Zahl der Lehrkräfte erreicht neuen Rekordstand

Die Schulbehörde hat die Aufteilung der künftigen ersten und fünften Klassen abgeschlossen und meldet zugleich einen neuen Rekord. Am 1. Februar 2013 erreichte die Personalausstattung der allgemeinbildenden staatlichen Schulen in Hamburg mit 12.207 Lehrkräften sowie 1.518 Stellen für weiteres pädagogisches Personal einen bislang noch nicht erreichten Höchststand.

25.04.2013 Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Die Betreuungsquote für die 164.738 Schülerinnen und Schüler der Grund-, Stadtteil-, und Sonderschulen sowie Gymnasien erreichte erstmals das Verhältnis von 12,0 Schülern pro Pädagogen. Zugleich gelang es nach der Anmelderunde in rund 95 Prozent die Schulwünsche von Schülern und Eltern zu erfüllen. Schulsenator Ties Rabe: "Der Senat unternimmt große Anstrengungen, um Hamburgs Schulen zu stärken. Im Vergleich zum Jahr 2010 wurden in den letzten beiden Jahren 868 zusätzliche Lehrkräfte und 364 weitere Pädagogen eingestellt, das sind 1.232 zusätzliche Stellen und entspricht einem Anstieg um fast 10 Prozent. Kein anderes Bundesland unternimmt so gewaltige Anstrengungen im Bildungsbereich."

Die im "Schulfrieden" durchgesetzten kleinen Schulklassen haben dazu geführt, dass seit 2010 zahlreiche zusätzliche Stellen an den allgemeinen Schulen geschaffen wurden. Zusätzliches Personal gab es zudem für neue Ganztagsangebote, zusätzliche sonderpädagogische Förderung und kostenlosen Nachhilfeunterricht an allen Schulen. Bei einer fast unveränderten Schülerzahl von rund 164.800 ergibt sich im Vergleich zu 2010 ein erheblicher Anstieg der Lehrkräfte und Pädagogen um 1.232 Stellen von 12.493 auf 13.725.

Der Anstieg konzentrierte sich fast ausnahmslos auf die Grund- und Stadtteilschulen: Die Grundschulen verzeichnen rund 650, die Stadtteilschulen rund 520 zusätzliche Stellen. Auf einen Pädagogen kommen an den Grundschulen 12,26, an den Stadtteilschulen 11,44, an den Gymnasien 15,15 und an den Sonderschulen 4,37 Schülerinnen und Schüler. Schulsenator Ties Rabe: "Der gewaltige Ausbau der letzten Jahre hat vor allem mit der schrittweise eingeführten Verkleinerung der Schulklassen zu tun. Zum nächsten Schuljahr rechne ich deshalb noch einmal mit einer weiteren Verbesserung der Schüler-Lehrer-Relation. Gleichzeitig wollen wir aber auch unsere Anstrengungen verstärken, die Qualität von Schule und Unterricht von innen weiterzuentwickeln."

Nach der Anmelderunde hat die Schulbehörde jetzt die neuen ersten und fünften Klassen organisiert. In den vergangenen Tagen wurden die Schüler und Eltern dazu informiert:

632 erste Klassen an 204 Grundschulstandorten

An den Grundschulen sollen insgesamt 632 Klassen mit 13.221 Schülerinnen und Schülern eingerichtet werden (Vorjahr 13.079 in 631 Klassen). Die durchschnittliche Klassengröße an den Grundschulen liegt bei 20,9 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 20,7). In Grundschulen in sozial benachteiligten Stadtteilen beträgt die durchschnittliche Klassenfrequenz 18,3 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr 18,4), in allen anderen 22,4 (Vorjahr 22,1).

41 Grundschulklassen haben zur Sicherstellung der regionalen Versorgung oder zur Vermeidung eines unzumutbar langen Schulweges jeweils eine Schülerin oder ein Schüler über die Klassenobergrenze von 19 bzw. 23 Schülerinnen und Schülern hinaus aufgenommen (Vorjahr 49 Klassen). Umgekehrt müssen aus den gleichen Gründen an 21 Schulen insgesamt 45 Klassen eingerichtet werden, die noch weniger als die mindestens vorgesehenen 17 oder 21 Schülerinnen und Schülern aufnehmen.

