Internationale Experten beraten zu Fragen des Welterbes und der Museumslandschaft Kassel

„Ich sehe gute Chancen für Kassels Welterbeanmeldung. Die Bewerbung sollte den Herkules mit dem Bergpark Wilhelmshöhe in den Mittelpunkt stellen. Die Karlsaue und Wilhelmsthal sind aufgrund der achsialen Anbindung wichtige Bestandteile.“ Das sagte Prof. Dr. Michael Petzet, Präsident von ICOMOS International, bei einer Runde von Denkmalpflegern, Mitgliedern von ICOMOS, Stiftungsdirektoren sowie Mitarbeitern des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Stadt Kassel und der Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk). Thema der Diskussion auf der Wilhelmshöhe in Kassel war die Welterbeanmeldung der landgräflichen Gärten in und um Kassel im Kontext baulicher Maßnahmen im Rahmen der Neuordnung der Museumslandschaft Kassel.

17.01.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Das Gremium tagte auf Einladung des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts. „Mein Ziel ist es, eine Vereinbarkeit der Baumaßnahmen mit der Anmeldung zum Welterbe zu gewährleisten und zugleich Planungssicherheit zu schaffen“, sagte der Minister. Er wies darauf hin, dass das Land für die Neuordnung der Museumslandschaft Kassel 200 Millionen Euro investiere.

Zu den 26 Teilnehmern der Runde gehörten unter anderen Prof. Dr. Michael Petzet, Präsident von ICOMOS International; Giulio Marano, Sprecher der Monitoring-Gruppe von ICOMOS; Dr. Eva-Maria Höhle, Generalkonservatorin beim Bundesdenkmalamt Wien; Prof. Dr. Bernhard Furrer, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege in der Schweiz; Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Präsident der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg; Hellmut Seemann, Präsident der Stiftung Weimarer Klassik- und Kunstsammlung; Dr. Dr. Robert de Jong, Mitglied von ICOMOS und IFLA, Dr. Michael Eissenhauer, Direktor der mhk, sowie Prof. Hardy Fischer, Vorsitzender des Vereins Bürger für das Welterbe Kassel. Die Leitung hatte der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, der als Landeskoordinator für die hessischen Welterbestätten die Anmeldung betreibt.

Schwerpunkte der Diskussion waren anstehende Bauprojekte wie die Besucherzentren am Herkules und am östlichen Eingang des Bergparks, der Bereich der Ökonomiegebäude auf dem Schlossplateau einschließlich der Reithalle, der mögliche Neubau einer Großgerätehalle sowie die Planungen zur ganzjährigen Nutzung des Ballhauses. Im Mittelpunkt standen dabei nicht Fragen der architektonischen Gestaltung, sondern ausschließlich mögliche „Baufenster“, das heißt, Bereiche, in denen Bauvorhaben umgesetzt werden können. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich eine intensive Diskussion um den Standort des Besucherzentrums am Herkules. Die Notwendigkeit eines Besucherzentrums wurde nicht in Frage gestellt. Die mehrheitliche Empfehlung der Experten war, den derzeit gewählten Standort an der Hangkante des Herkulesplateaus zu überdenken. „Wir nehmen diese Anregung gerne auf und werden nun in unseren Gremien diskutieren, welche Konsequenzen wir daraus ziehen“, so Prof. Weiß. Gegenstand der Diskussion waren auch die Kern- und Pufferzonen, die die Stadt Kassel im Rahmen einer Selbstverpflichtung bereits 2004 festgelegt hat. Einigkeit herrschte darüber, dass diese im Bereich des Quellwassereinzugsgebietes westlich des Herkules ausgeweitet werden sollten.

Der Workshop ist nach den Worten von Prof. Weiß ein Einstieg in einen „fortwährenden Diskussionsprozess mit Experten“, der sowohl die Schritte zur Neuordnung der Museumslandschaft Kassel als auch die Welterbeanmeldung begleiten soll.


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