"Der Vorleser" – Ein oscargekrönter Film über Schuld und Scham

Bernhard Schlinks "Der Vorleser" ist seit Jahren ein gerne gelesenes Buch in vielen Schulen. Nun kommt der Film in die deutschen Kinos. Bei der Oscar-Verleihung wurde Kate Winslet als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Die bewegende Liebesgeschichte zwischen Hanna und Michael (David Kross bzw. Ralph Fiennes) ist auch eine Auseinandersetzung mit den Themen Schuld und Nationalsozialismus sowie Scham und Analphabetismus.

23.02.2009 Pressemeldung Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Hanna nimmt alle Schuld auf sich, um das Geheimnis ihres Analphabetismus zu bewahren. Der Film "Der Vorleser" macht in besonderer Weise deutlich, wie schwer es ist, sich zu Problemen mit dem Lesen und Schreiben zu bekennen. In Deutschland leben nach Schätzungen des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. etwa vier Millionen funktionale Analphabeten. Diese verfügen – trotz Erfüllung der Schulpflicht – nur über äußerst geringe Lese- und Schreibkenntnisse. Die wenigsten gehen offen damit um. Sie befürchten, als dumm angesehen zu werden, wenn andere von ihren Schwierigkeiten erfahren.

Hannas Sehnsucht nach den Geschichten zwischen den Buchdeckeln kann eine Zeit lang durch Michael gestillt werden, der ihr vorliest. Später, im Gefängnis, lernt Hanna dann selbst zu lesen. Für Peter Hubertus, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V., ist das eine wichtige Botschaft des Films: "Als Erwachsener kann man lesen und schreiben lernen, auch wenn der erste Schritt nicht leicht fällt."

In vielen Orten werden Lese-und Schreibkurse durchgeführt, vor allem von den Volkshochschulen. Erste Anlaufstelle für Betroffene oder Vertrauenspersonen ist das ALFATELEFON des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung. Unter der Nummer 02 51 / 53 33 44 bietet der Verband Beratung und Information über Kurse.

Ansprechpartner: Peter Hubertus, Andreas Brinkmann und Timm Helten
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
Fon: +49 (0)2 51.49 09 96-41 bzw. -31
(Wegen Rosenmontag wieder erreichbar ab Dienstag, 24.02.2009) Weitere Informationen zu Ursachen, Hintergründen und Ausmaß von funktionalem Analphabetismus in Deutschland finden Sie unter: www.alphabetisierung.de.


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