Staatssekretär Prof. Lorz berichtet über Planungsstand für 6,7 Millionen-Projekt
Der symbolische erste Spatenstich für das Keltenmuseum auf dem Glauberg ist für November dieses Jahres vorgesehen; Baubeginn soll Anfang 2008 sein. Mit der Fertigstellung ist für Februar/März 2009 zu rechnen. Das hat der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, heute bei einer Pressekonferenz auf dem Glauberg mitgeteilt. "Mit diesem Museumbau, in dem die Originalfunde aus den Fürstengräbern und die lebensgroße Steinstatue des Keltenfürsten präsentiert werden, erhält die Hessische Museumslandschaft einen weiteren Leuchtturm." Für den Bau einschließlich Ausstattung stehen nach den Worten des Staatssekretärs rund 6,7 Millionen Euro und damit 600.000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen zur Verfügung. Die Mehrkosten ergeben sich im Wesentlichen aus einer Indexsteigerung der Baupreise und der Mehrwertsteuererhöhung.
30.08.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstDie hessische Landesarchäologie unternimmt auf dem geplanten Bauplatz am Südhang des Glaubergs bereits eine erste archäologische Ausgrabung im Vorfeld der Bebauung. Dabei wurden ein rund 15 m breiter Graben mit begleitendem Wall und einige Vorratsgruben aus keltischer Zeit dokumentiert. In einer zweiten Grabung soll von Herbst an der Bereich der zukünftigen Museumszufahrt archäologisch untersucht werden.
Das Büro KadaWittfeldArchitektur in Aachen hatte zusammen mit den Landschaftsarchitekten club L94 in Köln Ende 2006 den Wettbewerb um den Neubau des Keltenmuseums gewonnen. Seither haben das Hessische Baumanagement und das Architekturbüro die ersten Schritte bis zum Bauantrag unternommen. In der Zwischenzeit läuft das Verfahren zum Bebauungsplan, dessen Aufstellung die Gemeinde Glauburg im April beschlossen hat. "Selbstverständlich erwarten wir hier eine zügige Bearbeitung, damit das ehrgeizige Projekt des Museumsbaus nicht verzögert wird", sagte Prof. Lorz.
Am keltischen Fürstensitz Glauberg entsteht ein moderner Museumsbau mit einer Hauptnutzfläche von rund 1.300 Quadratmetern. Der klar konturierte und markante Baukörper passt sich gut in die Landschaft der östlichen Wetterau ein: Aus dem Hang heraus wachsend ist das Gebäude zum rekonstruierten Fürstengrabhügel hin orientiert. Vom Eingangsbereich mit Cafeteria führt eine breite Treppe hinauf zur Ausstellung. Bei einem Rundgang gelangt man zu einem großen Panoramafenster, das den Blick auf das zentrale Landschaftselement im Archäologischen Park lenkt. Von der Ausstellungsebene führt eine weitere Treppe zum Dach des Hauses. Dort befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen großzügigen Rundblick über die Landschaft eröffnet.
Zukünftiger Nutzer des Keltenmuseums ist die Archäologische und Paläontologische Denkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege Hessen. "Der Landesarchäologe Prof. Dr. Egon Schallmayer und seine Mitarbeiter sind Garanten dafür, dass der Archäologische Park und das Museum Glauberg attraktiv für Besucher gestaltet werden", hob Staatssekretär Prof. Lorz hervor. Unter der Regie des Landesarchäologen stehe auch die Saalburg bei Bad Homburg, ein Magnet für Besucher aus nah und fern. Auch auf der Saalburg investiere das Land Hessen im Übrigen mehrere Millionen Euro in den Ausbau.
Für die Ausstellungsgestaltung wurde ein Auswahlverfahren mit namhaften Ausstellungs-büros abgeschlossen. Die Wahl der Jury, an der auch der Geschäftsführer der Archäologischer Park Glauberg gGmbH, Bernd-Uwe Domes, als Vertreter der Region teilgenommen hatte, war einstimmig. Die zukünftige Ausstellung soll die Besucher erlebnisorientiert über die Zeit der Kelten informieren. Grundlage bilden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen am Glauberg und an anderen keltischen Stätten.
"Mit dem Museum am Glauberg erhält die hessische Museumslandschaft neben dem Saalburgmuseum einen weiteren wichtigen archäologischen Vermittlungspunkt", sagte Staatssekretär Prof. Lorz. Das neue Museum sei damit Teil des Konzepts "Hessen Archäologie 21", das ein dezentrales Landesmuseum vorsehe. Die Besucher hätten so die Möglichkeit, eine Zeitreise anzutreten: Am Glauberg stehe die Welt der Kelten in den Jahrhunderten vor Christi Geburt im Blickpunkt und im Saalburgmuseum die Zeit der Römer vom 1. bis zum 3. Jahrhundert nach Christus.
In unmittelbarer Nähe zum großen Fürstengrabhügel entsteht außerdem die Rekonstruktion eines keltischen Kalenderbauwerks, die der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, am 1. September der Öffentlichkeit präsentieren wird. Dieses Kalendarium geht auf Ausgrabungsergebnisse der neunziger Jahre zurück und besteht aus 16 bis zu acht Meter hohen Holzpfosten. Mit ihrer Hilfe ließen sich nach Forschungen des Frankfurter Physikers Prof. Dr. Bruno Deiss verschiedene astronomische Phänomene und der Jahresrhythmus bestimmen. Eine solche keltische Anlage kann bisher nur am Glauberg angenommen werden und ist deshalb europaweit die erste Rekonstruktion.
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