ABJ feiert 100-jähriges Bestehen
Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) feiert am Wochenende ihr 100-jähriges Bestehen. ABJ-Vorsitzende Karin Leibl erklärte: "Wir vertreten derzeit rund 12.000 junge Lehrerinnen und Lehrer, die vor allem eines wollen: bessere Lern- und Arbeitsbedingungen an allen Schulen, mehr Chancengleichheit für alle Kinder und eine längere gemeinsame Schulzeit." Die ABJ ist älteste und größte Organisation für junge Lehrer in Bayern. Seit 1923 gehört sie zum Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV).
27.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Im Laufe ihrer 100jährigen Geschichte setzte die ABJ zahlreiche schul- und bildungspolitische Akzente: In den ersten Jahren ließ sich die ABJ von der reformpädagogischen Bewegung inspirieren und engagierte sich gegen den autoritären Stil der Kaiserzeit. Nach den Umbrüchen des zweiten Weltkriegs stand der Kampf für mehr materielle Sicherheit der Lehrer sowie deren Unabhängigkeit von der Kirche auf der Agenda. In den siebziger Jahren setzten die Junglehrer ein neues Ausbildungskonzept durch, das in seinen Grundzügen bis heute Gültigkeit hat. Die Neunziger brachten massive, von der ABJ organisierte Proteste, gegen die Heraufsetzung der Einstellungsnote für Anwärter mit sich.
Aus der ABJ gingen bedeutsame Personen aus Politik und Öffentlichkeit hervor: So war der ehemalige Kultusminister Franz Fendt Vorsitzender der ABJ. Sein Nachfolger Wilhelm Baumann war Mitglied im bayerischen Senat. Auch die BLLV-Ehrenpräsidenten Wilhelm Ebert und Albin Dannhäuser führten die ABJ an (Dannhäuser von 1971 bis 1979, Ebert von 1948 bis 1952). Ebenso war der derzeit amtierende BLLV-Präsident Klaus Wenzel ABJ- Landesvorsitzender (1982 bis 1984). "Die ABJ genießt innerhalb des BLLV hohe Wertschätzung", erklärte Wenzel und gratulierte zum Jubiläum. Er bedankte sich "für das hohe Engagement, das von den jungen Lehrerinnen und Lehrern ausgeht."
Als Schwerpunkt der künftigen ABJ-Politik nannte Leibl den Kampf gegen die immer noch schlechte Stellung von Frauen im Lehrerberuf. "Lehrerinnen und Teilzeitkräfte wurden im vergangenen Beurteilungszeitraum im Durchschnitt schlechter beurteilt als männliche Vollzeitlehrkräfte. Wir wollen uns auch für bessere Rahmenbedingungen in der Lehrerausbildung einsetzen, dazu gehört die Rücknahme der Kürzung von Anwärterbezügen, die volle Erstattung der Reisekosten und Veränderungen in der Lehrerbildung. Sie muss sich mehr am heutigen Berufsbild orientieren."
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