Gründerzeitvilla weitgehend in Originalzustand versetzt

Staatsministerin Silke Lautenschläger, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, hat heute in Dieburg gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, die Gewinner des Hessischen Denkmalschutzpreises 2008 ausgezeichnet.

18.07.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Der von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftete und mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Durch die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 23. Mal vergeben wurde, sollen Vorbilder für denkmalpflegerische Methodik und Freiwilligkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Einen mit 4.000 Euro dotierten zweiten Preis erhielt das Ehepaar Christina und Johannes Djukic aus Kassel, das die gründerzeitliche Henkelsche Villa durch eine höchst qualitätvolle Ausstattung wieder weitgehend in den Originalzustand versetzte.

Das Ehepaar Djukic erwarb die Villa 1992 von den Erben und ließ sie vor allem im Inneren mit großer Liebe zum Detail äußerst anspruchsvoll sanieren. Unter den Tapeten kamen prächtige Wandmalereien, im Speisezimmer eine Lederimitat-Prägetapete zum Vorschein. Türen und Wandvertäfelungen mit ihren Brandzeichnungen erhielten durch eine sehr sorgfältig durchgeführte Freilegung und Reinigung ihr ursprüngliches Aussehen.

Die Wiederherstellung der höchst qualitätvollen Ausstattung aus der Gründerzeit, so die Jury, mache die Villa zu einem herausragenden Beispiel für eine gelungene Sanierung eines denkmalgeschützten Bauwerks.

Die Kasseler Villa war 1890 von dem Unternehmer Gustav Henkel als Teil der Villenkolonie Mulang im Stil der italienischen Renaissance errichtet worden. Im 2. Weltkrieg erlitt das Gebäude nur geringfügige Beschädigungen. Im Zuge der Aufteilung der Villa in mehrere Wohnungen nach dem Krieg wurde die gründerzeitliche Ausstattung zum Glück nicht zerstört, so dass sie − unter Tapeten und Anstrichen verborgen − bis heute überdauern konnte.

Mit einem weiteren, mit 4.000 Euro dotierten zweiten Preis wurden Beate und Gunthram Schenk zu Schweinsberg aus Fronhausen ausgezeichnet. Das Ehepaar Schenk zu Schweinsberg hat Herrenhaus und Kavaliersbau eines ererbten Fronhofs in Fronhausen behutsam und unter größtmöglicher Wahrung originaler Bausubstanz saniert und damit ein prägendes Kulturdenkmal im Ortszentrum für die Zukunft bewahrt. Hauptpreisträger 2008 sind Birgitta und Caspar Söling, die für die vorbildliche Sanierung eines Bürgerhauses in Johannisberg den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhalten. Volker Hohmann aus Offenbach zeichnete die Jury mit einem mit 2.000 Euro dotierten dritten Preis für die Restaurierung des ´Lili-Tempels´ in Offenbach aus. Weitere fünf Preisträger werden für ihre außerordentlichen Verdienste mit Urkunden geehrt – siehe Übersicht der Preisträger auf der folgenden Seite.

Das Land Hessen fördert private, kommunale und kirchliche Eigentümer bei der Restaurierung ihrer Kulturdenkmäler in diesem Jahr aus Lottomitteln mit rund 9,2 Millionen Euro, die im Etat des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen veranschlagt sind.

Preisträger • Hessischer Denkmalschutzpreis 2008

Urkunde und Geldpreis

  • Birgitta und Caspar Söling
    Pfarrer-Neuroth-Straße 1 • 65366 Johannisberg
    5.000,- Euro
    für die vorbildliche Sanierung eines Bürgerhauses in Johannisberg

  • Christina und Johannes Djukic
    Kurhausstraße 7 • 34131 Kassel
    4.000,- Euro
    für die vorbildliche Sanierung der Henkelschen Villa in Kassel

  • Beate und Gunthram Schenk zu Schweinsberg
    Rathausstraße 7 • 35112 Fronhausen
    4.000,- Euro
    für die vorbildliche Sanierung von Herrenhaus und Kavaliersbau in Fronhausen

  • Volker Hohmann
    Herrnstr. 100 • 63065 Offenbach
    2.000,- Euro
    für die vorbildliche Sanierung des Lilli-Tempels in Offenbach

Anerkennung und Urkunde

  • Stadt Dieburg
    Markt 4 • 64807 Dieburg
    für die vorbildliche Sanierung von Schloss Fechenbach

  • Kreisausschuss des Main-Taunus-Kreises
    Am Kreishaus 1 • 65719 Hofheim
    für die vorbildliche Sanierung der Grundschule Hofheim-Marxheim

  • Bauherrengemeinschaft Sandberghof
    Sandbergstraße 4 • 64289 Darmstadt
    für die gelungene Sanierung und Umnutzung des Sandberghofs in Darmstadt

  • Ernst-Wilhelm Kalden
    Jakob-Spangenberg-Straße 8 • 37269 Eschwege
    für die vorbildliche Sanierung und Umnutzung der Schlagdscheunen in Wanfried

  • Werner Liebchen
    Am Leinritt 2 • 60386 Frankfurt
    für die vorbildliche Sanierung und Umnutzung der Unteren Mühle im Wattertal (Lkr. Waldeck-Frankenberg)

Fotos und nähere Informationen zu den einzelnen ausgezeichneten Projekten finden Sie auf unserer Homepage unter www.hmwk.hessen.de.


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