Hamburg

Schulbehörde will Beschäftigungsverhältnisse von pädagogischen Fachkräften verbessern

Initiative gegen den bisherigen "Teilzeitzwang" von Erziehern, Sozialpädagogen und Therapeuten

07.10.2016 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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Die Schulbehörde will für pädagogisch-therapeutische Fachkräfte (PTF) wie zum Beispiel Erzieher, Sozialpädagogen und Therapeuten vernünftige Beschäftigungsverhältnisse und Vollzeitanstellungen ermöglichen. Die bisher unterschiedlichen Dienstzeitenregelungen - beispielsweise für die Arbeit im Ganztag oder in der Inklusion - führen zu zahlreichen Abgrenzungsproblemen und Teilzeitstellen, obwohl diese Aufgabenbereiche sich deutlich überschneiden und immer stärker zusammenwachsen.

Peter Albrecht, Pressesprecher der Schulbehörde: "Hamburgs Schülerinnen und Schüler brauchen hochqualifizierte pädagogische Fachkräfte. Um sie zu gewinnen und zu halten, müssen wir ordentliche Vollzeitstellen anbieten. Deshalb sollen die bislang unterschiedlichen Dienstzeitenregelungen durch eine einheitliche Dienstzeitenregelung mit klaren und transparenten Regelungen für alle Tätigkeitsbereiche ersetzt werden. Dazu führen wir zurzeit sehr konstruktive Gespräche mit dem Personalrat."

Die neue Dienstzeitenregelung soll unter anderem Anfang und Ende der Arbeitszeit sowie Zeitanteile für Vor- und Nachbereitung, Elternarbeit und Teilnahme an Konferenzen regeln. Die bisherigen Arbeitszeitregelungen sehen für bestimmte Einsatzbereiche jeweils sehr unterschiedliche Regelungen vor, obwohl Erzieher oder Sozialpädagogen grundsätzlich in allen Arbeitsbereichen eingesetzt werden. Die unterschiedlichen Regelungen reduzieren den Einsatz von pädagogischen Fachkräften in der Praxis jedoch auf sehr eingeschränkte und separierte Arbeitsbereiche.

Albrecht weiter: „Tatsächlich aber sind die typischen Einsatzbereiche stark miteinander verwoben. So werden Kinder mit Förderbedarf auch im Ganztag betreut, und Ganztagsangebote finden wiederum für alle Kinder einer inklusiven Schule statt. In beiden Bereichen werden ohnehin Erzieher oder Sozialpädagogen mit gleicher Ausbildung eingesetzt. Die Schulbehörde schlägt daher eine neue und einheitliche Dienstzeitenregelung für pädagogisch-therapeutische Fachkräfte vor, um in diesen Bereichen vernünftige Lösungen herbeizuführen.“

Rekordzahl von Erziehern, Sozialpädagogen und Therapeuten an Hamburgs Schulen

Um den Ausbau der Ganztagsschulen und der Inklusion zu unterstützen, hat die Schulbehörde zahlreiche neue Stellen für pädagogisch-therapeutische Fachkräfte geschaffen. So wurden den allgemeinbildenden staatlichen Schulen für das Schuljahr 2016/17 rund 2.000 Vollzeitstellen zugewiesen. Das ist die höchste in Hamburg bislang verzeichnete Stellenzahl.

Veränderte Rahmenbedingungen durch Ganztag und Inklusion

Die Notwendigkeit einer neuen Dienstzeitregelung für alle pädagogisch-therapeutischen Fachkräfte (PTF) an Hamburgs Schulen ergibt sich aus den veränderten Rahmenbedingungen, die sich durch die flächendeckende Einführung des Ganztages an den Grundschulen und dem Elternrecht auf inklusive Bildung ihrer Kinder ergeben.

Die neuen Aufgaben erfordern multiprofessionelle Teams mit Erzieherinnen und Erziehern, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Therapeutinnen und Therapeuten. Diese Berufsgruppen fallen nicht unter das Lehrerarbeitsmodell, sondern unter eine Dienstzeitregelung, die jetzt an die neuen Erfordernisse angepasst werden muss. So hat die alte Dienstzeitenregelung in einigen Bereichen keine oder unpräzise Festlegungen zu Vor- und Nachbereitungszeiten für die Arbeit in der Schule, Präsenztagen und Ferienbetreuung, Fortbildungen, Konferenzen und Schulveranstaltungen getroffen.

Weiteres Verfahren

Eine Expertengruppe der Schulbehörde hat Vertreter der betroffenen Berufsgruppen und Schulleitungen beteiligt, um wichtige Anregungen von den Betroffenen zu erhalten. Der Vorschlag der Schulbehörde regelt beispielsweise ein für alle Bereiche durchgängig geltendes Recht aller pädagogisch-therapeutischen Fachkräfte auf Vor- und Nachbereitungszeiten, Fortbildung, die Teilnahme an Teamgesprächen und Konferenzen sowie die Teilnahme an den Präsenztagen der Schule und ist Grundlage der Gespräche mit dem Gesamtpersonalrat. Ziel ist es, zügig die neue Dienstzeitregelung für die Hamburger Schulen zu verabschieden.


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