3. Schulleitungssymposium in Kiel - Bildungsministerin Erdsiek-Rave: Eigenverantwortung und Wettbewerb verbessern Qualität der Schulen

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave hat die Schulleitungen in Schleswig-Holstein ermutigt, die zunehmenden Freiräume für schulische Eigenverantwortung zu nutzen und so die Qualität ihrer Schulen weiter zu verbessern. "Um das zu schaffen, streben wir eine neue Balance zwischen staatlicher Steuerung und schulischer Eigenverantwortung an", sagte sie heute (19. September) zum Auftakt des 3. Schulleitungssymposiums in Kiel vor rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland. Bereits in den vergangenen Jahren hätten die Schulen bundesweit erweiterte Handlungsspielräume und zusätzliche Verantwortung für die Gestaltung ihrer Arbeit erhalten. Eine totale Eigenständigkeit der Schulen könne es aber nicht geben. "Es ist nichts gewonnen, wenn den Schulleitungen am Ende die Zeit für die Kernaufgaben Unterrichtsentwicklung, Qualitätsentwicklung und Personalführung fehlt."

19.09.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Das Symposium wird vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Vereinigung der Unternehmensverbände von Schleswig-Holstein und Hamburg (UV-Nord) angeboten. Die zweitägige Veranstaltung soll Wege aufzeigen, wie Schulen produktiv mit Wettbewerb umgehen und gewonnene Erkenntnisse eigenständig umsetzen können. Für die Foren und Workshops konnten zahlreiche hochkarätige Referentinnen und Referenten gewonnen werden, darunter die Bildungsforscher Jürgen Baumert (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin), Manfred Prenzel (CAU Kiel) und Olaf Köller (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Berlin).

Erdsiek-Rave betonte, dass die Schulleitungen durch das neue Schulgesetz in Schleswig-Holstein weitere Handlungsspielräume und zusätzliche Verantwortung erhalten haben, sowohl bei der pädagogischen Bewegungsfreiheit als auch in den Bereichen Personal und Finanzen. "Ich erlebe, dass viele Schulleiterinnen und Schulleiter die Veränderungen an den Schulen nicht nur umsetzen, sondern auch vorantreiben", sagte die Ministerin. So gebe es die Möglichkeit, Lehrerstellen schulbezogen auszuschreiben oder unbesetzte Stellen in ein eigenes Budget umzuwandeln, zum Beispiel um Fachkräfte in unterrichtsbezogene Schulprojekte einbinden zu können. "Hier haben sich die berufsbildenden Schulen zu Vorreitern entwickelt."

Ein hohes Maß an Eigenverantwortung bestehe zudem bei pädagogischen Fragen. So ermögliche die neue Kontingentstundentafel einen flexiblen Umgang mit Lernzeit in den Jahrgängen 5 bis 10. Als weitere Beispiele nannte Erdsiek-Rave die Gestaltung von Unterrichtsinhalten und des Ganztagsangebots, die Erstellung von Förderkonzepten und die Organisation der Eingangsphase mit jahrgangsübergreifendem Unterricht in Grundschulen. "Auf diese Weise kann sich ein eigenes Schulprofil und damit das Unverwechselbare einer Schule im Schulprogramm herauskristallisieren." In diesem Zusammenhang seien Instrumente wie nationale Bildungsstandards, Vergleichsarbeiten, zentrale Abschlüsse oder die Schul-Evaluation EVIT als Unterstützung zu verstehen, um die Qualität von Schule sicherzustellen.

IQSH-Direktor Thomas Riecke-Baulecke würdigte die Bedeutung des Schulleitungssymposiums. "Vier Jahre nach der Veröffentlichung der "Kieler Thesen" zu mehr Eigenverantwortung von Schulen hat sich in den 16 Bundesländern viel bewegt. Es wird inzwischen akzeptiert, dass die Schulleitung eine Schlüsselfigur für die Sicherung und Entwicklung der Unterrichtsqualität an ihrer Schule ist", stellte er fest. Führungskräfte müssten bei der Umsetzung dieser Managementaufgabe jedoch unterstützt werden. Schleswig-Holstein biete Schulleitungen, aber auch Nachwuchskräften daher ein breites Qualifizierungsangebot. Mit dem berufsbegleitenden Studium "Master für Schulmanagement und Qualitätsentwicklung" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sei Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter. Das im vergangenen Jahr eingerichtete Studium wird derzeit von rund 80 Lehrkräften genutzt.

Hinweis an die Redaktionen:
Das Schulleitungssymposium findet am Freitag, 19. September, von 14.00 bis 20.00 Uhr und am Sonnabend, 20. September, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Audimax der Christian-Albrechts-Universität, Christian-Albrechts-Platz 2, 24118 Kiel statt. Dazu sind Sie herzlich eingeladen. Den Verlauf der Veranstaltung entnehmen Sie bitte der beigefügten Programmübersicht.


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