Neubau des Besucherzentrums am Herkules nimmt Gestalt an

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, hat in Kassel den Entwurf für das Besucherzentrum am Herkules präsentiert. Für den Neubau nach Plänen des Büros Staab Architekten Berlin sind 3,5 Millionen Euro veranschlagt. „Das Gebäude fügt sich ideal in die Landschaft ein und bietet unaufdringlich die erforderliche Infrastruktur für die Besucher des Bergparks“, sagte die Ministerin. Sie hob hervor, dass das Gebäude über eine Erdwärmepumpe und damit eine alternative Energiequelle beheizt werde. Der Baubeginn ist für Ende Juni 2009 geplant, die Eröffnung für Frühsommer 2010.

27.03.2009 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Das neue Besucherzentrum übernimmt die Funktion des Empfangs und der Information für die Besucherinnen und Besucher von Herkules und Bergpark Wilhelmshöhe. Der Architekt Per Pedersen vom Büro Staab Architekten Berlin hat ein Gebäude entwickelt, das südlich des Parkplatzes am Herkules entstehen wird. Bei der Anfahrt bleibt somit der Blick auf Oktogon und Herkules vollständig frei.

Das Gebäude mit rund 380 Quadratmetern Grundfläche ist als landschaftliches Element gedacht, das sich der Topographie seines Standorts anpasst. Betritt der Besucher das Haus vom Parkplatz aus, kann er nach oben blickend durch ein großes Panoramafenster den Herkules und das Oktogon sehen. Diese Blickbeziehung begleitet die Gäste beim Gang durch das Haus bis in die obere Ebene.

Auf der unteren Ebene des Besucherzentrums befinden sich sanitäre Einrichtungen und Schließfächer. Außerdem ist Platz für Informationen vorgesehen. Auf der oberen Ebene gibt es weiteren Raum für Informationen zum Bergpark und zum Herkules sowie einen Shop. Hier werden neben Souvenirs und Publikationen auch Erfrischungsgetränke und Snacks angeboten. „Wir haben uns für ein eingeschränktes Angebot an Speisen und Getränken entschieden, weil wir dem Restaurant am Herkules keine Konkurrenz machen möchten“, sagte Dr. Micha Röhring von der mhk.

Die Öffnungszeiten des Besucherzentrums werden sich an der Saisonzeit am Herkules orientieren. Es gibt jedoch die Möglichkeit, die Toilettenanlagen unabhängig vom Besucherzentrum selbst zu öffnen.

Mit dem Bau des Besucherzentrums ist auch die Neuanlage des Parkplatzes verbunden. Dieser wird um 90 Grad gedreht, so dass die Ankommenden direkt zum Besucherzentrum geführt werden. Damit werden die Inszenierung des Neubaus und seine inneren Funktionsabläufe unterstützt. Bestandteil der Pläne ist auch eine Neugestaltung des Herkulesplateaus, das künftig vom Verkehr freigehalten werden soll. Diese Planungen sind noch nicht endgültig abgeschlossen. Mit der Umgestaltung des Parkplatzes soll allerdings gleichzeitig mit dem Bau des Besucherzentrums begonnen werden. Bei eventuellen Einschränkungen des Parkraums während der Bauzeit sind Ausweichflächen vorgesehen.

Bei der nun vorgestellten Planung für das Besucherzentrum handelt es sich bereits um einen zweiten Entwurf. Der erste, nach einem architektonischen Wettbewerb 2005/2006 als Sieger prämierte Entwurf war von den Experten der Welterbeworkshops als welterbegefährdend eingestuft worden. Dieser Entwurf sah ein weit größeres Gebäude als Querriegel in der Achse zum Herkules vor. Der damalige Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, entschied seinerzeit in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der mhk, diese Planungen zu verwerfen und einen neuen Standort zu suchen. In einer Machbarkeitstudie untersuchten daraufhin die Büros Staab Architekten und Landschaftsarchitekten Levin Monsigny (beide Berlin) Standorte am Restaurant, am Aufseherhaus und am Parkplatz. Als optimal erwies sich dabei die nun ausgewählte Stelle am Parkplatz. Der Welterbeworkshop bestätigte diesen Standort 2007. Staatsministerin Kühne-Hörmann stellte sich ausdrücklich hinter die Entscheidung ihres Vorgängers: „Wir stehen zum Welterbeantrag und unternehmen nichts, was die Bewerbung gefährden könnte.“


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