BLLV Ehrenpräsident Wilhelm Ebert feiert am 6. Mai seinen 85. Geburtstag

Der Ehrenpräsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Dr. h.c. Wilhelm Ebert, feiert am 6. Mai 2008 seinen 85. Geburtstag. "Es gibt kaum eine Persönlichkeit, die in der weltweiten Lehrerbewegung eine größere Rolle gespielt hat als Wilhelm Ebert. Ob als Junglehrervertreter, BLLV-Präsident oder Weltlehrerpräsident - immer überzeugte der engagierte Pädagoge als kreativer Gestalter, mutiger Macher und professioneller Verbandspolitiker". Mit diesen Worten würdigte BLLV-Präsident Klaus Wenzel die Verdienste des Jubilars.

07.05.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Ebert stand von 1955 bis 1962 und von 1967 bis 1984 an der Spitze des BLLV. Seit 1984 ist er Ehrenpräsident des BLLV. "Vom Vorsitzenden der Junglehrerorganisation stieg er steil auf in das Amt des BLLV-Präsidenten", erinnerte Wenzel. Ebert hatte das Amt des Bundesvorsitzenden des von ihm 1974 initiierten und gegründeten Verbands Bildung und Erziehung (VBE) ebenso inne wie das des Präsidenten der Welt-Lehrerorganisation (WCOTP). "Das Besondere liegt darin, dass Ebert diese Positionen nie als ´Verwalter´ ausübte, sondern stets dafür sorgte, dass seine Visionen durch kluge Verhandlungen und geschickte Politik Wirklichkeit werden konnten", anerkannte Wenzel.

Ebert habe vor allem für die Einführung der christlichen Gemeinschaftsschule und für die akademische Lehrerbildung gekämpft. Während seiner Amtszeit sei die Bekenntnisschule abgeschafft und die Ausbildung der "Volksschullehrer" von den "Lehrerbildungsanstalten" über die "Pädagogischen Hochschulen" vollwertig in die Universitäten integriert worden. Seine Vision sei die "demokratische Schule" gewesen. Unermüdlich habe er Bildung als Bürgerrecht und Chancengleichheit für alle eingefordert. Ebert habe stets Partei für Schule und Lehrerschaft ergriffen. "Erfreulich ist, dass Wilhelm Ebert gesund und bei Kräften ist und sich nach wie vor intensiv an schul- und bildungspolitischen Diskursen beteiligt. Das von ihm verfasste Werk ´Die Geschichte des BLLV´ befindet sich kurz vor seiner Fertigstellung und wird noch in diesem Jahr veröffentlicht werden", sagte Wenzel.

Biografische Daten:

  • Wilhelm Ebert wurde am 6. Mai 1923 in Fleißen im Egerland geboren. Er besuchte in Fleißen die Volks- und Bürgerschule, später die Oberrealschule und die Lehrerbildungsanstalt in Eger. 1942 legte er die erste Lehramtsprüfung ab.

  • Im 2. Weltkrieg war er Flieger, dann Infanterieoffizier. 1945 bis 1947 verbrachte er in französischer Kriegsgefangenschaft.

  • 1947 trat Ebert in den bayerischen Schuldienst ein, im selben Jahr heiratete er.

  • Die Geringschätzung seines Berufsstandes durch Amtsautoritäten, Politiker und Kirchenvertreter veranlasste ihn, sich öffentlich zu engagieren.

  • 1948 bis 1952 war er erster Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ).

  • 1953 bis 1955 leitete er die Schulpolitische Hauptstelle des BLLV.

  • 1958 bis 1972 war er ständiger Vertreter des Weltverbandes der Lehrerorganisationen (WCOTP) und bei der UNESCO in Paris, ab 1972 Vorstandsmitglied, von 1975 bis 1978 Präsident dieser "World Confederation of Organizations of the Teaching Profession".

  • 1979 bis 1993 hatte er das Amt des Bundesvorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) inne und war Vorsitzender des Fernsehausschusses im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks.

  • Seit 1984 ist Ebert Ehrenpräsident des BLLV; im gleichen Jahr erhielt er den Bundesverdienstorden 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, 1993 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und im selben Jahr den Wilhelm-Hoegner-Preis der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag.

  • Seit 1996 ist Ebert Ehrenmitglied beim Verband Bildung und Erziehung.

  • Ebert bekleidete zahlreiche Ehrenämter und erhielt viele internationale Auszeichnungen: 1968 wurde er Ehrendoktor der University of the Pacific (Kalifornien). Die Würde eines "Fellow of the Educational Institute of Scotland" wurde ihm in Edingburgh 1976 verliehen. Viele seiner Publikationen erschienen in mehreren Sprachen.


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