ob diese Ideen zu "Reformen" (meist im Sinne von Einsparungen oder durch einen "mainstream" verursacht, der jeder sachlich-fachlichen Grundlage entbehrt), nicht hauptsächlich von Menschen erdacht wird, die keinen blassen Schimmer von pädagogischer Praxis haben, also auch nicht wissen, wie Bildung überhaupt gelingen kann. Das Meiste rein theoretische "Hirngespinste". Ich nenne sie für mich die "Schreibtischtäter" und stelle mir vor, dass es an vielen Schreibtischen unserer mitteleuropäischen Länder (aber nicht nur da) Menschen in gut bezahlten Jobs gibt, die sich ja auch mit irgend etwas beschäftigen müssen und dann Theorien über Theorien, Verordnungen und Änderungen erdenken, die von der praktischen Arbeit und Sinnhaftigkeit meilenweit enfernt sind.
    Es gibt Handlungsbedarf! Den Kindern gerecht werden, das heißt "jetzt handeln". Wir brauchen jetzt(!) eine geringere SchülerInnenzahl, mehr Personal, Offenheit für pädagogische Innovationen die die LehererInnen-SchülerInnenbeziehung wichtig nehmen und wo Bildung mehr bedeuteut als sich nur Fachwissen rein zu ziehen. Das kostet was? Vielleicht ist es aber nur eine Umschichtung von Kosten, die dann bei Therapien, Neurologen, Krankenständen, Psychiatrieneubauten,.... wieder eingespart werden, weil es allen Beteiligten besser geht.
    Danke, für die Möglichkeit, hier einen Kommentar schreiben zu können. Das lag mir schon lange am Herzen. Zur Info: Ich bin selbst studierte Diplompädagogin und arbeite derzeit in der Kinderbetreuung, ganz "praktisch".
  • Frank Niggemeier 15.06.2018 14:55 Uhr
    Wir hatten mal ein System welches für Kinder mit Förderbedarf korrekt war. Kleine Klassen langsames Tempo den Schülern etwas vernünftig und auch zu fairen Konditionen beigebracht wurde. Dieses Schulsystem wurde leider aufgrund der Gleichstellung aufgegeben. Nun werden Schüler in Hauptschulen oder Realschulen verbannt wo diese Kinder einfach untergehen und die Chancen auf Arbeit und Zukunft immer mehr entfernt werden. Viele Schüler die z. B. auf einer Förderschule einen Hauptschulabschluss schaffen würden versacken in einer überladenden Hauptschule. Das ergänzte Personal reicht nicht da die Lehrer Stunden nicht für die angepasste Ausbildung einfach nicht reicht.
Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden