Bildungsminister Metelmann befürwortet kritische Auseinandersetzung mit NS-Bildhauer Arno Breker
"Es gibt eine schleichende Renaissance des Künstlers Arno Breker, die den Nazi Arno Breker klammheimlich salonfähig machen will. Dies ist eine Ausstellung dagegen.
21.07.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernKunst und Kultur nie wieder den Nazis überlassen! Wer sich heute von diesem Künstler ergreifen lässt, darf ganz gewiss sein, dass er diese Vorliebe mit Adolf Hitler teilt. Wer deshalb das Werk trennen möchte vom Künstler und seiner Zeit, macht es genau so wie die NS-Propaganda, er trimmt sich deutsche Geschichte zurecht. Wer dann doch lieber den ganzen Breker annimmt, den Künstler und den Nazi, der nimmt billigend auch seinen ganzen Hintergrund in Kauf, die NS-Diktatur und ihr Menschenbild, ewig verbunden mit den Verbrechen gegen die Menschheit.
Es ist eine schwierige Aufgabe, Breker kritisch aufzuarbeiten. Die alte Bundesrepublik hatte sich frühzeitig befangen gemacht mit leisen Aufträgen aus Politik, Industrie und Sport für den Bildhauer Hitlers. Die Wissenschaftlichen Zentren verzagten lange vor trüben Quellen und verschlossenen Archiven. Die Zahl der Menschen wird täglich kleiner, die aus persönlicher zeitgeschichtlicher Nähe überhaupt noch begreifen können, wie die Nazi-Diktatur Künstler korrumpiert hat und wie sich Künstler verfügbar gemacht haben für den NS-Staat.
Die Debatte ist überfällig, wir können sie mit dieser Ausstellung nur anstoßen. Es geht um ein lebenswichtiges Ziel. Wir wollen nie wieder Kunst und Kultur den Nazis überlassen! In unserem Lande dürfen Kunst und Kultur und die Menschen, die damit verbunden sind, nie wieder in der Gewalt von Rechtsradikalen verderben!"
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