Sanierung der Russischen Kapelle wird im Herbst abgeschlossen
Die Sanierung der Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe in Darmstadt wird mit der von Mai bis Oktober 2007 vorgesehenen Instandsetzung des Innenraumes und der Neuanlage der Außenflächen abgeschlossen. Damit wird die bisher umfassendste Restaurierung des Bauwerks und seiner Außenanlagen abgeschlossen. Zu den Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro haben die Wissenschaftsstadt Darmstadt 355.000 Euro und das Land Hessen 308.000 Euro beigesteuert. Rund ein Viertel der Mittel wurden durch Spenden und Sponsorengelder gedeckt.
27.04.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstIn dem nun beginnenden dritten, 264.000 Euro teuren Abschnitt der Sanierung werden der Putz an Wänden und Kuppel gereinigt, entsalzt und gefestigt sowie Ruß- und Wasserschäden beseitigt. Die Ausmalungen und Mosaiken müssen gesichert und retuschiert werden, um ihre ursprüngliche Farbigkeit wieder zu Tage treten zu lassen. Sie entstanden nach Entwürfen des russischen Malers Viktor Michaijlowoitsch Wasnezow (1848-1926), der als einer der bedeutendsten Vertreter des neorussischen Stils gilt. Wasnezows Arbeiten zeichnen sich durch ihre charakteristische Dekorativität und Farbigkeit aus. Europaweit einzigartig ist auch die Ausgestaltung der Apsis der Russischen Kapelle mit einem Mosaik.
"Die Russische Kapelle ist ein prägender Bestandteil des Jugendstilensembles Mathildenhöhe und ein Symbol der Geschichte des Landes", sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids des Landesamts für Denkmalpflege über einen Zuschuss von 73.000 Euro an Erzbischof Mark als Repräsentanten der Russisch Orthodoxen Kirche Das Land wisse sich dem Erhalt dieses historischen Denkmals verpflichtet, umso mehr, als die Kapelle weiterhin für Gottesdienste genutzt werde.
Die Russisch-Orthodoxe Gemeinde, der die Kapelle seit 1918 gehört, beteiligt sich mit 97.000 Euro an den Kosten. Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen Thüringen und die Sparkasse Darmstadt stiften jeweils 10.000 Euro. Im Zuge der Spendenaktion "Ein Darmstädter Wahrzeichen braucht Ihre Hilfe", die im Herbst 2002 vom Kuratorium zur Sanierung der Russischen Kapelle unter Vorsitz des ehemaligen Oberbürgermeisters Peter Benz initiiert wurde, sind allein für die jetzt anstehenden Arbeiten 74.000 Euro zusammengekommen. "Die Spendenbereitschaft ist bemerkenswert", sagte Oberbürgermeister Walter Hoffmann, "das zeigt, wie wichtig den Menschen der Erhalt dieses kunstgeschichtlich bedeutenden Bauwerks ist, das zugleich zu den wichtigsten Wahrzeichen Darmstadts gehört."
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt darüber hinaus 55.000 Euro bereit, um die Grünflächen um die Russische Kapelle neu zu gestalten. Gartenbaudirektorin Doris Fath orientiert sich dabei an Entwürfen des Architekten Joseph Maria Olbrich (1867-1908). Um die Kapelle herum wird ein Pflaster aus Porphyr verlegt (einem vulkanischen Gestein mit deutlich ausgeprägten Kristalleinschlüssen), das an eine mit niedrigem Metallgitterzaun umschlossene Rasenfläche grenzt. Vor den Zaun wird eine Hecke aus gelben Rosen angelegt.
Von März 2004 bis Dezember 2005 war bereits in zwei Bauabschnitten der Außenbau der Russischen Kapelle instand gesetzt worden. Mit einem Investitionsaufwand von knapp 692.000 Euro waren seinerzeit das Mauerwerk saniert, die Majoliken und Mosaiken im Außenbereich restauriert und das Dach erneuert worden. Außerdem war die Haustechnik den heutigen Anforderungen angepasst worden. Private Spender und die Rotary-Clubs Darmstadt unterstützten die Sanierung mit 95.000 Euro, so dass auch die drei Kuppeln der Russischen Kapelle vergoldet werden konnten.
Der letzte Zar Nikolaus II. (1868-1918) hatte die Privatkapelle St. Maria Magdalena zwischen 1897 und 1899 erbauen lassen, um auch während seiner Verwandtschaftsbesuche in Darmstadt russisch-orthodoxe Gottesdienste feiern zu können. Er war mit Alix von Hessen und bei Rhein (1872-1918), Tochter von Großherzog Ludwig IV., verheiratet. Die Kapelle ging nach der Ermordung der Zarenfamilie 1918 in das Eigentum der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland über.
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