Zwei Millionen für ein einmaliges Ensemble aus dem 18. Jahrhundert

Wie auf einem Gemälde gruppieren sich verschiedene Landschaftselemente um die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel: Burggarten und Turnierplatz, Nutzgarten und malerische Schlucht. Die Außenanlagen entstanden gemeinsam mit der Löwenburg Ende des 18. Jahrhunderts; sie bilden eine untrennbare künstlerische Einheit. Im Zuge des Projekts 'Museumslandschaft Kassel' sollen sie instandgesetzt und besser zugänglich gemacht werden. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann hat heute an Ort und Stelle die entsprechenden Planungen vorgestellt. "Erst durch die Wiederherstellung der Außenanlagen ist die Löwenburg als Ensemble in ihrer Einmaligkeit erlebbar", sagte die Ministerin. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten belaufen sich auf zwei Millionen Euro. Aufgrund der kurzen Bauphasen jeweils von April bis Oktober eines Jahres erstrecken sich die kompletten Arbeiten von 2009 bis 2013. Letzte Teile der Maßnahmen können erst nach Fertigstellung der ebenfalls zu sanierenden Löwenburg selbst abgeschlossen werden.

29.04.2009 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Löwenburg repräsentiert den Typus einer pseudomittelalterlichen Burgruine. Erbaut wurde sie in verschiedenen Abschnitten zwischen 1793 und 1801. Die Außenanlagen erfüllen wichtige sekundäre Funktionen im Zusammenhang mit einer typischen Burganlage. Die Einheit aus Burgruine einerseits und Garten- und Landschaftselementen andererseits ist insgesamt noch wahrnehmbar. Schäden der Tuffsteinelemente gefährden aber zunehmend die Nutzbarkeit von Wegen und Treppen für die zahlreichen Besucher. Die einstige Bepflanzung als gestaltendes Element der Außenräume ist in großen Teilen nicht mehr vorhanden.

Mit ersten Arbeiten wurde bereits im Sommer 2008 begonnen. An der Weinbergmauer mit Felsentreppe wurden anhand von Musterflächen die Anforderungen an das Material und die Integration neuer Bestandteile in das Gesamtgefüge erarbeitet und festgelegt. Als alternativer Zugang zum Burggarten und zur Löwenburg wurde in den vergangenen Monaten der so genannte Waldweg instand gesetzt.

Zu den nun anstehenden Arbeiten gehört die Renovierung der Felsentreppe und der Weinbergmauer im Osten der Löwenburg. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Wiederherstellung der Verkehrssicherheit dieses stark frequentierten und schön inszenierten Aufgangs zur Löwenburg. Beschädigte Treppenstufen werden ausgetauscht, aus der Mauer ausgebrochene Steine werden neu eingesetzt und vermörtelt, außerdem werden die fehlenden Abschlusssteine auf der Mauer ergänzt.

Die Arbeiten sollen im Oktober 2009 ebenso beendet sein wie diejenigen an der Wolfsschlucht. Dort müssen Teile der großformatigen Steinquader neu gesetzt, Fehlstellen ergänzt und verankert werden. Der Burggarten nördlich der Burg soll in seiner historischen Ausprägung wiederhergestellt werden. Der Laubengang wird durch Zupflanzung von Lindenformgehölzen ergänzt. Der stark sanierungsbedürftige Sternbrunnen wird mit seiner Wasserzuleitung wiederhergestellt und die Abdichtung der Brunnenwände und des Bodens erneuert. Die Venusskulptur ist ebenfalls instand zu setzen. Auch diese Arbeiten sollen noch im Herbst dieses Jahres beendet sein.

In den nächsten Jahren stehen dann die Sanierungsarbeiten am Außenhof unterhalb des Bergfrieds und am Turnierplatz an. Dessen Wegeführung wird wiederhergestellt. Der Turnierplatz soll künftig für Veranstaltungen genutzt werden. Der Bereich des neu anzulegenden Obst- und Gemüsegartens dient während der Renovierung der Löwenburg zur Baustelleneinrichtung und als Lagerplatz. Der Obst- und Gemüsegarten kann mithin zweckmäßigerweise erst nach Aufgabe dieses Lagerplatzes 2013 hergerichtet werden.

Berichtet wurde bei der Pressekonferenz auch über den Stand der Arbeiten an den Wasserwegen im Bergpark. "Wir liegen gut in der Zeit", sagte Ernst Wegener, kommissarischer Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel. Pünktlich zum Saisonbeginn könnten die Wasserspiele am 1. Mai in Betrieb genommen werden – allerdings mit Ausnahme des Steinhöfer Wasserfalls. Dort seien die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass nun die komplette untere Ablaufrinne saniert werde. Deswegen sei ein Teilbetrieb des Wasserfalls nicht möglich. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten wird im nächsten Jahr gerechnet.

Der Lageplan der Löwenburg und ihrer Außenanlagen befindet sich auf der Internetseite www.hmwk.hessen.de


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