Neue Initiative gegen Ausbildungs-Abbrüche
Um die Quote der Ausbildungsabbrüche weiter zu reduzieren, hat die Regionaldirektion mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums eine neue Initiative vereinbart. Wie Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dietrich Austermann am Mittwoch (6. September) in Kiel sagte, werden künftig die regionalen Ausbildungsbetreuer und der Psychologische Dienst der Arbeitsagenturen eng zusammenarbeiten.
06.09.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein"Ziel ist es, mit Hilfe von Testverfahren des Psychologischen Dienstes vor allem solchen Ausbildungs-Abbrechern eine neue und langfristige Perspektive zu bieten, die an einer falschen Berufswahl gescheitert sind", sagte Austermann. In Schleswig-Holstein würden schätzungsweise jährlich rund 2500 Ausbildungsverhältnisse abgebrochen. "Unser Ziel ist, in einem ersten Schritt 140 Jugendliche zu betreuen und in neue Ausbildungen zu führen", so Austermann.
"Eine wichtige Ursache für den Abbruch einer Ausbildung durch Jugendliche ist eine nicht fundierte Berufswahl. Laut einer Erhebung der Regionalen Ausbildungsbetreuung Schleswig-Holstein rangiert die falsche Berufswahl auf Platz drei der Gründe für den vorzeitigen Ausbildungsabbruch", sagte Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.
Wie Goecke weiter sagte, wähle ein Jugendlicher, der sich selbst gut kenne, eher den richtigen Beruf. Es sei darum wichtig, die Selbsteinschätzung dieser jungen Menschen zu verbessern.
Laut Goecke und Austermann steht am Anfang der Zusammenarbeit ein Qualifizierungsseminar für Ausbildungsbetreuer, das am 13. September beginnt. Danach werden in der Einstiegsphase die 140 Ausbildungsabbrecher die Möglichkeit erhalten, ihre zweite Berufswahl mit Unterstützung der Kooperationspartner fundierter zu treffen.
Goecke betonte: "Auch dieses Projekt unterstreicht, welche hohe Bedeutung wir der Orientierung und Beratung von Jugendlichen bei der Berufswahl beimessen. Rund 165.000 Jugendliche besuchen jedes Jahr unsere Berufsinformationszentren in Schleswig-Holstein. Im laufenden Jahr haben bereits 62.000 Jugendliche die Berufsberaterinnen und Berufsberater unserer regionalen Agenturen für Arbeit in Anspruch genommen."
Mit Blick auf das Ende September zu Ende gehende Vermittlungsjahr appellierte Wirtschaftsminister Austermann an die Betriebe im Land, auch weiterhin offene Ausbildungsplätze zu besetzen. "Es gibt noch zahlreiche gut qualifizierte Bewerber, die sich noch nicht entschieden haben", so der Minister. Er ermutigte zugleich diejenigen Jugendlichen, die noch keine geeignete Lehrstelle gefunden haben: "Erfahrungsgemäß werden durch Absagen in letzter Minute immer noch kurzfristig viele Ausbildungsplätze frei."
Austermann erinnerte daran, dass die Partner in dem seit zehn Jahren bestehenden "Bündnis für Ausbildung" im Oktober ein weiteres Mal die so genannten Nachvermittlungs-Aktionen starten. Im vergangenen Jahr sei dadurch sämtlichen unvermittelten Bewerbern ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot gemacht worden. "Dieses Ziel streben wir auch in diesem Jahr an", sagte Austermann. Die Zahl der von allen Kammern im Land gemeldeten Ausbildungsverträge liege mit einem Plus von 3,7 Prozent (Stichtag 31. August) erfreulich hoch. Schleswig-Holstein sei nach wie vor das einzige westdeutsche Bundesland, bei dem die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen gestiegen ist, so der Minister.
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