VBE-Kritik

Für ein "prinzipielles Umdenken in der Lehrerbildung" sprach sich heute der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger auf der Stuttgarter Bildungsmesse aus. "Es ist verkehrt, lebenslanges Lernen zu beschwören und gleichzeitig in der Lehrerbildung alle Kraft nur auf die Erstausbildung zu verwenden", sagte Eckinger. "Das Lehramtsstudium kann nur der Einstieg für Lehrerinnen und Lehrer in eine lebenslange Lernkarriere sein. Professionalität im Lehrerberuf erfordert einen kontinuierlichen Input." Ludwig Eckinger forderte die KMK und die Universitäten auf, die dritte Phase der Lehrerbildung, das "Lernen im Beruf", viel stärker als bisher zu betonen. Er sprach sich zugleich für persönliche Fortbildungs-Folios für jede Lehrerin und jeden Lehrer aus.

19.11.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Der VBE-Bundesvorsitzende bezeichnete die Reform der Lehrerbildung als "Kern einer Reform des deutschen Bildungssystems". "Im deutschen Schulsystem werden Leistung und Auslese miteinander verwechselt. Die traditionelle Lehrerbildung hat sich dieser Verwechslung untergeordnet", so Ludwig Eckinger. "In Skandinavien lernen Lehrerinnen und Lehrer zu fordern und zu fördern, in Deutschland lernen sie zu sortieren. Wir brauchen auch in Deutschland eine problemorientierte Lehrerbildung." Das wäre der notwendige Paradigmenwechsel, den die Reform der Lehrerbildung leisten müsse. Eckinger betonte weiter: "Der VBE lehnt deshalb jeglichen Versuch ab, unter dem Bologna-Deckmantel einer Umstrukturierung der Lehrerausbildung in Bachelor- und Masterstudiengänge die Idee der Selektion aufzupolieren. Es darf keine Unterscheidung nach 'niederen' und 'höheren' Lehrämtern geben."


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