Beispielhafter Einsatz für das kulturelle Erbe im Land
Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat heute in Rüdesheim gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, die Gewinner des Hessischen Denkmalschutzpreises 2007 ausgezeichnet. Die Jury wählte in diesem Jahr zehn Preisträger aus: Privatpersonen, bürgerschaftliche Initiativen und Gruppen sowie die Städte Bad Arolsen, Bad Karlshafen und Großalmerode sowie den Landeswohlfahrtsverband.
06.07.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstDer von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftete und mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Durch die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 22. Mal vergeben wird, sollen Vorbilder für denkmalpflegerische Methodik und Freiwilligkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
Dabei wurden fünf Preisträger für ihre außerordentlichen Verdienste mit Urkunden geehrt: die Stadt Bad Karlshafen für die Sichtbarmachung des Grundrisses der ehemaligen Klosterkirche Helmarshausen (Landkreis Kassel), der Magistrat der Stadt Bad Arolsen und Ortsvorsteher Friedhelm Rudolph für die Sanierung des Gehöfts "Hof Meier" in Bad Arolsen-Massenhausen (Kreis Waldeck-Frankenberg), der Förderverein der Landsynagoge Heubach e. V. für die Restaurierung der ehemaligen Landsynagoge in Heubach (Landkreis Fulda), der Magistrat der Stadt Großalmerorde für die Wiederherstellung der Eichenwaldsiedlung in Großalmerode-Rommerode (Werra-Meißner-Kreis) und der Landeswohlfahrtsverband Hessen, Hauptverwaltung Kassel, für die Sanierung der Alten Schule in Bad Emstal-Merxhausen (Landkreis Kassel).
Bei der Neugestaltung des denkmalgeschützten Geländes des ehemaligen Klosters Helmarshausen wurde der Grundriss der Klosterkirche durch die Verlegung von Steinplatten wieder sichtbar gemacht. Das Ende des 10. Jahrhunderts gegründete Benediktinerkloster ist für seine Schreibwerkstatt berühmt. Hier entstand unter anderem das berühmte Evangeliar Heinrichs des Löwen, das bei seiner Versteigerung 1983 in London bei Sotheby´s für umgerechnet etwa 16,4 Millionen Euro Schlagzeilen als teuerstes Buch der Welt machte.
Das lange Zeit leer stehende Gehöft "Hof Meier" in Bad Arolsen-Massenhausen ist von den Einwohner dieses Dorfes in vorbildlicher Weise mit einem hohen Anteil an Eigenleistung saniert und einer neuen Nutzung zugeführt worden.
Die 1843 gebaute ehemalige Synagoge in Kalbach-Heubach stand jahrelang leer, bevor sie von 2003 bis 2006 saniert wurde, um hier eine kulturelle Begegnungsstätte einzurichten. An dem Projekt hat sich der "Förderverein der Landsynagoge Heubach e.V." mit seiner Vorsitzenden, Pfarrerin Johanna Rau, mit beispielhaftem Engagement beteiligt.
Mit Weitsicht und Risikobereitschaft hat die Stadt Großalmerode die verwahrlosten Backsteinbauten der Eichenwaldsiedlung in Großalmerode-Rommerode erworben und modellhaft restauriert. Die gut vier Hektar umfassende Arbeitersiedlung aus dem frühen 20. Jahrhundert ist ein typisches Beispiel industrieller Lebenskultur und steht aus sozialgeschichtlichen Gründen unter Ensembleschutz.
Die so genannte Alte Schule in Bad Emstal-Merxhausen wurde nach langem Leerstand vom Landeswohlfahrtsverband umgebaut, um dort Plätze im offenen Therapiebereich der Forensischen Klinik einzurichten. Dabei wurde die originale Innenausstattung so weit wie möglich erhalten.
Aufgrund des außergewöhnlichen denkmalpflegerischen Engagements der Privateigentümer um den Erhalt und die Sanierung ihrer Fachwerkhäuser erhalten in diesem Jahr drei Eigentümer gemeinsam den ersten Preis und werden jeweils mit 4.000 Euro ausgezeichnet: Robert Armborst und Stephan Michaud (Fachwerkhaus in Frankfurt-Höchst), Joachim Ruhl (Hofreite in Birstein-Lichenroth im Main-Kinzig-Kreis) und die Familie Bratek (Hofreite in Gladenbach-Frohnhausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf). Der mit 2000 Euro dotierte zweite Preis geht an die Brüder Jürgen, Rainer und Thomas Heil für die vorbildliche Sanierung des Bahnhofs in Rüdesheim am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis), der jetzt wieder das repräsentative Empfangsgebäude der Stadt Rüdesheim ist. Der Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim e. V. erhält für sein Engagement für die Sanierung der gotischen Gottesackerkapelle in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg) den dritten Preis mit 1.000 Euro (s. Liste der Preisträger).
Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert den staatlichen Denkmalschutz in diesem Jahr mit rund 7,3 Millionen Euro, die im Etat des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen veranschlagt sind. Für die Sanierung bedeutender Kunst- und Kulturdenkmäler stellt die Landesregierung im mittelfristigen Kulturinvestitionsprogramm bis zum Jahr 2008 rund 265 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2007:
Robert Armborst, Stephan Michaud
für die vorbildliche Sanierung des Fachwerkhauses in Frankfurt-Höchst
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro
Joachim Ruhl
für die vorbildliche Sanierung der Hofreite in Birstein-Lichenroth (Main-Kinzig-Kreis)
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro
Familie Bratek
für die vorbildliche Sanierung der Hofreite in Gladenbach-Frohnhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf)
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro
Jürgen, Rainer und Thomas Heil
für die vorbildliche Sanierung des Bahnhofs in Rüdesheim am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis)
Urkunde und Geldpreis 2.000 Euro
Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim e. V.
für die vorbildliche Sanierung der gotischen Gottesackerkapelle in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg)
Urkunde und Geldpreis 1.000 Euro
Stadt Bad Karlshafen
für die Sichtbarmachung des Grundrisses der ehemaligen Klosterkirche Helmarshausen (Landkreis Kassel)
Anerkennung und Urkunde
Magistrat der Stadt Bad Arolsen und Ortsvorsteher Friedhelm Rudolph
für die vorbildliche Sanierung des Hofs Meier in Bad Arolsen-Massenhausen (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Anerkennung und Urkunde
Förderverein der Landsynagoge Heubach e. V.
für die vorbildliche Sanierung und Restaurierung der ehemaligen Synagoge in Heubach (Landkreis Fulda)
Anerkennung und Urkunde
Magistrat der Stadt Großalmerorde
für die vorbildliche Sanierung der Eichenwaldsiedlung in Großalmerode-Rommerode (Werra-Meißner-Kreis)
Anerkennung und Urkunde
Landeswohlfahrtsverband Hessen, Hauptverwaltung Kassel
für die vorbildliche Sanierung der Alten Schule in Bad Emstal-Merxhausen (Landkreis Kassel)
Anerkennung und Urkunde
Fotos und nähere Informationen zu den einzelnen Preisträgern finden Sie auf unserer Homepage unter www.hmwk.hessen.de.
Keine Kommentare vorhanden