Damit konnten die Erstwünsche der Kinder und Eltern zu 95% erfüllt werden (Vorjahr 94,2%). 663 der angemeldeten 13.221 Kinder werden an anderen Schulen als ihren Erstwunschschulen aufgenommen.

Größte Grundschulen (nach aufgenommenen Schülerinnen und Schülern in Klasse 1): Ganztagsgrundschule Sternschanze (139), Gorch-Fock-Schule, Blankenese (133), Fritjof-Nansen-Schule, Lurup (131), Schule in der Alten Forst, Eißendorf (115); Schule Turmweg, Rotherbaum (115), Anton-Rée-Schule, Allermöhe (115)

411 Vorschulklassen an 196 Schulstandorten

8.368 Kinder sollen in 411 Vorschulklassen aufgenommen werden (Vorjahr 7.992 Kinder in 393 Klassen). Damit können alle angemeldeten Kinder aufgenommen werden. An 21 Schulstandorten werden zusätzliche Vorschulklassen eingerichtet.

271 fünfte Klassen an 57 Stadtteilschulen

An den 57 Stadtteilschulen werden 271 Klassen mit 5.946 Schüler/-innen eingerichtet (Vorjahr: 279 Klassen, 6.052 Schüler/innen). Die durchschnittliche Klassenfrequenz beträgt 21,9 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 21,7), deutlich unter der gesetzlichen Sollgrenze von 23 Schülerinnen und Schülern. In 14 Klassen an 9 Stadtteilschulen werden aufgrund der regionalen Versorgung oder eines unzumutbar langen Schulwegs jeweils Schülerinnen oder ein Schüler über die Maximalgröße hinaus aufgenommen. In 53 Klassen an 14 Stadtteilschulen wird aus den gleichen Gründen nicht einmal die Mindestfrequenz von 21 Schülern pro Klasse erreicht.

Bei der Schulwahl der Stadtteilschule ist besonders auffällig, dass einige Stadtteilschulen ganz außerordentlich hohe Anmeldezahlen verzeichnen, die weit über die räumliche Aufnahmekapazität hinausgehen. Neun Stadtteilschulen verzeichneten mehr als 150 Anmeldungen für Klasse 5. Umgekehrt verzeichneten einige Stadtteilschulen auch sehr geringe Anmeldezahlen, elf Stadtteilschulen lagen sogar unter 50 Anmeldungen. Dieses starke Gefälle zwischen sehr hoch und sehr gering angewählten Schulen hat die Organisation der fünften Schulklassen wie bereits im letzten Jahr erschwert. Wie im Vorjahr konnten deshalb 92,7% der Erstwünsche bei der Schulwahl der Stadtteilschule erfüllt werden. 433 Schülerinnen und Schüler werden an einer anderen als ihrer Erstwunschschule aufgenommen.

An den 57 Stadtteilschulen wurden 817 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf angemeldet, davon 713 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale Entwicklung. Diese Zahl ist doppelt so hoch wie der Mittelwert der letzten zehn Jahre und nicht qualitätsgesichert. Nach früheren Maßstäben wäre vermutlich die Hälfte dieser Schülerinnen und Schüler nicht als sonderpädagogisch förderbedürftig eingeschätzt worden. Dennoch wurde erstmals sichergestellt, dass an den Stadtteilschulen höchstens vier Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Klasse aufgenommen wurden, lediglich an fünf Schulen liegt die Schülerzahl nach Absprache mit der Schule leicht darüber.

Größte Stadtteilschulen (nach aufgenommenen Schülerinnen und Schülern Klasse 5): Heinrich-Hertz-Schule, Winterhude (232), Gyula-Trebitsch-Schule, Tonndorf (187), Julius-Leber-Schule, Eimsbüttel (187), Stadtteilschule Bergedorf (161), Goethe-Schule Harburg (161)

Sehr hohe Überanwahl in Klasse 5:

  • Max-Brauer-Stadtteilschule, Altona (190 Erstwünsche, 63 Schülerinnen und Schüler zuviel)
  • Heinrich-Hertz-Schule, Winterhude (263, 31 zuviel),
  • Nelson-Mandela-Schule, Kirchdorf (153, 41 zuviel)
  • Stadtteilschule Bergedorf (188, 29 zuviel)
  • Stadtteilschule Am Heidberg, Langenhorn, (144, 29 zuviel)
  • Goethe-Schule Harburg (185, 24 zuviel)

An den vier Schulversuchs-Schulen (6-jährige Grundschulen) sollen sechs Klassen mit 120 Schüler/-innen eingerichtet werden (Vorjahr: 7 Klassen mit 132 Schüler/innen). Die durchschnittliche Klassenfrequenz beträgt 20,0 (Vorjahr: 18,9; Sollgrenze 23). 100% der Erstwünsche konnten erfüllt werden (Vorjahr 100%).

