Erinnerungskultur

„Zusammenarbeit von Gedenkstätten und Schulen vertiefen“

Schleswig-Holstein - Bildungsstaatssekretärin Dr. Stenke: „Wir sind heute mehr denn je gefordert, unseren Kindern und Jugendlichen Hilfestellungen zu geben und Vorurteilen, Fake-News und Extremismus zu begegnen.“

17.04.2018 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein
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„Und wir sind aufgefordert, unsere authentischen Gedenk-und Erinnerungsorte zu bewahren, um an ihnen Geschichte zu erzählen und zum Nachdenken anzuregen“, sagte Bildungsstaatssekretärin Dr. Dorit Stenke gestern bei der Diskussionsveranstaltung „Wie weiter mit der Erinnerung an den Nationalsozialismus? Gedenkstätten und Erinnerungskultur zwischen Generationenwechsel, Rechtspopulismus und neuem Antisemitismus“ in Berlin. Gedenkstätten seien Teil der kulturellen Infrastruktur und ihre Arbeit wichtig für die Schulen. Deshalb sei es sinnvoll, beide noch intensiver miteinander zu verknüpfen und die praktische Bildungsarbeit an historischen Bildungsorten auszuweiten und weiterzuentwickeln. In Schleswig-Holstein gibt es zwölf Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Initiativen.

Die Landesmittel für die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten haben sich in den letzten Jahren auf aktuell 375.000 Euro fast verzehnfacht. Mit dieser finanziellen Ausstattung werden unter anderem in diesem Jahr ein Gedenkstättenführer gefördert, der Aufbau einer fachlichen Hauptamtlichkeit oder Maßnahmen zur Inklusion in Gedenkstätten. Parallel wurde eine Servicestelle einrichtet und es werden Schulfahrten zu Gedenkstätten mit jährlich 15.000 Euro bezuschusst. Darüber hinaus besteht seit 2017 eine Kooperationsvereinbarung mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Seit 2015 gibt es auch ein Landesgedenkstättenkonzept, in dem Politik und Aktive in der Gedenkstättenarbeit erstmals ein gemeinsames Verständnis und gemeinsame Ziele formuliert haben.

Staatssekretärin Stenke warb dafür, für die Erinnerungsarbeit auch die digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um jüngere Menschen zu erreichen. „Wir können Erinnerung multimedial abrufbar gestalten. Wir leben in einer Zeit, in der die Generation der Augenzeugen leider zunehmend verstummt. Digitale Medien bieten die Möglichkeit, ihr Zeitzeugnis und auch wichtige Dokumente lebendig zu halten“, betonte sie.


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