Modellversuch

Zukunft gestalten mit Bilingualität

Projekt „Bilinguale Züge an Realschulen in Bayern“ äußerst erfolgreich – Ergebnisübergabe an Bayerisches Bildungsministerium.

12.07.2016 Bayern Pressemeldung Bayerischer Realschullehrerverband
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Im Rahmen des Modellversuchs „Bilinguale Züge" an den Realschulen findet seit dem Schuljahr 2008/2009 der Unterricht in einem Sachfach – beispielsweise Erdkunde, Geschichte, Physik oder Informationstechnologie – in den Jahrgangsstufen sieben bis neun in der Fremdsprache Englisch statt. Über 100 Realschulen in Bayern setzen das Projekt inzwischen erfolgreich um. 

„Inwieweit fördert der bilinguale Sachfachunterricht im Modellversuch ‚Bilinguale Züge’ an Realschulen die fremdsprachlichen Fertigkeiten der Schüler?“ Ausgehend von dieser Frage startete 2011 ein Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Englischdidaktik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zum Zweck der wissenschaftlichen Begleitung des 2008/09 initiierten und europaweit einzigartigen Modellversuchs „Bilinguale Züge“. Die Begleitstudie wurde in Kooperation mit dem Bayerischen Bildungsministerium sowie der Professur für Didaktik und englische Sprache und Literatur an der Katholischen Universität Eichstett unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Böttger ermöglicht. 

Nun wurden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung dem Bildungsministerium übergeben. Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger, Abteilungsleiterin am bayerischen Bildungsministerium, betonte: „Die Ergebnisse von Prof. Dr. Böttger zeigen, dass der intensive Kontakt mit der Fremdsprache Englisch im bilingualen Unterricht für die Schüler von großem Vorteil ist. Englisch wird so bereits im Sachfachunterricht als Arbeits- und Kommunikationsmittel verstanden. Die empirische Studie bestätigt deutlich den Mehrwert, den die Schüler durch dieses Angebot an den Realschulen in Bayern haben."

Der brlv-Vorsitzende Jürgen Böhm, der bei der Übergabe anwesend war, bedankte sich für das große Engagement, mit dem die „Bilingualen Züge“ an den teilnehmenden Schulen ermöglicht sowie umgesetzt werden, und betonte die Bedeutung dieses Projektes, mit dem ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit der bayerischen Realschulen gelungen sei: „Dieses Projekt im Rahmen der Initiative ‚Realschule 21’ ist erneut ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal der bayerischen Realschule. Wieder einmal zeigt sich, dass die Realschule in Bayern nicht nur stetig daran arbeitet, den Schülern eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, sondern ebenso darauf bedacht ist, mit Projekten wie diesem den Schülern die Bedeutung der Vermittlung von Wissensinhalten nahezubringen. Wenn ein Schüler erklärt, Englisch dank der ‚Bilingualen Züge’ nun als ,richtige Sprache’ wahrzunehmen, ist das ein Beweis dafür, dass genau dieses Vorhaben bestens gelingt“, so Jürgen Böhm. „Der Ausbau des bilingualen Unterrichts sollte kontinuierlich bedarfsorientiert weitergeführt und mit entsprechenden Rahmenbedingungen ausgestaltet werden, sodass die Zahl der teilnehmenden Schulen weiter steigen kann“, äußert sich der brlv-Vorstand. 

Als wichtigste Ergebnisse der empirischen Untersuchung lassen sich u.a. festhalten:

  • Die Schüler der bilingualen Züge kommen intensiv mit der Fremdsprache Englisch als Arbeits- und Kommunikationsmittel in Kontakt und erwerben dadurch deutliche Wissens- und Kompetenzzuwächse in der Fremdsprache Englisch
  • Im Leistungsvergleich zu Schülerinnen und Schülern ohne bilingualen Sachfachunterricht konnten Wissensinhalte in den Sachfächern fundierter und über einen längeren Zeitraum abgerufen werden
  • Im Vergleich zu den bayernweiten Ergebnissen in den zentralen Abschlussprüfungen an den Realschulen haben die Schüler des bilingualen Sachfachunterrichts im Fach Englisch deutlich besser abgeschnitten

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