Doppelter Abiturjahrgang: Chancen für die Jugend - Chancen für die Wirtschaft

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel hat gemeinsam mit den Partnern des Ausbildungspaktes am Donnerstag (15.01.2009) einen Sonderpakt Ausbildung 2009 unterzeichnet.

15.01.2009 Saarland Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Minister Joachim Rippel: "Ziel unserer gemeinsamen Anstrengungen ist es, in der besonderen Situation des doppelten Abiturjahrganges 2009 allen ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen Jugendlichen einen Ausbildungs- oder Studienplatz zur Verfügung zu stellen. Die Landesregierung und die landesbeteiligten Gesellschaften haben deshalb 2009 120 zusätzliche Ausbildungsplätze bereit gestellt. "Dies zeigt, dass die Landesregierung nicht nur die Wirtschaft in die Pflicht nimmt, sondern auch durch eigenes Handeln jungen Menschen eine Zukunftsperspektive schafft", so Minister Joachim Rippel weiter.

Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel: "Wichtig ist vor allem, dass die Universität, die Hochschule für Technik und Wirtschaft, die Hochschule der Bildenden Künste und die Hochschule für Musik dem Pakt beitreten. Sie erweitern den Kreis der bewährten Partner des Ausbildungspaktes." Partner des Paktes sind die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände, die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, der Landkreistag, die Landwirtschaftskammer, die Architektenkammer, die Ingenieurkammer, die Rechtsanwaltskammer, die Steuerberaterkammer sowie die saarländische Landesregierung.

Die Paktpartner arbeiten seit geraumer Zeit daran, die Unternehmen für das Thema "Doppelter Abiturjahrgang" zu sensibilisieren. Sie werben für die Bereitstellung zusätzlicher Ausbildungsplätze in den Jahren 2009 und 2010 und treffen damit Vorsorge, auch im Hinblick auf die zu erwartende rückläufige Entwicklung bei den Schulentlasszahlen ab dem Jahr 2011.

Otto-Werner Schade, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, sagte dazu: "Die Bereitstellung zusätzlicher Lehrstellen ist nicht nur für die jungen Leute, sondern auch für die saarländischen Betriebe von Bedeutung. Aufgrund der demografischen Entwicklung können die Abgänge älterer Arbeitnehmer bereits heute nicht mehr vollständig durch das Nachrücken jüngerer ersetzt werden." Der Einbruch bei den Ausbildungsanfängern werde das Saarland nach dem Doppeljahrgang sehr rasch ereilen. "2009 müssen die Betriebe bei der Ausbildung noch einmal zulegen und so viele berufliche Nachwuchskräfte wie möglich an sich binden, auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung die Entscheidung für zusätzliche Ausbildungsplätze alles andere als befördert. Jetzt gilt es aber mittel- und langfristig zu denken und zu handeln", so Schade.

Prof. Dr. Volker Linneweber betonte, dass sich die Hochschulen des Saarlandes gerne am Sonderpakt beteiligen, damit die Versorgung des Doppelten Abiturjahrgangs gelinge.

"Auch die Universität des Saarlandes steht vor einer Herausforderung, der sie sich jedoch gerne stellt. Wir freuen uns auch im Jahr des doppelten Abiturjahrgangs über jeden Studienanfänger und sorgen dafür, dass jeder, der an unserer Uni ein Studium beginnt, optimale Bedingungen vorfindet. Darauf sind wir sehr gut vorbereitet", so der Präsident der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Volker Linneweber.

Mit Hilfe des Ausbildungspaktes war es zuvor seit 2004 gelungen, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen einen Ausbildungsvertrag oder eine Einstiegsqualifizierung anzubieten.

Die Partner des Sonderpaktes verpflichten sich im Hinblick auf den Abiturdoppeljahrgang 2009 in den Jahren 2009 und 2010 jeweils mindestens 560 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufzunehmen und schaffen damit vergleichbare Einstiegsbedingungen ins Studium wie ohne den Doppeljahrgang. So wird die Hochschule für Technik und Wirtschaft in den Jahren 2009 und 2010 jeweils in Summe bis zu 320 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufnehmen.

An der Universität können im Jahr 2009 360 zusätzliche und im Jahr 2010 270 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger ihr Studium aufnehmen. Die Hochschule für Bildende Kunst wird in den Jahren 2009 und 2010 jeweils 20 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufnehmen. Gleiches gilt für die Hochschule für Musik des Saarlandes.

Das Abitur 2009 wird so für den Doppeljahrgang G8/G9 dank der guten Zusammenarbeit von Landesregierung, Wirtschaft, Kammern, Arbeitsverwaltung und Hochschulen ein guter Start ins Berufsleben und Studium. Die saarländischen Unternehmen haben 2009 die Chance, ihren Fachkräftebedarf für die nächsten Jahre schon jetzt aus einem besonders qualifizierten Bewerberpool auszubilden.

Hintergrund:
Partner des Sonderpaktes Ausbildung sind:

  • Architektenkammer des Saarlandes
  • Handwerkskammer des Saarlandes
  • Hochschule für Musik Saar
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
  • Hochschule der Bildenden Künste Saar
  • Industrie- und Handelskammer Saarland
  • Ingenieurkammer des Saarlandes
  • Landkreistag Saarland
  • Landwirtschaftskammer für das Saarland
  • Rechtsanwaltskammer des Saarlandes
  • Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit
  • Saarländische Landesregierung
  • Steuerberaterkammer Saarland
  • Universität des Saarlandes

Duale Ausbildung
In den letzten Jahren haben regelmäßig etwa 20 Prozent eines Abiturjahrgangs direkt eine Ausbildung im dualen System in Berufsschule und Betrieb begonnen.

Für den Doppelabiturjahrgang bedeutet das rund 560 zusätzliche Bewerber. Dies entspricht einem Anteil von 6 Prozent der jährlichen Neuverträge im Ausbildungsbereich. Folgende Maßnahmen werden ein gutes Angebot sicherstellen: Die Partner des Ausbildungspaktes Saarland verpflichten sich, für zusätzliche Ausbildungsplätze zu sorgen. Weiter kommen die Paktpartner überein, die in den vergangenen Jahren bewährte Chancengarantie fortzuschreiben. Sie verpflichten sich damit, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen eine Chance auf berufliche Ausbildung zu bieten. Die Vermittlung in eine betriebliche Ausbildung hat dabei Vorrang.

Angebot des Landes: Mehr als 100 zusätzliche Ausbildungsstellen
Angeboten werden verstärkt Ausbildungsstellen in nicht verwaltungsspezifischen Berufsbildern, wie zum Beispiel: Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation, Fachinformatiker/in für Systemintegration, Fachkraft für Dialog-Marketing, Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Technische Zeichner/in. Die Landesregierung appelliert an alle saarländischen Kommunen und Landkreise, ihr Angebot an Ausbildungsstellen in gleichem Umfang zu erhöhen.


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