Filmzentrum mit (inter)nationaler Strahlkraft

Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung baut mit Unterstützung der Hessischen Landesregierung und der Landeshauptstadt Wiesbaden ein Filmhaus in Wiesbaden. Das haben der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, der Wiesbadener Bürgermeister und Stadtkämmerer Dr. Helmut Müller und der Vorstandsvorsitzende der Murnau-Stiftung, Friedemann Beyer, heute bekanntgegeben. Minister Corts begrüßte die Entscheidung der Murnau-Stiftung: "Damit wird ein Zentrum der Filmkultur mit nationaler und internationaler Ausstrahlung etabliert, das dem Filmstandort Hessen zusätzliche Strahlkraft verleihen wird." Das Land werde das Projekt deshalb mit insgesamt 1,7 Millionen Euro aus dem Kulturinvestitionsprogramm fördern.

19.12.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"Wir freuen uns, dass Dank des Engagements von Staatsminister Corts und Bürgermeister Dr. Müller die Voraussetzungen für ein filmkulturelles Zentrum von nationaler Bedeutung geschaffen werden, das den Medienstandort Hessen stärkt und an die gute Tradition der Filmstadt Wiesbaden anknüpft", sagte Beyer bei der Pressekonferenz im Ministerium unter Hinweis auf den entsprechenden Beschluss des Kuratoriums vom 28. November 2006. Die Landeshauptstadt stellt nach den Worten des Bürgermeisters das Grundstück für den Neubau zu günstigen Konditionen zur Verfügung: "Der Neubau soll in zentraler Lage, unweit des Wiesbadener Hauptbahnhofs entstehen und wird künftig neben der Murnau-Stiftung den wichtigsten, seit Jahrzehnten in der Hessischen Landeshauptstadt ansässigen Institutionen des deutschen Films ein gemeinsames Dach geben."

Der Baubeginn des auf insgesamt 6,7 Millionen Euro veranschlagten Projekts ist für Sommer 2007 vorgesehen. Helmut Poßmann, Finanzvorstand der Murnau-Stiftung und Geschäftsführer der SPIO (Spitzenorganisation der Filmwirtschaft), wies auf den Beschluss der SPIO-Mitgliederversammlung vom 13.Dezember 2006 hin, sich an dem Projekt zu beteiligen, indem sie das Grundstück erwirbt. "Dadurch wird auch die enge Verzahnung zwischen Filmwirtschaft und Murnau-Stiftung unterstrichen."

Neben der Murnau-Stiftung als eine der führenden Institutionen zur Bewahrung, Erhaltung und Pflege des deutschen Filmerbes werden weitere renommierte Einrichtungen wie die SPIO, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) und das Deutsche Filminstitut (DIF) in das neue Gebäude ziehen. Das bisher in Köln ansässige Institut für Kino und Filmkultur (IKF), das Ingelheimer Filmbearbeitungs-Unternehmen OMNIMAGO und Transit Film München, Vertriebspartner der Murnau-Stiftung, werden eigene Büros in dem auf 3.800 Quadratmeter großen Neubau-Komplex eröffnen.

Kernstück des Hauses wird ein Kino mit 100 Plätzen sein, das tagsüber für Prüfvorführungen der FSK und FBW genutzt wird. Abends und an Wochenenden sind hier öffentliche Vorführungen möglich, etwa von besonderen Filmwerken aus den umfangreichen Beständen der Murnau-Stiftung, zu denen Filmklassiker wie "Die Nibelungen", "Metropolis" – der als erster Film die Anerkennung als UNESCO-Weltdokumentenerbe erhielt – oder "Der blaue Engel" zählen.

Das Engagement der Murnau-Stiftung und der Partnerinstitutionen am Standort Wiesbaden und im Land Hessen werteten Minister Corts und Bürgermeister Dr. Müller als klares Signal. "Die Entscheidung der Murnau-Stiftung für Wiesbaden wirkt dem Trend entgegen, immer mehr kulturelle Einrichtungen und Verbände in die Bundeshauptstadt Berlin zu verlagern. Sie bedeutet somit auch eine Stärkung der föderalen Strukturen und besonders der Filmkultur in Deutschland."


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