Kinderarmut muss als gesamtgesellschaftliches Problem bekämpft werden

Der Bundeselternrat ist bestürzt über die Tatsache, dass Kinderarmut in Deutschland immer noch in seiner Tragweite als gesellschaftliches Problem unterschätzt wird. Alle politischen und gesellschaftlichen Schichten werden aufgefordert, endlich geeignete und schnell greifende Maßnamen einzuleiten, um die Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen.

27.03.2009 Pressemeldung Bundeselternrat

Kinder sind in Deutschland in einem wesentlich höheren Maße von Armut betroffen als Erwachsene. Seit 1990 ist die Kinderarmut mit 2,7 Prozent deutlich stärker gestiegen als in den meisten anderen Industriestaaten. In Zahlen heißt das, das jedes zehnte Kind unter 18 Jahren hierzulande in Armut lebt, das sind mehr als 1,5 Millionen Kinder. Besonders auffällig ist der hohe Anstieg bei Zuwandererfamilien. Bei diesen verdreifachte sich die Armutsrate seit 1990 von fünf auf fünfzehn Prozent. Auch die Kinder Alleinerziehender sind in hohem Maße betroffen. Auf Paare mit ein bis zwei Kindern dagegen trifft dies nur bei etwa drei Prozent zu. Seit 1990 ist Deutschland im Vergleich von 24 OECD-Staaten auf den 18. Platz abgerutscht. Dies ist ein alarmierendes und beschämendes Ergebnis.

Kinderarmut hat aber viel weiter gehende Folgen, die Kinder sind in vielerlei Hinsicht benachteiligt und ausgegrenzt. Immer häufiger treten gesundheitliche Probleme auf, verursacht durch Fehl- und Mangelernährung sowie Bewegungsmangel. Daraus resultieren auch Konzentrationsschwächen im Unterricht. Der Mangel an materiellen Dingen geht oft einher mit dem Fehlen von Erziehung und Bildung sowie einer nur begrenzten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Man kann von einer regelrechten Armutsbiographie sprechen. Sprachprobleme könne ebenso auftreten wie das vorzeitige Abbrechen der Schule oder das Verlassen der Schule ohne Abschluss. Die oft beengten Wohnverhältnisse, eher schlecht ausgestattete Schulen in vernachlässigten Stadtteilen mit unzureichenden oder nicht vorhandenen sozialen Strukturen und Auffangnetzen tun ihr Übriges. Am Ende stehen schlechte Berufschancen und das Abrutschen in die Arbeitslosigkeit. Diese abwärts gerichtete Spirale zu durchbrechen ist oft unmöglich!

Jede Regierung muss ihre Haushalts-und Sozialpolitik nach den Bedürfnissen von Kindern ausrichten und dabei vor allem auf das Zusammenwirken der Faktoren achten, die das wirtschaftliche Wohlergehen von Kindern bestimmen: Familie, Markt und Staat. Politik und Gesellschaft unterschätzen nach Meinung vieler Experten, dass das Wohlergehen von Kindern maßgeblich für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ist – denn unsere Kinder sind unsere Zukunft.

Deutschland kann sich Kinderarmut nicht leisten!

Vorstand Bundeselternrat

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Bundeselternrat

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