Ergebnisse der Sommersitzungen des Wissenschaftsrates in Berlin

In der Schulbuchforschung genießt das 1975 gegründete Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig national wie international hohe Wertschätzung. Das Institut verbindet erfolgreich anwendungsorientierte Forschung mit qualitativ hochwertigen Transfer- und Serviceleistungen. Da die Aufgaben und Leistungen des GEI überregional bedeutsam sind und an ihnen ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse besteht, hat der Wissenschaftsrat empfohlen, das GEI als eine wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen.

10.07.2009 Pressemeldung Wissenschaftsrat

Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, das dem Bundesminister der Verteidigung untersteht und zu den wehrmedizinischen Einrichtungen der Bundesressortforschung gehört, leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Flugsicherheit in der militärischen Luftfahrt. Seine in hohem Maße anwendungsorientierte und auf den Bedarf der Bundeswehr zugeschnittene Forschung ist von guter bis sehr guter Qualität, seine wissenschaftsbasierten Dienstleistungen werden als sehr gut bis teilweise ausgezeichnet bewertet.

Das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, dem eine wichtige Funktion im gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung zukommt, wurde zuletzt im Jahre 2005 durch den Wissenschaftsrat evaluiert. In einer jetzt in Berlin verabschiedeten Stellungnahme zur Umsetzung dieser Empfehlungen bestätigt der Wissenschaftsrat die große gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Expertise des RKI auf dem hochrelevanten Feld der Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten.

Die zum Teil einzigartigen wissenschaftlichen zoologischen Sammlungen im Zoologischen Museum Hamburg (ZMH) bilden für die nationale und die internationale Forschung Referenzsammlungen und eine überaus wertvolle Forschungsinfrastruktur. Die Leistungen des ZHM in der Bewahrung, Erweiterung, Dokumentation und Beforschung der wissenschaftlich sehr wertvollen Sammlungsbestände sind überwiegend sehr gut.

Im Rahmen seiner Zuständigkeit für die institutionelle Akkreditierung hat der Wissenschaftsrat Kriterien verabschiedet, nach denen künftig die Vergabe des Promotionsrechts an nichtstaatliche Hochschulen erfolgen soll. Darüber hinaus hat er sich mit vier Akkreditierungsverfahren beschäftigt, die bis auf einen Fall positiv entschieden wurden. Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

Die aus der 2002 gegründeten OTA Hochschule hervorgegangene SRH Hochschule Berlin gehört seit 2007 zu dem überregionalen Netzwerk privater Hochschulen der in Heidelberg ansässigen SRH Holding. Es gelingt der SRH Hochschule Berlin in angemessener Art und Weise, ihre Absolventen und Absolventinnen auf Aufgaben im nationalen und internationalen Management wie in der Unternehmenskommunikation vorzubereiten. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die SRH Hochschule Heidelberg hat sich in den 40 Jahren ihres Bestehens fest in der privaten Hochschullandschaft etabliert. Ihr Ziel ist es, Studierende in einem integrativen Studienmodell praxisnah auszubilden und für Führungspositionen zu qualifizieren. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule, die im Jahr 2003 erstakkreditiert wurde, mit einer Auflage für zunächst fünf Jahre reakkrediert. Kann die Hochschule innerhalb von drei Jahren die Erfüllung der Auflage nachweisen, verlängert sich die Reakkreditierung ohne erneute Begutachtung um weitere fünf auf zehn Jahre.

Die 1998 gegründete, betriebswirtschaftlich ausgerichtete Internationale Fachhochschule Bad Honnef Bonn (IFH) mit Schwerpunkt im Bereich Hotellerie und Tourismus ist nachhaltig etabliert und hat sich einen guten Ruf in branchenspezifischen Wirtschaftsunternehmen wie auch in fachlich verwandten Hochschulen erarbeitet. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule auflagenfrei institutionell akkreditiert. Er hält es für ausreichend, die Hochschule nach zehn Jahren zu reakkreditieren.

