Stuck aufwändig instand gesetzt
Staatsministerin Silke Lautenschläger, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, hat heute in Dieburg gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, die Gewinner des Hessischen Denkmalschutzpreises 2008 ausgezeichnet.
18.07.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstDer von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftete und mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Durch die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 23. Mal vergeben wurde, sollen Vorbilder für denkmalpflegerische Methodik und Freiwilligkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Volker Hohmann aus Offenbach zeichnete die Jury mit einem mit 2.000 Euro dotierten dritten Preis für die Restaurierung des ´Lili-Tempels´ in Offenbach aus.
Die Jury hob hervor, dass das Gebäude durch die außergewöhnliche Privatinitiative des Preisträgers in seiner Substanz gesichert und in einen dem denkmalpflegerischen Wert angemessen würdigen Zustand versetzt worden ist. Bei den handwerklich oft aufwändigen Abläufen standen Stuckarbeiten im Vordergrund. Zerstörte Bauelemente wie die Kuppel über der Rotunde wurden rekonstruiert. Erweitert wurde die Anlage durch einen zurückhaltenden Wohnhausbau für den Bauherrn über den Fundamenten eines Nebengebäudes. Darüber hinaus wurde der Garten saniert und insbesondere eine kleine Wasseranlage wiederhergestellt, die zum Badetempel gehörte.
Ursprünglich lag der von dem französischen Architekten Salins de Montfort 1798 im Auftrag des geheimen Rates und Frankfurter Bankiers Friedrich Metzler errichtete Tempel in reizvoller Lage direkt am Mainufer. Die Bezeichnung "Lili-Tempel" geht auf einen Aufenthalt des jungen Johann Wolfgang von Goethe zurück, der in diesem Garten 1775 seine damalige Verlobte Lili Schönemann getroffen hat. Hauptpreisträger 2008 sind Birgitta und Caspar Söling, die für die vorbildliche Sanierung eines Bürgerhauses in Johannisberg den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhalten.
Mit einem jeweils mit 4.000 Euro dotierten zweiten Preis wurden Christina und Johannes Djukic aus Kassel sowie Beate und Gunthram Schenk zu Schweinsberg aus Fronhausen ausgezeichnet. Das Ehepaar Djukic versetzte die gründerzeitliche Henkelsche Villa in Kassel durch eine höchst qualitätvolle Ausstattung wieder weitgehend in den Originalzustand. Das Ehepaar Schenk zu Schweinsberg hat Herrenhaus und Kavaliersbau eines ererbten Fronhofs in Fronhausen behutsam und unter größtmöglicher Wahrung originaler Bausubstanz saniert und damit ein prägendes Kulturdenkmal im Ortszentrum für die Zukunft bewahrt. Weitere fünf Preisträger werden für ihre außerordentlichen Verdienste mit Urkunden geehrt – siehe Übersicht der Preisträger auf der folgenden Seite.
Das Land Hessen fördert private, kommunale und kirchliche Eigentümer bei der Restaurierung ihrer Kulturdenkmäler in diesem Jahr aus Lottomitteln mit rund 9,2 Millionen Euro, die im Etat des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen veranschlagt sind.
Preisträger • Hessischer Denkmalschutzpreis 2008
Urkunde und Geldpreis
- Birgitta und Caspar Söling
Pfarrer-Neuroth-Straße 1 • 65366 Johannisberg
5.000,- Euro
für die vorbildliche Sanierung eines Bürgerhauses in Johannisberg - Christina und Johannes Djukic
Kurhausstraße 7 • 34131 Kassel
4.000,- Euro
für die vorbildliche Sanierung der Henkelschen Villa in Kassel - Beate und Gunthram Schenk zu Schweinsberg
Rathausstraße 7 • 35112 Fronhausen
4.000,- Euro
für die vorbildliche Sanierung von Herrenhaus und Kavaliersbau in Fronhausen - Volker Hohmann
Herrnstr. 100 • 63065 Offenbach
2.000,- Euro
für die vorbildliche Sanierung des Lilli-Tempels in Offenbach
Anerkennung und Urkunde
- Stadt Dieburg
Markt 4 • 64807 Dieburg
für die vorbildliche Sanierung von Schloss Fechenbach - Kreisausschuss des Main-Taunus-Kreises
Am Kreishaus 1 • 65719 Hofheim
für die vorbildliche Sanierung der Grundschule Hofheim-Marxheim - Bauherrengemeinschaft Sandberghof
Sandbergstraße 4 • 64289 Darmstadt
für die gelungene Sanierung und Umnutzung des Sandberghofs in Darmstadt - Ernst-Wilhelm Kalden
Jakob-Spangenberg-Straße 8 • 37269 Eschwege
für die vorbildliche Sanierung und Umnutzung der Schlagdscheunen in Wanfried - Werner Liebchen
Am Leinritt 2 • 60386 Frankfurt
für die vorbildliche Sanierung und Umnutzung der Unteren Mühle im Wattertal (Lkr. Waldeck-Frankenberg)
Fotos und nähere Informationen zu den einzelnen ausgezeichneten Projekten finden Sie auf unserer Homepage unter www.hmwk.hessen.de.
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