Schleswig-Holstein

Hören statt Lesen: Bildungsministerium beschenkt Flüchtlingskinder und verzichtet auf Weihnachtskarten

"Das Bildungsministerium wird in diesem Jahr keine Weihnachts- oder Neujahrskarten versenden, sondern von dem eingesparten Geld Flüchtlingskindern eine Freude machen", erklärte heute (16. Dezember) Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara` Wende beim Besuch des Zentrums Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an der Zentralen Gemeinschaftsunterkunft (ZGU) in Neumünster, wo sie Schülerinnen und Schülern drei CD-Recorder zum Sprachlernen übergab.

16.12.2013 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Ich wünsche allen viel Spaß und guten Erfolg beim CD-Hören. Ich weiß, diese Recorder sind ein Wunsch des DaZ-Zentrums, weil sonst die CDs, die vielen Schulbüchern beiliegen, gar nicht abgehört werden können", sagte die Ministerin.

DaZ-Zentren kümmern sich darum, dass es bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund möglichst zu keinen Nachteilen durch mangelnde Deutschkenntnisse in der Schule kommt. In jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt Schleswig-Holsteins gibt es DaZ-Zentren; das sind organisatorische Verbindungen mehrerer Schulen, die schulartübergreifend und in einem jeweils festgelegten Einzugsbereich Deutschkurse für eigene und externe Schülerinnen und Schüler ohne oder mit äußerst geringen Deutschkenntnissen anbietet. Ziel dieser Sprachbildung ist es, dass Kinder und Jugendliche erfolgreich in Schule mitarbeiten können, begabungsgerecht beschult werden und einen Schulabschluss erreichen können, der ihrem individuellen Leistungsvermögen entspricht - und zwar sprach- und herkunftsunabhängig.

In der Gemeinschaftsunterkunft in Neumünster, die dem Innenministerium untersteht, sind Flüchtlinge aus Syrien, Albanien, Serbien, Afghanistan, Armenien, Mazedonien, Iran und aus dem Jemen untergebracht, unter ihnen immer auch zwischen 40 und 60 Schülerinnen und Schüler. In diesem Jahr sind unter diesen jungen Menschen besonders viele Flüchtlinge aus Syrien, die mit dem Verlust beide Eltern oder eines Elternteils während ihrer Flucht besonders harte Schicksale zu meistern haben. "Ich hoffe, dass es für diese Kinder und Jugendlichen heute einen kleinen Moment der Freude gab", betonte Ministerin Wende, die nicht nur die Recorder übergab, sondern sich auch die Einrichtung ansah, persönliche Gespräche führte und sich über die Arbeit des DaZ-Zentrums informierte.


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