Das Baltic College strebt an, künftigen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung eine praxisorientierte Ausbildung zu vermitteln. Die Prüfung des Wissenschaftsrates hat ergeben, dass das Baltic College aufgrund zahlreicher Defizite und Probleme insbesondere in den Bereichen Personal, Ausstattung und Finanzierung den wissenschaftlichen Maßstäben einer Fachhochschule nicht entspricht. Der Wissenschaftsrat hat deshalb eine institutionelle Akkreditierung abgelehnt.

Das 2006 in Kraft getretene neue Hochschulmedizingesetz des Landes Sachsen-Anhalt hat die erhofften positiven Wirkungen entfaltet. Zu diesem Ergebnis gelangt der Wissenschaftsrat nach einem Besuch der beiden universitätsmedizinischen Standorte des Landes in Magdeburg und Halle. Trotz identischer gesetzlicher Rahmenbedingungen haben sich die Standorte in Magdeburg und Halle in den vergangenen Jahren jedoch sehr unterschiedlich entwickelt: Während es der Universität Magdeburg gelungen ist, ihre Forschungsschwerpunkte erfolgreich weiterzuentwickeln, sieht der Wissenschaftsrat für die Medizinische Fakultät der Universität Halle-Wittenberg und das Universitätsklinikum Halle (Saale) noch Verbesserungsbedarf in den Bereichen Forschung und Lehre.

Hinweis: Die Empfehlungen und Stellungnahmen werden im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


15/09

Beitrag des Georg-Eckert-Instituts zur internationalen Verständigung von gesamtstaatlicher Bedeutung

In der Schulbuchforschung genießt das 1975 gegründete Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) in Braunschweig heute national wie international hohe Wertschätzung. Das Institut verbindet erfolgreich anwendungsorientierte Forschung mit qualitativ hochwertigen Transfer- und Serviceleistungen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die traditionsreiche Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, die international Modellcharakter besitzt. Die renommierte Forschungsbibliothek des GEI umfasst einen einzigartigen Bestand an Primär- und Sekundärliteratur. Da die Aufgaben und Leistungen des GEI überregional bedeutsam sind und an ihnen ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse besteht, hat der Wissenschaftsrat empfohlen, das GEI als eine wissenschaftliche Infrastruktureinrichtung in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern aufzunehmen.

Das Institut ist vor über dreißig Jahren gegründet worden, um die internationale Verständigung und Versöhnung durch ausgewogene Schulbuchdarstellungen zu fördern und wissenschaftlich zu fundieren. "Das Ziel, eine politische Kultur zu fördern, die auf gegenseitigem Respekt beruht, wird auch in Zukunft relevant und aktuell bleiben. Das Georg-Eckert-Institut leistet mit den ihm übertragenen Aufgaben einen wertvollen und unverzichtbaren Beitrag zur Förderung der internationalen Verständigung", betonte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider.

Hinweis: Die "Stellungnahme zum Antrag auf Aufnahme des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI), Braunschweig, in die gemeinsame Förderung durch Bund und Länder nach der Ausführungsvereinbarung WGL" (Drs. 9272-09) wird im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


16/09

Flugmedizinische Forschung und Entwicklung in der Bundeswehr

muss intensiviert werden

Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, das dem Bundesminister der Verteidigung untersteht, leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Flugsicherheit in der militärischen Luftfahrt. Seine in hohem Maße anwendungsorientierte und auf den Bedarf der Bundeswehr zugeschnittene Forschung ist von guter bis sehr guter Qualität, seine wissenschaftsbasierten Dienstleistungen werden als sehr gut bis teilweise ausgezeichnet bewertet. Zu diesem Ergebnis gelangt der Wissenschaftsrat in seiner Stellungnahme zu dieser wehrmedizinischen Einrichtung der Bundesressortforschung.

