"Verdiente Auszeichnung für die Rettung eines Juwels"

Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat der Restauratorin Christine Kenner zur Auszeichnung mit dem Europa-Nostra-Preis gratuliert. Die in Den Haag ansässige internationale Denkmalorganisation Europa Nostra hat im Rahmen ihres "Europa Nostra Awards 2007" für die Restaurierung der ottonischen Wandmalereien in der Krypta der St. Andreas-Kirche in Fulda-Neuenberg eine Medaille (2. Preis) zuerkannt. Christine Kenner, Leiterin der Restaurierungswerkstätten des Landesamts für Denkmalpflege, hatte dieses Projekt über 15 Jahre federführend begleitet.

08.06.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"Ich freue mich über diese internationale Anerkennung für die hohe Qualität der Arbeit im Landesdenkmalamt. Frau Kenner hat ein Juwel der Kunstgeschichte, einen der ganz großen kulturellen Schätze unseres Landes gesichert und für künftige Generationen bewahrt", sagte der Minister. Die Auszeichnung wird sie am Freitag, 8. Juni, bei einem Festakt in Stockholm in Anwesenheit des schwedischen Königspaars aus den Händen des Präsidenten von Europa Nostra, Prinz Hendrik von Dänemark, entgegennehmen.

Die Krypta von St. Andreas in Fulda birgt fast vollständig erhaltene Fresken aus dem frühen 11. Jahrhundert und spiegelt damit auf einzigartige Weise Glaubensinhalte und Weltbild der Menschen jener Zeit. Die Malereien in den Fensternischen und an den Gewölben zeigen Christusbilder, alttestamentarische Opferszenen, einen Prozessionszug von Engeln sowie Ornamentbänder und Bildnisse gekrönter Figuren. Nördlich der Alpen gibt es nur noch ein weiteres Beispiel für einen geschlossen ausgemalten Sakralraum aus der Zeit der Ottonen-Kaiser, nämlich die zum Weltkulturerbe zählende St.-Georgs-Kirche auf der Bodensee-Insel Reichenau. Die in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wiederentdeckten Malereien waren durch unsachgemäße Restaurierung stark geschädigt. Christine Kenner und ihr Team haben sie in enger Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Generalvikariat und der Gemeinde Neuenberg in mühevoller Detailarbeit renoviert. Das Land hat dafür rund 600.000 Euro aufgewendet. Den gleichen Betrag steuerte die Diözese Fulda bei, wobei die St.-Andreas-Gemeinde ein Drittel des Anteils der Diözese trug.


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