Sanierte Räume und mehr Platz für das Hessische Puppenmuseum

Aus der Instandsetzung ist eine umfassende, denkmalgerechte Erneuerung des gesamten ersten Obergeschosses des Arkadenbaus im Staatspark Wilhelmsbad geworden: Staatssekretär Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz hat heute die vom Land für 1,1 Millionen Euro sanierten Räume an den Verein Hessisches Puppenmuseum zurückgegeben. „Das Land hat damit seine Zusage eingehalten, die Räume, die durch die dringend notwendige statische Ertüchtigung des Arkadenbaus in Mitleidenschaft gezogen worden waren, wiederherzurichten“, sagte der Staatssekretär. Gleichzeitig dankte er dem Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky für die vorgesehene finanzielle Beteiligung der Stadt in Höhe von 100.000 Euro.

22.12.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Das Land stellt dem Puppenmuseum damit nun über die bisher genutzten Räume hinaus fast 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche zusätzlich zur Verfügung. „Das Land wird dem Verein diese Räume, wie bisher schon, auch in Zukunft mietfrei zur Verfügung stellen“, hob Lorz hervor.

Bei der Renovierung wurden im ersten Obergeschoss nachträglich eingezogene, störende Zwischenwände entfernt, zugemauerte Türen geöffnet und der historische Grundriss mit dem großen Flur in der Mitte ebenso wiederhergestellt wie die Enfiladen. So nennt man die Aneinanderreihung von Räumen, bei denen die Türöffnungen exakt gegenüber liegen, so dass man bei geöffneten Türen vom ersten bis zum letzten Raum blicken kann.

Das Hessische Puppenmuseum ist in dem historischen Ensemble des Staatsparks Wilhelmsbad – das neben dem Aspekt der Kur einst auch stark von der Zerstreuung, vom Spiel geprägt war – eine ideale Ergänzung. Der vor 25 Jahren gegründete Verein Puppenmuseum erhält Zuwendungen von der Stadt Hanau und vom Museumsverband, also indirekt vom Land, und wird stark von ehrenamtlichem Engagement getragen. Staatssekretär Prof. Lorz würdigte dieses Engagement, ohne das die hessische Museumslandschaft mit ihren rund 400 Einrichtungen viel karger aussehen würde.

Die Renovierung des Obergeschosses des Arkadenbaus ist Teil der Gesamtinstandsetzung des Staatsparks Wilhelmsbad. Bisher wurden bereits mit erheblichem Aufwand der Fürstenbau, die so genannte Burg und sämtliche Dächer saniert. 2006 wurde mit der Restaurierung des Arkadenbaus begonnen. Hier sollen die Säle im Erdgeschoss wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Sie mussten vor einigen Jahren geschlossen werden, weil man festgestellt hatte, dass die Decke im Großen Saal in ihrer Mitte fast 20 Zentimeter durchhing und der Fußboden im Mittelflur des darüberliegenden Puppenmuseums unter den Schritten der Besucher zu schwingen anfing. Der einst über einem aufgeschütteten Steinbruch errichtete Arkadenbau sank außerdem immer weiter in die Aufschüttung ein. Daher wurde im Inneren des Bauwerks eine umfangreiche Stahlkonstruktion eingezogen, um Decken und Fußböden zu stabilisieren. Die Fundamente mussten bis auf den gewachsenen Fels neu gegründet werden. Für die inzwischen abgeschlossene, umfangreiche statische Ertüchtigung der Säle hat das Land vier Millionen Euro aufgewendet. In einem weiteren Bauabschnitt erfolgt nun der komplette Innenausbau der Säle, von der Heizung über alle Wand- und Bodenoberflächen, bis hin zur sanitären Ausstattung und Catering-Vorrichtung. Dieser Abschnitt hat ein finanzielles Volumen von rund 4,2 Millionen Euro und wird voraussichtlich im Sommer 2010 abgeschlossen sein.

Darüber hinaus wird das Land in Wilhelmsbad im nächsten Jahr eine komplett neue Kanal- und Wasserversorgung verlegen lassen. Diese Baumaßnahme, die mehr als eine Million Euro kostet, ist für die Infrastruktur des Staatsparks unabdingbar.


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