Warnstreiks in Sachsen-Anhalt, Beamte zur Solidarität aufgefordert

Zwei Tage vor der der letzten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder will die Bildungsgewerkschaft in Sachsen-Anhalt noch einmal den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. "Wir werden noch einmal kräftig nachlegen", sagte GEW-Landeschef, Thomas Lippmann, heute. "Die verantwortungsvolle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen an den Schulen muss auch anständig bezahlt werden", sagte er.

11.02.2009 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Die Vertreter der GEW Sachsen-Anhalt in der Bundestarifkommission erwarten am Sonnabend in Potsdam endlich ein verhandlungsfähiges Angebot der Länder.

In den letzten fünf Jahren gab es für die Beschäftigten der Länder, d.h. auch der Schulen und Hochschulen, nur zweimal eine Lohnerhöhung. Vom 1.1.2004 bis 30.4.2004 war es 1 Prozent und ab 1.5.2004 war es ein weiteres Prozent, 2008 waren es 2,9 Prozent. Damit wurde noch nicht annähernd die Preissteigerung ausgeglichen. Für die Beschäftigten bei den Kommunen konnte im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Lohnsteigerung von 8,9 Prozent für 2008/2009 durchgesetzt werden. "Das brauchen wir in den Ländern auch. Landesbedienstete dürfen keine Beschäftigten zweiter Klasse sein!", sagte Lippmann.

Deshalb fordern die Gewerkschaften 8 Prozent mehr Lohn und eine gleiche Erhöhung der Einkommen der Beamten.

Die GEW erwartet, dass sich die Beamtinnen und Beamten, einschließlich der Schulleitungen, solidarisch verhalten. "Schließlich geht es auch bei Ihnen um die Erhöhung der Einkommen, wenn – wie bisher üblich – im Ergebnis der Tarifrunde die Lohnerhöhung auf die Beamtenbezahlung übertragen wird. Die Beamten sind berechtigt und auch aufgerufen, sich an den Streikkundgebungen an 13 Orten des Landes zu beteiligen.

An die Adresse des Landesverwaltungsamtes und leider auch einiger Schulleiter gerichtet, sagte Lippmann, "Man muss sich schon fragen, ob es nicht unverantwortlich ist, dass man Kinder in die Schule bestelle, wenn wegen Streiks nicht ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen." Schließlich nähmen die Kollegen ihr verfassungsmäßiges Streikrecht war, für das viele vor 20 Jahren auf die Straße gegangen sind. Er sei jedoch optimistisch, dass sich, wie in vergangenen Aktionen, die Vernunft durchsetze.

Eine Übersicht über die geplanten Aktionen am 12. Und 13. Februar 2009 ist den Medien bereits zugegangen.

Hinzu gekommen ist der Warnstreik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo am 12. Fewbruar bereits ab 6.30Uhr die Beschäftigten der Universitäts- und Landesbibliothek, in der August-Bebel-Str. 50 in Halle, von ver.di und GEW in den Ausstand aufgerufen sind.

Alle Aktionen sind zwischen den Gewerkschaften koordiniert. Für ver.di steht bei Nachfragen Werner Theis, 0170 5727717, zur Verfügung.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden