Neue Chancen für Schulabgänger ohne Abschluss

Zum 1.9. 2009 werden in Hamburg vier neue Produktionsschulen mit insgesamt rund 200 Plätzen eingerichtet. Dort sollen Jugendliche ohne Schulabschluss die Chance bekommen, durch praktisches Lernen in Produktion und Dienstleistung einen Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung zu gewinnen. Die Produktionsschulen werden von freien Trägern an folgenden Standorten eingerichtet: Im Bezirk Bergedorf wird die "Sprungbrett gGmbH" 48 Plätze in Bergedorf-Zentrum anbieten, im Bezirk Mitte richtet "Beschäftigung und Bildung e. V." in Billstedt-Horn 50 Plätze ein, im Bezirk Nord bietet die "Stiftung Berufliche Bildung" 50 Plätze in Barmbek und im Bezirk Wandsbek die "Alraune gGmbH" in Steilshoop 50 Plätze.

26.06.2009 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Eine Produktionsschule produziert für den Verkauf und erbringt Dienstleistungen in der Region. Die Jugendlichen lernen also ganz praktisch im Produktionsprozess. Realisiert werden Produktideen wie der Aufbau und Betrieb einer Skaterhalle mit Eventmanagement, Gastronomie und Herstellung von Sportgeräten in der Produktionsschule "Fun Company Steilshoop" oder die Konstruktion, Herstellung und der Vertrieb von Waterbikes und Kanus in der Produktionsschule "Maritime Welten" in Barmbek. Die Schulen kooperieren mit Betrieben in der Region, u. a. damit die Jugendlichen auch betriebliche Erfahrungen sammeln können. Das wichtigste Ziel ist es, bei den Jugendlichen das eigenverantwortliche und selbstständige Lernen zu stärken . Damit sollen die Chancen von Jugendlichen ohne Schulabschluss auf eine berufliche Ausbildung verbessert werden. Die Produktionsschulen bieten ein Übergangs- und Anschlussmanagement und übernehmen damit die Verantwortung für jeden betreuten Jugendlichen bis zu einem erfolgreichen Wechsel in eine Ausbildung oder eine weiterführende Anschlussmaßnahme. Hamburger Produktionsschulen stehen in der Tradition des dänischen Produktionsschulprogramms und integrieren Erfahrungen und Prinzipien der Produktionsschule Altona, die bereits seit knapp zehn Jahren tätig ist.

Die Einrichtung neuer Produktionsschulen ist Teil der Hamburger Bildungsoffensive. Auf Antrag des Senats hat die Bürgerschaft am 24. Juni 2009 die Finanzierung neuer Produktionsschulen in freier Trägerschaft mit insgesamt rund 500 Plätzen beschlossen. Zur Umsetzung des Programms hatte die Behörde für Schule und Berufsbildung im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens, auf das 21 Träger der freien Jugendhilfe reagierten, vier neue Produktionsschulen für den Startbeginn September 2009 ausgelobt. Bei der Auswahlentscheidung, die nach Beratung u.a. mit den Fachamtsleitern für Sozialraummanagement der Bezirke erfolgte, standen die Qualität des eingereichten Konzepts und die Einbettung in den bezirklichen Sozialraum im Vordergrund.

In 2010 und 2011 werden jährlich drei weiteren Produktionsschulen mit jeweils 150 Plätzen eingerichtet, so dass insgesamt 10 Produktionsschulen erreicht werden, wobei in jedem der sieben Bezirke mindestens eine davon angesiedelt sein wird.

In den Jahren 2009 und 2010 wird die Finanzierung haushaltsneutral durch Mittelumschichtungen sichergestellt. Die monatlichen Schülerkostensätze betragen in den ersten beiden Jahren der Aufbauphase 750 bzw. 700 Euro und in den Folgejahren 650 Euro. Sie entsprechen damit den Kosten im schulischen Berufsvorbereitungsjahr. Die laufenden Kosten des Programms betragen in der Endausbaustufe ca. 3,9 Millionen Euro pro Jahr.


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