"Exzellente Grundlage für die weitere Zusammenarbeit"

In einer Kooperationsvereinbarung dokumentieren das Land Hessen und die Stadt Kassel ihr Einvernehmen auf dem gemeinsamen Weg zur Neugestaltung der Kasseler Museumslandschaft und zur Weiterentwicklung Kassels zu einem international beachteten Kulturstandort. Die Abmachung, der die Landesregierung zugestimmt hat und die noch von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung gebilligt werden muss, dient der kooperativen und zügigen Umsetzung dieses Projekts. Die "Kooperationsvereinbarung Kultur" soll am 19. Dezember vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, und von Oberbürgermeister Bertram Hilgen in Kassel unterzeichnet werden.

21.11.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Staatsminister Corts bezeichnete den Vertrag heute in Wiesbaden als eine "exzellente Grundlage für die weitere, erfolgreiche Zusammenarbeit". Oberbürgermeister Hilgen zeigte sich zufrieden über das Zustandekommen der Vereinbarung. Damit bekenne sich das Land Hessen ausdrücklich zu Kassel und übernehme gemeinsam mit der Stadt die Verantwortung für die kulturellen Leuchttürme der Nordhessen-Metropole. Kassels Kulturdezernent Bürgermeister Thomas-Erik Junge erklärte, die Vereinbarung sei eine gute Grundlage, den Museumsstandort Kassel weiterzuentwickeln.

Gegenstand der Vereinbarung sind unter anderem die Museumslandschaft Kassel, das Vorhaben, die Landgräflichen Gärten in und um Kassel für die UNESCO Welterbe-Liste anzumelden, die documenta und das Erbe der Brüder Grimm.

In Bezug auf die Museumslandschaft, für deren Neugestaltung das Land rund 200 Millionen Euro und die Stadt rund 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen, ist beispielsweise vereinbart, dass die Stadt zur Neuordnung der Verkehrsführung im Bergpark Wilhelmshöhe unter Berücksichtigung der Welterbeanmeldung der Landgräflichen Gärten ein Gesamtverkehrsgutachten erstellt. Dabei wird sie sich unbeschadet ihrer kommunalen Zuständigkeit um Einvernehmen mit dem Land bemühen und an dem Gutachten zur Verkehrserschließung des Bergparks orientieren. Das Land zeichnet in diesem Fall für die innere Erschließung des Bergparks auf der Basis des Verkehrskonzepts verantwortlich.

Zum Umbau der Tulpenallee wird die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Land einen städtebaulichen Wettbewerb auf Grundlage des Gesamtverkehrskonzepts sowie nach gartendenkmalpflegerischen Vorgaben ausloben. Das Land erstellt in Abstimmung mit der Stadt eine bauliche Rahmenplanung für das Schlossplateau.

Bei der Anmeldung der Landgräflichen Gärten in und um Kassel als UNESCO-Welterbe wollen Stadt und Land einvernehmlich etwa städtebauliche und verkehrsplanerische Vorhaben umfassend auf ihre Welterbe-Verträglichkeit hin prüfen und gegebenenfalls anpassen. Zu der Anmeldung gehören vor allem auch die festgelegten und nach Maßgabe der UNESCO weiter zu entwickelnden so genannten Kern- und Pufferzonen des Welterbes.

In einem Haus der documenta-Geschichte sollen ausstellungsbegleitende Aktivitäten zusammengeführt und mit bestehenden Institutionen vernetzt werden. Die materielle Grundlage bildet das documenta-Archiv mit seinen Beständen aus den vergangenen Ausstellungen. Geprüft werden soll eine gemeinsam getragene räumliche und organisatorische Realisierung eines auch erlebnisorientierten Dokumentationszentrums in der Trägerschaft der documenta GmbH in Kassel.

Im gemeinsamen Interesse von Stadt und Land ist die Aufwertung des Erbes der Brüder Grimm. Die aus Hessen stammenden Brüder zählen zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Kulturgeschichte. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wollen Land und Stadt den Ausbau des Brüder Grimm-Museums zu einer zeitgemäßen Ausstellungs-, Forschungs- und Archivstätte genauso fördern wie etwa die Rekonstruktion einer Grimm´schen Wohnung an der Torwache und die Gründung einer zunächst virtuellen Grimm-Akademie als Plattform internationaler Forschungs- und Publikationsaktivitäten.


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