Aus der hohen Beanspruchung der Soldatinnen und Soldaten durch immer komplexere Ausrüstungs-, Flug- und Waffensysteme und durch zunehmende Auslandseinsätze in Krisengebieten resultiert ein hoher Bedarf an Forschung und Entwicklung. Diesen sieht der Wissenschaftsrat nicht in erforderlichem Umfang gedeckt. "Das Institut erbringt zwar qualitativ hochwertige Forschungsleistungen, gemessen am Bedarf ist der Umfang der Forschungstätigkeit im Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe allerdings zu gering", erläuterte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. Um die Forschungstätigkeit des Instituts insgesamt zu intensivieren, sind die Rahmenbedingungen für die Forschung nachhaltig zu verbessern und die Kooperationen mit zivilen Forschungseinrichtungen auszubauen.

Hinweis: Die "Stellungnahme zum Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe (FlMedInstLw), Fürstenfeldbruck" (Drs. 9271-09)wird im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


17/09

Robert Koch-Institut vor neuen Herausforderungen

Das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, dem eine wichtige Funktion im gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung zukommt, wurde zuletzt im Jahre 2005 durch den Wissenschaftsrat evaluiert. In einer jetzt in Berlin verabschiedeten Stellungnahme zur Umsetzung dieser Empfehlungen bestätigt der Wissenschaftsrat die große gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Expertise des RKI auf dem hochrelevanten Feld der Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten. Er nimmt zur Kenntnis, dass das RKI nach dem Willen der Bundesregierung zu einem nationalen Public Health Institut ausgebaut werden soll und dass die damit verbundene Umstrukturierung auf der Basis eines von nationalen und internationalen Expertinnen und Experten entwickelten Konzeptes bereits begonnen hat. Zu bedenken gibt er in diesem Kontext, dass Arbeitsweise und Ausstattung des Instituts dem erweiterten Aufgabenspektrum angemessen sein müssen. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, weist deshalb darauf hin: "Ob das Konzept, das derzeit umgesetzt wird, auch tragfähig und sinnvoll ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt aus der Ferne nicht beurteilen." Daher wird empfohlen, das RKI in drei bis vier Jahren einer erneuten Überprüfung seiner Leistungsfähigkeit zu unterziehen.

Hinweis: Die "Stellungnahme zur Umsetzung der Empfehlungen aus der zurückliegenden Evaluation des Robert Koch-Instituts (RKI)" (Drs. 9274-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.


18/09

Wissenschaftliche zoologische Sammlungen an der Universität Hamburg von internationalem Rang

Aufgrund seiner zum Teil einzigartigen Sammlungen und seiner Leistungen im Bereich der sammlungsbezogenen Forschung genießt das Zoologische Museum Hamburg (ZMH) zu Recht hohes nationales und internationales wissenschaftliches Renommee. Seine Leistungen in der Bewahrung, Erweiterung, Dokumentation und Beforschung der wissenschaftlich sehr wertvollen Sammlungsbestände sind überwiegend sehr gut. "Die Universität Hamburg verfügt mit den wissenschaftlichen Sammlungen des Zoologischen Museums über einen großartigen Schatz. Die Sammlungen bilden für die nationale und die internationale Forschung Referenzsammlungen und eine überaus wertvolle Forschungsinfrastruktur." Mit diesen Worten fasste der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, die während der Juli-Sitzungen des Wissenschaftsrates in Berlin verabschiedete entsprechende Stellungnahme zusammen.

Zustimmung fand auch die institutionelle Anbindung der Sammlungen an die Universität Hamburg. Die Nähe zur Universität ermöglicht nicht nur die stetige Einbindung der Sammlungen in die sammlungsbezogene Forschung, sondern ebenso in die Lehre. Die Universität Hamburg verfügt mit dem größten zoologischen Forschungsmuseum in Trägerschaft einer Universität über beste Voraussetzungen für erstklassige Forschung im Feld der Biodiversität und für die fundierte taxonomische Ausbildung der Studierenden der Biologie.

"Allerdings", fügt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates hinzu, "erfordert der Verbleib der Sammlungen im ZMH eine signifikante Verbesserung der derzeitigen Ausstattung. Für den Erhalt und den sachgerechten Ausbau der Sammlungen ist es erforderlich, die Sammlungen in neue Räume zu verlagern und die Mittel für eine fachgerechte Betreuung der Sammlungen maßgeblich zu verbessern. Wir sind uns bewusst, dass diese Situation für das Land Hamburg und die Universität Hamburg eine große Herausforderung ist."

