75.000 Euro für die Sanierung der Mauern von Schloss Eisenbach

Mit 75.000 Euro unterstützt das Land die Sicherung des Mauerwerks von Schloss Eisenbach in Lauterbach-Frischborn (Vogelsbergkreis). Den Bewilligungsbescheid hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, dem Besitzer des Schlosses, Philipp Riedesel Freiherr zu Eisenbach, übergeben.

14.05.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Sicherung der mittelalterlichen Mauern, die den gesamten Außenbereich der Burganlage prägen, wird in diesem Jahr begonnen. Ein Teilstück der östlichen Stützwand war vor zwei Jahren eingebrochen. Dies hatte das Augenmerk auch auf den maroden Zustand der gotischen Mauern mit den Halbschalentürmen und Schlüsselloch-Schießscharten gelenkt. 2007 soll nun in einem ersten Bauabschnitt die Talseite der gotischen Zwingermauer saniert werden. In den vergangenen beiden Jahrzehnten hatte die Familie die umfangreichen Dachflächen des Schlosses instand gesetzt.

Schloss Eisenbach ist seit 1429 Stammsitz der Familie Riedesel von Eisenbach. Die Vorbesitzer, die Herren von Eisenbach, wurden 1343 durch den Landgrafen von Hessen mit dem Erbmarschallamt belehnt. Die ursprüngliche Burganlage war bereits 1269 zerstört worden. Die mittelalterliche Kernburg wurde dann in der Renaissance-Zeit weiter ausgebaut und durch eine Grabenanlage von der nördlich vorgelagerten Vorburg abgesetzt. Der mächtige Bergfried stammt aus dem 13. Jahrhundert, wurde aber im 15. Jahrhundert erheblich verändert. Im Bereich der Vorburg liegt neben einer Scheune und einem Wohnbau die Burgkapelle (1671-75) an deren östlicher Innenwand sich spätgotische Wandmalereien befinden. Auf der Talseite liegt das imposante Wohngebäude der Familien Riedesel, das vor 1515 an die mittelalterliche Außenmauer gesetzt wurde. Zur Hofseite hin prägt ein quadratischer Treppenturm die Fassade. Gegenüber befindet sich ein weiteres Wohngebäude von 1515. Hier befindet sich im vierten Geschoss ein großer Saal, in dem Reste von Kaminanlagen erhalten sind. 1848 wurden beide Wohngebäude durch einen großvolumigen neogotischen Baukörper des Architekten Hugo von Ritgen mit einem weiteren Saal verbunden. Von der ehemals umlaufenden äußeren Befestigungsmauer sind an Süd- und Ostseite die Zwingeranlagen mit vier Schalentürmen erhalten.

Bei seinem Besuch brachte Minister Corts am Schloss Eisenbach auch das Emblem der Haager Konvention zur Kennzeichnung von geschütztem Kulturgut vom 14. Mai 1954 an. Er gab damit das Startsignal dafür, das internationale Schutzzeichen mit den blau-weißen Rauten an rund 1.300 Baudenkmälern in ganz Hessen zu montieren. Die jeweils zuständigen Unteren Denkmalbehörden werden die Schilder nun anbringen.


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