Mehr Rückenwind für Lehrer

(redaktion) Niedersachsen werde die aus dem Konjunkturpaket II vorgesehenen Mittel nicht allein zur Renovierung der Gebäude einsetzen, sondern auch für die Ausstattung mit modernen Bildungsmedien, das erklärte der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff heute anlässlich der Eröffnung der didacta 2009 in Hannover.

10.02.2009 Niedersachsen Artikel

Die in diesem und im nächsten Jahr für den Bereich Bildung vorgesehenen Mittel aus dem Konjunkturpaket II, so betonte Wulff, gingen nicht allein in die Bausubstanz sondern auch in die Ausstattung von Unterrichts- und Fachräumen, in eine verbesserte Medienausstattung und modernste Technik wie etwa interaktive Schultafeln. Dafür stünden 40 von den vorgesehenen 800 Millionen Euro zur Verfügung.

Gleichzeitig nutzte der Ministerpäsident die Eröffnung der didacta, um eine Lanze für die Lehrer zu brechen. Ihm sei unerklärlich, dass noch immer kritischer über die Arbeit der Lehrer gesprochen werde als es der Sache gut tue. "Ich erlebe Lehrerinnen und Lehrer in meinem Land Niedersachsen, die für ihren Beruf brennen, die viel Zeit investieren, die die Schule als einen offenen fröhlichen Lebensraum gestalten und ich bewundere sie für ihr Engagement. Ohne das Engagement und die Vorbildrolle hätte unser Land überhaupt keine Zukunft." Vielleicht, so Wulff, würde die didacta Lehrern und Erziehern ein bisschen Rückenwind geben.

Die Bildungswirtschaft, so erklärte der Präsident des Didacta Verbands, Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis, begegne den Herausforderungen moderner Bildung mit fachlich fundierten und kreativen Antworten. Die didacta sei nicht nur die größte europäische Leistungsschau der Branche, sie gehöre auch zu den Bildungsmessen mit den höchsten Qualitätsstandards weltweit. Für ihr Engagement brauche die Branche allerdings ein politisches Klima, das ermuntere, diesen Weg weiter zu gehen. Die Zeit sei reif für eine ernstgemeinte Anschaffungswelle in den Bildungsbereichen, so Fthenakis.

Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan bescheinigte, dass Deutschland einen ausgezeichneten Markt an Bildungsmedien und pädagogischen Hilfen habe.

Ein Thema sei allerdings weiterhin problematisch, nämlich der ausdifferenzierte Schulbuchmarkt, der am Ende alle überfordere: die Städte und Gemeinden mit ihren Finanzbudgets und die Verlage, die zum Teil 16 Ausgaben herstellen müssten. Sie erneuerte deshalb ihre alte Forderung nach einer Vereinheitlichung der Schulbücher. In der nächsten Phase der Bildungsreform und mit den Bildungsstandards sei eine solche Veränderung sehr viel praktikabler als in früheren Zeiten.

Vom 10. bis 14. Februar 2009 findet zum zehnten Mal die "didacta - die Bildungsmesse" statt. Sie ist die zugleich die größte zentrale Weiterbildungsveranstaltung für Lehrer, Erzieherinnen, Ausbilder und Weiterbildner und deckt alle Bildungsbereiche ab. Rund 700 Aussteller warten mit neusten Lernmaterialien, Lernkonzepten und Lernumgebungen auf, in den Foren wird der Fokus auf aktuelle Entwicklungen und Visionen, aber auch auf strittige Themen, gelegt. Für Journalisten bietet die didacta die einmalige Chance, mit den führenden Bildungsexperten aus Wissenschaft, Praxis, Wirtschaft und Politik ins Gespräch zu kommen.


Weiterführende Links

  • Eröffnungsrede Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis
  • Rede Prof. Dr. Annette Schavan, MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung
  • Grußwort Christian Wulff, Niedersächsischer Ministerpräsident

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