Hinweis: Die "Stellungnahme zu den wissenschaftlichen zoologischen Sammlungen im Zoologischen Museum Hamburg (ZMH), Hamburg" (Drs. 9273-09) wird im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


19/09

Drei Hochschulen vom Wissenschaftsrat akkreditiert

Auf seinen Sommersitzungen hat sich der Wissenschaftsrat mit vier Akkreditierungsverfahren beschäftigt, die bis auf einen Fall positiv entschieden wurden. Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

Die aus der 2002 gegründeten OTA Hochschule hervorgegangene SRH Hochschule Berlin gehört seit 2007 zu dem überregionalen Netzwerk privater Hochschulen der in Heidelberg ansässigen SRH Holding. Es gelingt der SRH Hochschule Berlin in angemessener Art und Weise, ihre Absolventen und Absolventinnen auf Aufgaben im nationalen und internationalen Management wie in der Unternehmenskommunikation vorzubereiten. Die Hochschule betont, dass viele ihrer Studierenden aus verschiedenen kulturellen Kontexten stammen oder einen Migrationshintergrund aufweisen. Bislang bietet sie zwei akkreditierte 6-semestrige Bachelorstudiengänge ("Wirtschaft – Business Administration", "Informations- und Kommunikationsmanagement") an sowie einen ebenfalls akkreditierten 4-semestrigen Masterstudiengang ("International Strategic Management"). Mittelfristig ist geplant, das Lehrangebot und die Forschungsaktivitäten auszubauen. "Für die weitere Entwicklung der Hochschule ist es dringend notwendig, die Forschungsaktivitäten zu bündeln und die geplanten neuen Studiengänge konzeptionell weiterzuentwickeln", so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule institutionell akkreditiert. Er hält eine Reakkreditierung nach fünf Jahren für notwendig.

Die bereits 1969 gegründete und ebenfalls zur SRH Holding gehörige SRH Hochschule Heidelberg ist eine der ältesten privaten Hochschulen Deutschlands. Ihr Ziel ist es, Studierende mit und ohne Behinderungen in einem integrativen Studienmodell praxisnah auszubilden und für Führungspositionen zu qualifizieren. Derzeit studieren rund 1.600 Studierende in 29 Studiengängen an der SRH Hochschule Heidelberg, die neben stark nachgefragten Fächern wie Betriebswirtschaftslehre auch Fächer wie zum Beispiel Musiktherapie anbietet. "Die SRH Hochschule Heidelberg hat sich in den 40 Jahren ihres Bestehens fest in der privaten Hochschullandschaft etabliert. Um ihr breites Studienangebot auch im Bereich der Master-Studiengänge weiter fundieren zu können, sollte sie hochschulübergreifende Forschungsschwerpunkte entwickeln und die Forschungstätigkeiten ihrer Fakultäten stärker vernetzen", erläutert der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule, die im Jahr 2003 erstakkreditiert wurde, mit einer Auflage für zunächst fünf Jahre reakkrediert. Kann die Hochschule innerhalb von drei Jahren die Erfüllung der Auflage nachweisen, verlängert sich die Reakkreditierung ohne erneute Begutachtung um weitere fünf auf zehn Jahre.

Die 1998 gegründete, betriebswirtschaftlich ausgerichtete Internationale Fachhochschule Bad Honnef Bonn (IFH) mit Schwerpunkt im Bereich Hotellerie und Tourismus ist nachhaltig etabliert und hat sich einen guten Ruf in branchenspezifischen Wirtschaftsunternehmen wie auch in fachlich verwandten Hochschulen erarbeitet. Sie bietet fast ausschließlich englischsprachige Studiengänge an und überzeugt durch ein stringentes Leitbild, ein klares Profil, eine gute Sachausstattung sowie zwei gemeinsam mit ausländischen Partnerhochschulen getragene Doppelabschlussprogramme. In jüngerer Zeit arbeitet sie an einer fachlichen und geografischen Verbreiterung. "Will die IFH ihren Anspruch auf ein internationales Kompetenzzentrum für den Dienstleistungssektor in Forschung und Lehre auf ganzer Linie erfüllen, sollte sie sicherstellen, dass die fachlich bislang diversen Forschungsaktivitäten zukünftig von einer schlüssigen Forschungsstrategie wie auch von Forschungskooperationen getragen werden", stellt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, fest. Der Wissenschaftsrat hat die Hochschule auflagenfrei institutionell akkreditiert. Er hält es für ausreichend, die Hochschule nach zehn Jahren zu reakkreditieren.

