Lehrkräftemangel

Zulage für Lehrkräfte an schwierigen Schulstandorten

Die GEW NRW will, dass Lehrkräfte an Schulen in schwierigem sozialen Umfeld besser bezahlt werden und fordert dazu eine spezielle Zulage als besonderen Anreiz, dort pädagogisch tätig zu werden, wo es brennt.

21.08.2018 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen
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GEW NRW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer hatte in der Samstagsausgabe der NRZ (18.6.) eine entsprechende Initiative des Berliner Senats begrüßt und von der Landesregierung, gefordert, zügig ein vergleichbares Modell in NRW zu entwickeln. Was in Berlin gehe, müsse auch in NRW möglich sein. Auch bei der Lehrerverteilung müsse gelten, dass ungleiche Schulen ungleich behandelt werden.

„Die Hiobsbotschaften aus den Personalvertretungen nehmen zu. Immer mehr Stellen können nicht mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden.  Es ist zu befürchten, dass Schulen in schwierigem sozialen Umfeld dabei besondere Schwierigkeiten haben. Verstärkt sich jedoch der Lehrkräftemangel an Schulen mit besonderen Problemlagen, so verschärft das die soziale Selektion unseres Schulsystems weiter. Hier ist Eile geboten“, erklärte GEW NRW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer heute in Essen. Personalräte insbesondere aus Duisburg, Essen, Wuppertal und Köln schlagen seit Wochen Alarm, weil vakante Stellen an den Schulen nicht wieder besetzt werden können und leerlaufen. Allein an den Duisburger Grundschulen könnten über 100 Stellen nicht besetzt werden.

Bei der Personalausstattung müssten Schulen in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf vordringlich bedacht werden. Dies sei eine Frage der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. „Der sogenannte Sozialindex zur Ressourcenverteilung muss präzisiert werden, damit wir die Schulen mit besonderen Problemen identifizieren und besser ausstatten können“, forderte die GEW-Landesvorsitzende. Der Schulversuch Talentschulen belege, dass die Landesregierung das Problem erkannt habe. Allerdings sei die Errichtung weniger Leuchtturmschulen nicht zielführend.
Die GEW NRW-Landesvorsitzende ist überzeugt, dass zusätzliche finanzielle Anreize zu einer Entspannung führen können. „Im Beamten- und Tarifrecht gibt es Möglichkeiten, die wir dazu nutzen können.“  Alternativ wäre auch eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung bei gleichem Gehalt denkbar.

Langfristig müsse es aber um eine generelle Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs gehen. „Neben Maßnahmen zur Entlastung ist eine gleiche Besoldung für alle Lehrämter unabdingbar. Wir fordern A13 Z als Eingangsbesoldung für alle Lehrkräfte, unabhängig von der Schulform.“


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