G9

Vorausschauend Lehrer einstellen, denn die ersten Schüler sind schon da

1000 zusätzliche Lehrer werden aufgrund der Einführung des neunjährigen Gymnasiums in Bayern spätestens im Schuljahr 2025/26 benötigt. Diese drohen nach Einschätzung des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) aber dann nicht zur Verfügung zu stehen. Aus seiner Sicht müssen bereits jetzt kontinuierlich mehr Lehrkräfte eingestellt werden.

23.11.2017 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Chance für die Staatsregierung

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, analysiert: „Man sieht gerade im Grund- und Mittelschulbereich, was passieren kann, wenn man nicht vorausschauend agiert. Wir wollen für den gymnasialen Bereich Notmaßnahmen vermeiden und gleichzeitig verhindern, dass in den kommenden Jahren viele hervorragend ausgebildete junge Lehrkräfte kein Einstellungsangebot erhalten. Ziel muss es sein, bis 2025 kontinuierlich die besten Gymnasiallehrer an die Schulen zu binden und so die hohe Qualität des bayerischen Gymnasiums zu sichern. Es besteht jetzt die einmalige Chance für die Staatsregierung, die Einstellungsspitze vorausschauend zu beseitigen.“ Der bpv legt dazu auf seiner Hauptversammlung in Garmisch-Partenkirchen einen Maßnahmenkatalog vor.

So kann Digitalisierung gelingen

Der Katalog schlägt unter anderem vor, dass die zusätzlichen Lehrerstunden für eine Fortbildungsoffensive innerhalb des Masterplans BAYERN DIGITAL II genutzt werden. Schwägerl zeigt sich dabei verwundert, dass im Kabinettsbericht vom 21.11.17 aber kein Wort über Investitionen in die Digitalisierung an Schulen und in die Lehrerfortbildung zu finden ist. Er fordert: „Der Masterplan spart die Schulen und die Lehrerfortbildung nicht aus. Wir fordern, die Chance zu nutzen und jetzt die schulinterne Fortbildung in diesem Bereich massiv auszubauen. Ein echter Mehrwert beim Lernen sind digitale Angebote nur dann, wenn sie auch didaktisch erprobt und sicher umgesetzt werden können.“ Im Rahmen von verpflichtenden zeitlichen Ressourcen an jedem Gymnasium können Lehrkräfte zeitnah Konzepte und Unterrichtsideen für die eigene Schule entwickeln und ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort, aber auch bayernweit zur Verfügung stellen. „Damit werden die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt und alle können davon profitieren.“ Positiver Nebeneffekt: Durch ein verpflichtendes Zeitbudget an den Schulen können bayernweit peu á peu Planstellen geschaffen werden, die dann ab 2025 im Zuge des G9-neu flächendeckend gebraucht werden. Schwägerl weiter: „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Es gibt kontinuierliche Mehreinstellungen und Lehrkräfte und Schulen werden für die Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet.“

Der komplette Leitantrag mit weiteren Maßnahmen ist ab Freitag, 24.11.17 unter folgendem Link einzusehen: www.bpv.de/politik/positionspapiere/


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