Das 2001 gegründete Baltic College, Güstrow, mit zusätzlichen Standorten in Schwerin, Rostock und Potsdam, verfolgt das Ziel, zukünftigen Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung eine praxisorientierte Ausbildung zu vermitteln. In den drei akkreditierten 6-semestrigen Bachelorstudiengängen ("Unternehmensmanagement", "Management im Gesundheitstourismus", "Hotel- und Tourismusmanagement") werden auch Lehrstoffe angeboten, die auf einen IHK-Berufsabschluss anteilig angerechnet werden können. Die Prüfung des Wissenschaftsrates hat ergeben, dass das Baltic College aufgrund zahlreicher Defizite und Probleme insbesondere in den Bereichen Personal, Ausstattung und Finanzierung den wissenschaftlichen Maßstäben einer Fachhochschule nicht entspricht. Der Wissenschaftsrat hat deshalb eine institutionelle Akkreditierung abgelehnt.

Hinweis: Die Stellungnahmen zur Akkreditierung der Hochschulen SRH Hochschule Heidelberg (Drs. 9277-09), SRH Hochschule Berlin (Drs. 9281-09), IFH Bad Honnef · Bonn (Drs. 9268-09), Baltic College, Güstrow (Drs. 9270-09) werden im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


20/09

Zur Vergabe des Promotionsrechts an nichtstaatliche Hochschulen

Im Rahmen seiner Zuständigkeit für die institutionelle Akkreditierung hat der Wissenschaftsrat Kriterien verabschiedet, nach denen künftig die Vergabe des Promotionsrechts an nichtstaatliche Hochschulen erfolgen soll. Die jetzt verabschiedeten Empfehlungen beschränken sich ausdrücklich nur auf diesen Sektor des Hochschulwesens. Wichtigstes Kriterium ist demnach ein hinreichender Beitrag zur Weiterentwicklung des Wissens durch Forschung. Das setzt zum einen strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen voraus, welche adäquate Forschungsleistungen überhaupt erst ermöglichen. Zum anderen wird erwartet, dass eine Hochschule entsprechende Forschungsleistungen bereits erbracht hat. Eine Verleihung des Promotionsrechts schon im Zuge der Hochschulgründung kommt deshalb in aller Regel nicht in Frage. Vielmehr sollte das Promotionsrecht frühestens nach fünfjährigem Betrieb auf Basis einer vom Wissenschaftsrat durchgeführten Akkreditierung vergeben werden. Für die Aufbauphase wird die institutionelle Kooperation mit bereits promotionsberechtigten Hochschulen empfohlen. Die Übertragung des Promotionsrechts an Hochschulen setzt im Grundsatz mehrere Fächer sowie grundständige Studiengänge voraus.

"Der Wissenschaftsrat begrüßt ausdrücklich, dass sich in jüngerer Zeit verstärkt private Träger der anspruchsvollen Aufgabe gestellt haben, forschungsorientierte Hochschulen zu gründen und zu finanzieren", so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. "Es ist ein nachvollziehbares Anliegen, dass diese Einrichtungen ein eigenständiges Promotionsrecht anstreben. Dafür wollen wir einen Weg aufzeigen." Auf der anderen Seite, so Strohschneider weiter, sei es im Interesse des gesamten Wissenschaftssystems unerlässlich, strenge Qualitätsmaßstäbe an die Vergabe des Promotionsrechts anzulegen.

