Neuer Beirat für das Dokumentationszentrum des Landes konstituiert
Unter der Leitung von Kultusminister Henry Tesch hat sich am heutigen Mittwoch der neue Beirat für das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland, Schwerin, und die Forschungs- und Dokumentationsstelle des Landes zur Geschichte der Diktaturen in Deutschland, Rostock konstituiert. Zum Vorsitzenden des Gremiums wurde Kultusstaatssekretär Udo Michallik gewählt, als Stellvertreter wählte der Beirat Staatsekretär Nikolaus Voss aus dem Ministerium für Soziales und Gesundheit sowie Uwe Kaspereit, der als einer der Vertreter der Opferverbände dem Beirat angehört.
25.02.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernMinister Tesch dankte den Mitgliedern des Beirates für ihre Bereitschaft, sich aktiv an der Ausgestaltung einer lebendigen Erinnerungskultur in Mecklenburg-Vorpommern zu beteiligen und wünscht dem Gremium für die Zukunft eine gute und konstruktive Zusammenarbeit.
Dem Beirat gehören neben den Vorstandsmitgliedern an:
- Staatssekretär Rainer Dopp (Justizministerium)
- Dr. Klaus-Michael Körner, MdL (benannt vom Landtag)
- Hans-Jürgen Jennerjahn (Verband ehemaliger Rostocker Studenten)
- Igor Jesernitzky (Landesverband der jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern)
- Uwe Kaspereit (für die Verbände der Opfer von DDR-Unrecht)
- Johannes Scheringer (VVN-BdA)
- Christoph Kleemann (Außenstelle Rostock der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen)
- Dr.-Ing. Michael Bednorz (Landesamt für Kultur und Denkmalpflege)
- Marita Pagels-Heineking (Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR)
Als beratende Gäste gehören dem Beirat an:
- Prof. Dr. Werner Müller (Universität Rostock)
- Jochen Schmidt (Landeszentrale für politische Bildung)
Hintergrundinformation:
1994 vereinbarten CDU und SPD im Koalitionsvertrag die Einrichtung eines "Dokumentationszentrums zur Zeitgeschichte im ehemaligen Stasi-Gefängnis am Demmlerplatz". Damit wurde auf den Vorschlag des Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und verschiedener Opferverbände reagiert.
Am 4. Mai 1998 unterrichtete die Landesregierung den Landtag über die bevorstehende Gründung des "Dokumentationszentrums des Landes für die Opfer deutscher Diktaturen" mit zwei Dokumentationsstellen in den ehemaligen Untersuchungshaftanstalten des MfS in Rostock und Schwerin. Zur Unterstützung in Fragen des Gedenkens und der musealen Präsentation wurde dem Dokumentationszentrum ein ehrenamtlicher Beirat zur Seite gestellt, dem drei Vertreter der drei Landtagsfraktionen, je ein Vertreter des Bildungs- und Justizministeriums, der Bundes- und Landesbeauftragten, der LpB sowie der Städte Schwerin und Rostock sowie die beiden Landesarchive angehörten. Dieser Beirat wurde nach seiner Konstituierung um 4 Vertreter von Opferinitiativen erweitert. Erster (vorläufiger) Vorsitzender war Prof. Werner Müller, im Juni 2000 wurde Dr. Schoebel zum Vorsitzenden gewählt.
Seit dem Jahr 2001 (Eröffnung des Standortes Schwerin am Demmlerplatz) hat der Beirat dreimal getagt.
Im Jahr 2005 erfolgte im Zuge der Neuordnung der politischen Bildung die Trennung in zwei eigenständige Dokumentationszentren in Rostock und Schwerin. Im Jahr 2007 erfolgte die Festlegung der Aufgaben und Mitglieder des neuen Beirates. Die neuen Mitglieder wurden 2008 berufen.
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