Lehrkräftemangel

Verband Niedersächsischer Lehrkräfte zum Schuljahresende

Sorge um Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr: Gute Bildung ist nur mit guter Unterrichtsversorgung möglich.

27.06.2018 Niedersachsen Pressemeldung Verband Niedersächsischer Lehrkräfte
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Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR sorgt sich zum Schuljahresende um die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr. Der Unterricht wird am 9. August 2018 beginnen. Viele Schulen des Primar- und Sekundarbereichs I wissen noch immer nicht, wie sie die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr sicherstellen können. Nicht nur nach Einschätzung des Verbands konnten bis zum Sommerferienbeginn zahlreiche Lehrerstellen, die für das neue Schuljahr ausgeschrieben worden sind, noch nicht besetzt werden. Das hat auch die Antwort auf eine Anfrage der FDP vom letzten Wochenende bestätigt. Ebenso konnten bislang nicht die notwendigen Fachlehrkräfte gewonnen werden. „Die bereits jetzt bestehende schlechte Unterrichtsversorgung muss an vielen Schulen in Niedersachsen auch im neuen Schuljahr ab August fortgeschrieben werden, wenn nicht noch ein Wunder geschehen wird. An Wunder glaubt aber derzeit nur unser Kultusminister“, so Torsten Neumann, VNL/VDR-Landesvorsitzender, in einer realistischen Einschätzung der Lage. 

Der VNL/VDR hat wiederholt auf den bestehenden und kommenden Lehrermangel hingewiesen. Es bedarf endlich einer Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes, vor allem im Primar-, Ober-, Real- und Hauptschulbereich. In Niedersachsen werden die Lehrkräfte für diese Schulformen, anders als in vielen anderen Bundesländern, noch immer nach A 12 besoldet. „Um deren mögliche Abkehr von Niedersachsen zu stoppen, müssen auch bei uns alle Lehrkräfte mindestens nach A 13 besoldet werden“, fordert Neumann.

Der Fachlehrermangel ist ein weiteres großes Problem, das sich seit Jahren immer mehr verstärkt hat, aber ebenso lange schon bekannt ist. Die Politik hat jedoch darauf allenfalls halbherzig reagiert. Es fehlen insbesondere in den MINT-Fächern, Fremdsprachen und musischen Fächern geeignete Fachlehrkräfte. Diese Lücken werden auch keine sog. Quereinsteiger füllen können, die bislang zu wenig Unterstützung durch das Land erhalten. Mit dieser Maßnahme werden bereits gebeutelte Schulen wiederum belastet.

Der VNL/VDR fordert die Landesregierung auf, im neuen Schuljahr eine gute Unterrichtsversorgung an allen Schulen zu gewährleisten. „Es dürfen nicht wieder so viele Unterrichtsstunden ausfallen wie in diesem Schuljahr. Unsere Schülerinnen und Schüler dürfen nicht die Leidtragenden einer verfehlten Politik sein. Sie sind unsere Zukunft. Als rohstoffarmes Land können wir nicht auf eine gute, umfassende Bildung verzichten und die gibt es nur mit einer guten Unterrichtsversorgung. Erholsame Sommerferien!“, so Neumann abschließend.


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