"Engagierte Widerstandskämpferin und Mahnerin gegen das Vergessen"
"Anja Lundholm war eine engagierte Widerstandskämpferin und Mahnerin gegen das Vergessen des Holocaust". Mit diesen Worten würdigte Ministerpräsident Roland Koch die am vergangenen Samstag im Alter von 89 Jahren gestorbene Schriftstellerin und Trägerin der Wilhelm-Leuschner-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen.
06.08.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstUdo Corts, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, wies auf die Biographie der Autorin hin: "Anja Lundholm schrieb gegen das Grauen, das sie selbst erlebt hatte." Lund¬holm war durch ihre Bücher über ihre KZ-Zeit bekannt geworden. Die aktive Widerstandskämpferin war 1944 ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück deportiert worden. Ihr (Über)Leben dort und während der Nazizeit verarbeitete sie in autobiografisch gefärbten Romanen wie "Morgen-Grauen" oder "Das Höllentor".
Die Autorin erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen: 1998 wurde sie in Frankfurt für ihr rund 15 Bücher umfassendes Gesamtwerk mit der Goethe-Plakette geehrt. Im selben Jahr erhielt sie auch die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen. Mit der vom Ministerpräsidenten verliehenen Leuschner-Medaille werden Personen ausgezeichnet, die sich im Geiste Wilhelm Leuschners, Hessischer Innenminister während der Zeit der Weimarer Republik, hervorragende Verdienste um die demokratische Gesellschaft und ihre Einrichtungen erworben haben.
Die aus einem großbürgerlichen Haus stammende Anja Lundholm war 1918 geboren worden. Die Mutter stammte aus einer jüdischen Bankiersfamilie. Der Vater, ein Apotheker und als SS-Mitglied überzeugter Nazi, trieb seine Frau 1938 in den Selbstmord. Nach einem Musik- und Schauspielstudium in Berlin floh Lundholm 1941 mit einem gefälschten Pass nach Italien. In Rom wurde sie als Mitglied einer Widerstandsgruppe verhaftet und nach Ravensbrück deportiert. Nach dem Krieg und einer gescheiterten Ehe mit einem schwedischen Kaufmann hatte sie sich 1953 in Frankfurt nieder gelassen.
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