244 fünfte Klassen an 60 Gymnasien

An den Gymnasien sollen 244 Klassen mit 6.528 Schüler/-innen eingerichtet werden (Vorjahr: 248 Klassen mit 6.740 Schüler/-innen). Die durchschnittliche Klassenfrequenz beträgt 26,8 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 27,2), die gesetzliche Sollgrenze liegt bei 28. In 7 Klassen an 3 Gymnasien wird aufgrund der regionalen Versorgung oder eines unzumutbar langen Schulwegs jeweils ein Kind über die Maximalgröße hinaus aufgenommen. In 64 Klassen an 14 Gymnasien wird aus den gleichen Gründen nicht einmal die Mindestfrequenz von 26 Schülern pro Klasse erreicht.

Bei der Organisation der Schulklassen konnten mit 98,1% erstmals seit 2010 mehr als 98 % der Erstwünsche erfüllt werden (Vorjahr 95,3%). 122 Schülerinnen und Schüler werden an einer anderen als ihrer Erstwunschschule aufgenommen. Die Gründe für die hohe Quote sind einerseits eine glückliche regionale Anmeldesituation, andererseits aber auch die Stabilisierung des Hamburger Schulsystems. Der über Jahre andauernde Trend zu wachsenden Anmeldezahlen am Gymnasium ist in den letzten beiden Jahren beendet worden. Die Stadtteilschulen verzeichnen stabile Anmeldezahlen, die Gymnasien ebenfalls.

Größte Gymnasien (nach aufgenommenen Schülerinnen und Schülern in Klasse 5): Gymnasium Ohmoor, Niendorf (168), Gymnasium Grootmoor, Bramfeld (161) Gymnasium Lohbrügge (153), Gymnasium Meiendorf (151)

Sehr hohe Überanwahl in Klasse 5:

  • Matthias-Claudius-Gymnasium, Wandsbek (155 Anmeldungen, 43 zuviel)
  • Charlotte-Paulsen-Gymnasium, Wandsbek (129 Anmeldungen, 17 zuviel)

Regionale Bildungs- und Beratungszentren, Spezielle Sonderschulen

An den 13 Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) sollen insgesamt 22 erste Klassen mit 218 Schülerinnen und Schülern sowie 28 fünfte Klassen mit 230 Schülerinnen und Schülern eingerichtet werden. Die durchschnittliche Klassengröße an den ReBBZ liegt bei 8,7 (1. Klassen) und 8,1 Schülerinnen und Schüler (5. Klassen).

An den 13 speziellen Sonderschulen sollen insgesamt 18 erste Klassen mit 106 Schülerinnen und Schülern sowie 15 fünfte Klassen mit 142 Schülerinnen und Schülern eingerichtet werden. Die durchschnittliche Klassengröße an den speziellen Sonderschulen liegt bei 6,0 (1. Klassen) und 8,8 Schülerinnen und Schüler (5. Klassen).

Weiteres Verfahren

Aufgrund der Schulorganisation für die Klassen 1 und 5 wird die Schulbehörde bis zu Beginn des kommenden Schuljahrs voraussichtlich 39 zusätzliche mobile Klassenzimmer aufstellen. Das liegt deutlich unter den öffentlich erwarteten 100 zusätzlichen mobilen Klassenräumen. Parallel können im Laufe des nächsten Schuljahres die ersten mobilen Klassenräume abgebaut werden.

Die Familien wurden zu Beginn dieses Monats über die Organisation der Schulklassen entsprechend informiert. Erfahrungsgemäß kommt es im Widerspruchsverfahren oder aufgrund von Umzügen bis zum Schuljahresbeginn noch zu geringfügigen Veränderungen bei den Aufnahmezahlen.


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