Hinweis: Die "Empfehlungen zur Vergabe des Promotionsrechts an nichtstaatliche Hochschulen" (Drs. 9279-09) werden im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


21/09

Begutachtung der Universitätsmedizin in Sachsen-Anhalt

Das 2006 in Kraft getretene neue Hochschulmedizingesetz des Landes Sachsen-Anhalt hat die erhofften positiven Wirkungen entfaltet. Zu diesem Ergebnis gelangt der Wissenschaftsrat nach einem Besuch der beiden universitätsmedizinischen Standorte des Landes in Magdeburg und Halle. Die bereits im Jahr 2005 verselbstständigten Universitätsklinika waren durch dieses Gesetz über ein Kooperationsmodell mit den Medizinischen Fakultäten der Universitäten verbunden worden. "Die Medizinischen Fakultäten haben durch das Gesetz und die damit verbundene Reform ihrer Leitungsstrukturen deutlich an Entscheidungsstärke gewonnen", betont der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider. Das vom Land gewählte Kooperationsmodell wird aufgrund verschränkter Leitungsstrukturen den speziellen Anforderungen der Universitätsmedizin in ausreichendem Maß gerecht. Es bietet den Medizinischen Fakultäten Instrumente zur Stärkung von Forschung und Lehre und den Hochschulklinika genügenden Freiraum für die weitere Entwicklung der Krankenversorgung in einem stark wettbewerblich geprägten Umfeld.

Bewährt haben sich auch die Einrichtung der Gemeinsamen Kommission, welche die Strukturbildung beider Medizinstandorte koordiniert, sowie die Zielvereinbarungen, die das Land mit den Medizinfakultäten abgeschlossen hat. Kritisch bewertet wird dagegen die Vorgabe des Landes, den Stellenrahmen auf 60 Professuren pro Standort zu beschränken, die für eine positive Weiterentwicklung der Fakultäten hinderlich ist.

Trotz identischer gesetzlicher Rahmenbedingungen haben sich die Standorte in Magdeburg und Halle in den vergangenen Jahren sehr unterschiedlich entwickelt: Der Universität Magdeburg ist es gelungen, mehrere herausragende Forscherpersönlichkeiten an die Medizinische Fakultät zu berufen, die die beiden Forschungsschwerpunkte "Neurowissenschaften" und "Immunologie einschließlich molekulare Medizin der Entzündung" erfolgreich ausgebaut haben. Von der Qualität der Lehre hat der Wissenschaftsrat einen insgesamt positiven Eindruck gewonnen. Ebenso wurden der Ausbaustand und die weiteren Ausbauplanungen auf dem Campus der Universitätsmedizin als gut bewertet.

Für die Medizinische Fakultät der Universität Halle-Wittenberg und das Universitätsklinikum Halle (Saale) sieht der Wissenschaftsrat dagegen noch großen Verbesserungsbedarf in den Bereichen Forschung und Lehre. So ist es der Universitätsmedizin in Halle bislang noch nicht gelungen, ein klares wissenschaftliches Profil zu erarbeiten und dieses national sichtbar zu machen. Auch die Situation in der Lehre muss verbessert werden. Der Wissenschaftsrat empfiehlt dem Land Sachsen-Anhalt für eine zeitlich begrenzte Dauer die Einsetzung einer externen Expertenkommission, um den universitätsmedizinischen Standort Halle bei seiner weiteren Entwicklung zu begleiten. Darüber hinaus wird dem Land empfohlen, nach dem Restrukturierungsprozess in vier Jahren eine erneute Begutachtung der Universitätsmedizin am Standort Halle durchzuführen.

Hinweis: Die "Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg" (Drs. 9282-09) und die "Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle" (Drs. 9283-09) werden im Netz als Volltext www.wissenschaftsrat.de veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.


Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.

Ansprechpartnerin: Dr. Christiane Kling-Mathey, Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates, Brohler Straße 11, 50968 Köln, Telefon: 0221/3776 - 243, Telefax: 0221/38 84 40, E-Mail: kling-mathey@wissenschaftsrat.de

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Wissenschaftsrat

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