Fachkräftemangel

Wo bleibt die Initiative?

Zum Halbjahreswechsel bleibt die Situation an den Schulen des Landes Bremen angespannt. Trotz der bislang umgesetzten Maßnahmen, insbesondere der Erhöhung der Plätze im Referendariat von 450 auf 600 Stellen und verschiedener Programme zum Seiteneinstieg, ist der Fachkräftemangel spürbar.

05.02.2019 Bremen Pressemeldung GEW Bremen
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Dabei bezieht er sich nicht nur auf Lehrkräfte, sondern gleichermaßen auf das Nichtunterrichtende Personal. Die GEW fordert in diesem Zusammenhang weitere Initiativen, um die personellen Engpässe zu beheben. Dies bedeutet, dass einerseits die Anzahl grundständiger Ausbildungsplätze erhöht werden muss. Andererseits muss das Ziel von Qualifizierungsprogrammen sein, eine Gleichstellung mit regelhaft ausgebildeten Kolleg*innen zu ermöglichen.

Bremen – Bernd Winkelmann, Landesvorstandssprecher der GEW, macht deutlich, dass der Fachkräftemangel in absehbarer Zeit nicht gelöst sein wird: „Vor allem durch die Seiten- und Quereinsteiger*innen hat sich die Altersverteilung so verändert, dass ein stetiger Einstellungsbedarf bestehen wird. Außerdem ändern sich die Berufsbiographien deutlich: Mit Fluktuationen zwischen Berufen und Arbeitsorten ist in größerem Unfang als früher zu rechnen“. Als weiteres Problem wurde identifiziert, dass gerade die Ausbildung von Lehrkräften bislang weder eine hinreichende Anzahl an jungen Menschen in den Beruf bringe noch die fachspezifischen Bedarfe abdecke.

In der ganzen Diskussion, so Ina von Boetticher, ebenfalls GEW-Landesvorstandssprecherin, werde zu sehr in der Gegenwart verharrt: „Bei den tatsächlichen Bedarfen an Fachpersonal muss die demographische Entwicklung beachtet werden. Die Anzahl an Schüler*innen wird deutlich wachsen. Ebenso sind Verbesserungen in der Personalausstattung nötig, um die anspruchsvolle Pädagogik des Bremischen Schulgesetzes auch realisieren zu können“.

Die Senatorin für Kinder und Bildung ist nach Auffassung der GEW nun am Zuge. „Die bisherigen Aussagen aus der Behörde“, so Christian Gloede, GEW-Landesvorstandssprecher, seien allerdings irritierend. „Wenn in öffentlichen Stellungnahmen so getan wird, als sei mit der Erhöhung der Referendariatsplätze und den Maßnahmen des Seiteneinstiegs die Situation fehlender Fachkräfte in absehbarer Zeit gelöst, so ist diese Einschätzung sachlich nicht haltbar“.

Die GEW fordert vor diesem Hintergrund:

  • eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten für pädagogische Berufe – und ausdrücklich nicht nur für Lehrkräfte;
  • eine Ausdehnung der Beratungsmöglichkeiten für Seiten- und Quereinsteiger*innen, um individuelle Wege zum gewünschten Berufsabschluss auszumachen;
  • endlich eine spürbare Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um eine größere Zahl junger Menschen für pädagogische Berufe zu gewinnen.

Die aus dem Bremischen Schulgesetz erwachsenen Ansprüche an die Kollegien sind hoch. Die Landesregierung ist zum wiederholten Male aufgefordert, diesem Anspruch durch eine angemessene personelle Ausstattung gerecht zu werden.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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