VBE für Rechtsanspruch auf frühe Bildung und Erziehung

"Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt das Vorhaben der Kultusministerkonferenz, einen gemeinsamen Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertagesstätten zu setzen." Das betonte heute VBE-Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger anlässlich der Mainzer Plenarsitzung der KMK.

03.06.2004 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

"Im Vordergrund muss dabei die ganzheitliche Entwicklung des Kindes stehen. Also müssen Bildung und Erziehung im Zusammenhang gedacht und sich in einem Rahmenplan widerspiegeln", sagte Eckinger. Dazu gehöre aber auch, dass die Entwicklung der Kindertagesstätten nicht am derzeitigen Kompetenzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Kommunen scheitern dürfe. Eckinger weiter: "Es verträgt sich nicht, dass vom Bund Kindertagesstätten nur als Teil der Beschäftigungspolitik behandelt werden, die Länder auf frühkindliche Bildung pochen und die Kommunen am Bettelstab zur Umsetzung auf hohem Niveau aufgefordert werden. Die Zuständigkeit für Kindertagesstätten muss neu geordnet werden, damit frühkindliche und vorschulische Bildung und Erziehung endlich als grundlegender Einstieg in die Bildungskarriere jedes Kindes anerkannt und entwickelt werden können."

"Systematisch müssen die sozialen Filter aus dem gesamten System der Bildung und Erziehung herausgenommen werden", unterstrich Ludwig Eckinger. "Aus der Falle der Bildungsungerechtigkeit kommen wir nur heraus, wenn insbesondere auch die Kinder aus bildungsferneren Haushalten in den Genuss frühkindlicher sowie vorschulischer Bildung und Erziehung kommen." Es sei demgegenüber beunruhigend, erklärte VBE-Bundesvorsitzender Eckinger, dass durch den Mangel an Plätzen gerade jene besonders bedürftigen Kinder außen vor bleiben würden. Der beschäftigungspolitische Ansatz im Bundesfamilienministerium werde dieses Problem höchstens noch verschärfen, warnte Eckinger. "Die Verständigung der Kultusminister über einen gemeinsamen inhaltlichen Rahmen für frühe Bildung in Kindertagesstätten muss unbedingt ergänzt werden durch einen Rechtsanspruch der Eltern. Andernfalls laufen wir Gefahr, dass der Ausbau frühkindlicher Bildung und Erziehung zwar die Bildungschancen der Kinder aus bildungsnahen Familien stützt, aber die Förderung von Kindern aus unteren Schichten unterbleibt."


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