"Parkanlagen müssen für Besucher erfahrbar und erlebbar sein"
06.04.2009 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Staatsministerin Kühne-Hörmann: Veranstaltungen in den historischen Parks in Kassel bleiben möglich
Wiesbaden / Kassel Der Bergpark Wilhelmshöhe und die anderen historischen Gärten in Kassel sollen auch weiterhin für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, welche die internationalen Standards und Regeln zum Schutz von historischen Gärten erfüllen. Das hat die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, klargestellt. Im Hinblick auf die Diskussion über die Nutzung der Parks im Zusammenhang mit der geplanten Welterbe-Anmeldung sagte sie: Die Parkanlagen sollen für Besucher erfahrbar und erlebbar sein. Welterbe und Veranstaltungen schließen sich nicht aus.
Der kommissarische Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, Ernst Wegener, ergänzte hierzu: Wir arbeiten in den Parks mit großem Engagement auf das Ziel Welterbe hin, die Interessen der Öffentlichkeit verlieren wir dabei sicher nicht aus den Augen, ganz im Gegenteil.
Beispielhafte Open-Air-Darbietungen und stimmungsvolle Feste haben in den vergangenen Jahren stattgefunden und werden auch weiterhin stattfinden, sagte die Ministerin. Sie verwies dabei auf die Charta von Florenz, die neben anderen Grundlagen Richtschnur für die Gartendenkmalpflege und auch Grundlage der UNESCO für die Bewertung von Welterbestätten und -kandidaten ist. Dort heißt es: Die Bedingungen für den Zugang zu historischen Gärten müssen gewährleisten, dass ein als außergewöhnliches Ereignis willkommenes Fest den Effekt des Gartens steigert und ihn nicht etwa entstellt oder herabwürdigt.
Herausragend am Bergpark sind der Herkules, die Kaskade mit den barocken Wasserspielen und der original erhaltenen Wassertechnik sowie die vom Herkules ausgehende, sechs Kilometer lange schnurgerade Mittelachse zur Stadt. Die internationalen Experten des seit 2006 tagenden Welterbe-Workshops haben die besondere Bedeutung dieser grandiosen gestalteten Blickbeziehung herausgestellt. Deutlich erlebbar wird diese Blickachse im Florasaal des Schlosses Wilhelmshöhe, wo sie den Schlossbau durchquert und den Blick sowohl hinauf zum Herkules wie über die Wilhelmshöher Allee hinunter zur Stadt freigibt.
Das Schlossareal als Mittelpunkt des Parks ist daher ein besonders sensibles Gebiet. Die zentrale Achse kann nach Ansicht des Expertengremiums allein für Nutzungen zur Verfügung stehen, die den Effekt des Gartens und der Blickbeziehungen steigern und nicht etwa verstellen. Stimmungsvolle Veranstaltungen in diesem Rahmen mit einer entsprechenden Bühne sind auch vor dem Schloss möglich, sagte Ministerin Kühne-Hörmann und nannte die Bühne für das Konzert von Elton John als Beispiel. Die Museumslandschaft Hessen Kassel wird in diesem Abwägungsprozess die richtigen Entscheidungen treffen. Im Übrigen stünden im Schlosspark auch der Turnierplatz an der Löwenburg, die Westseite des Oktogons, die Königschaussee unterhalb des grünen Schlosshügels, der Marstallbereich, die Reithalle und im Sommer auch das große Gewächshaus für verschiedene Veranstaltungen zur Verfügung.
Die Richtlinien für die Nutzung der historischen Parks werden in den Managementplan des künftigen Welterbes einfließen. Sie sollen nach den Worten der Ministerin unabhängig von der Frage der originären Zuständigkeit wie andere Themen auch mit der Stadt Kassel abgestimmt werden. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Verkehrplanung im Bergpark und die Neugestaltung der Tulpenallee. Das ist im Interesse des Anmeldungsprozesses und im Hinblick auf das große, gemeinsame Ziel ,UNESCO-Welterbe notwendig, sagte die Ministerin.
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