Das repräsentative Entree von Rüdesheim wiederhergestellt

Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat heute in Rüdesheim gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, die Gewinner des Hessischen Denkmalschutzpreises 2007 ausgezeichnet. Die Jury wählte in diesem Jahr zehn Preisträger aus: Privatpersonen, bürgerschaftliche Initiativen und Gruppen sowie die Städte Bad Arolsen, Bad Karlshafen und Großalmerode sowie den Landeswohlfahrtsverband.

06.07.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Der von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftete und mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Durch die Auszeichnung, die in diesem Jahr zum 22. Mal vergeben wird, sollen Vorbilder für denkmalpflegerische Methodik und Freiwilligkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Zu den Preisträgern gehören auch die Brüder Jürgen, Rainer und Thomas Heil, die für die vorbildliche Sanierung des Bahnhofesgebäudes in Rüdesheim am Rhein den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Preis erhalten.

Das zwischen 1854 und 1856 nach Entwürfen des Architekten Heinrich Velde aus Diez errichtete Empfangsgebäude der Bahn liegt westlich der Stadt, dicht am Fluss. Der Bahnhof, ursprünglich Endpunkt der Taunusbahn, wurde durch die Inbetriebnahme der rechtsrheinischen Rheintallinie zwischen Rüdesheim und Oberlahnstein zum Durchgangsbahnhof. Es handelt sich um einen repräsentativen, doppelgeschossigen Putzbau des romantischen Klassizismus. Die Brüder Heil erwarben 2002 den stark heruntergekommenen Bahnhof, um die Anlage zu sanieren und instand zu setzen. Zu dem Komplex gehören eine Güterhalle, ein Büroneubau und das eigentliche Bahnhofsgebäude. Alle Bauteile stehen als so genannte Sachgesamtheit unter Denkmalschutz.

Mit den Arbeiten begonnen wurde in der Güterhalle, wobei die historische Bausubstanz soweit wie möglich erhalten wurde. Sogar der mit Steinplatten belegte Boden, die hölzernen Schiebetore und die innere Holzkonstruktion konnten gesichert werden. Das Gebäude kann nunmehr für die unterschiedlichsten Veranstaltungen gemietet und genutzt werden. In einem weiteren Arbeitsschritt wurde der Bürobau behutsam restauriert. Der letzte Bauabschnitt widmete sich dem eigentlichen Bahnhofsgebäude. Die ursprüngliche Raumfassung von Speisesaal und Verbindungsgang zwischen Bahnhofshalle und Restaurant konnte noch festgestellt und der Stuck restauriert werden. Wände und Decken erhielten ihre ursprüngliche historische Fassung zurück; Türen und Fenster wurden soweit wie möglich restauriert, im Übrigen nachgebaut.

Täglich nehmen rund 1.000 Fahrgäste den renovierten Bahnhof wahr, der jetzt wieder das repräsentative Empfangsgebäude der Stadt Rüdesheim ist, als das er einst gebaut wurde.

Aufgrund des außergewöhnlichen denkmalpflegerischen Engagements der Privateigentümer um den Erhalt und die Sanierung ihrer Fachwerkhäuser erhalten in diesem Jahr drei Eigentümer gemeinsam den ersten Preis und werden jeweils mit 4.000 Euro ausgezeichnet: Robert Armborst und Stephan Michaud (Fachwerkhaus in Frankfurt-Höchst), Joachim Ruhl (Hofreite in Birstein-Lichenroth im Main-Kinzig-Kreis) und die Familie Bratek (Hofreite in Gladenbach-Frohnhausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf). Der Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim e. V. erhält für sein Engagement für die Sanierung der gotischen Gottesackerkapelle in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg) den dritten Preis mit 1.000 Euro. Die übrigen fünf Preisträger werden für ihre außerordentlichen Verdienste mit Urkunden geehrt (s. Übersicht der Preisträger).

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert den staatlichen Denkmalschutz in diesem Jahr mit rund 7,3 Millionen Euro, die im Etat des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen veranschlagt sind. Für die Sanierung bedeutender Kunst- und Kulturdenkmäler stellt die Landesregierung im mittelfristigen Kulturinvestitionsprogramm bis zum Jahr 2008 rund 265 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2007:

Robert Armborst, Stephan Michaud
für die vorbildliche Sanierung des Fachwerkhauses in Frankfurt-Höchst
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro

Joachim Ruhl
für die vorbildliche Sanierung der Hofreite in Birstein-Lichenroth (Main-Kinzig-Kreis)
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro

Familie Bratek
für die vorbildliche Sanierung der Hofreite in Gladenbach-Frohnhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf)
Urkunde und Geldpreis 4.000 Euro

Jürgen, Rainer und Thomas Heil
für die vorbildliche Sanierung des Bahnhofs in Rüdesheim am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis)
Urkunde und Geldpreis 2.000 Euro

Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim e. V.
für die vorbildliche Sanierung der gotischen Gottesackerkapelle in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg)
Urkunde und Geldpreis 1.000 Euro

Stadt Bad Karlshafen
für die Sichtbarmachung des Grundrisses der ehemaligen Klosterkirche (Landkreis Kassel)
Anerkennung und Urkunde

Magistrat der Stadt Bad Arolsen und Ortsvorsteher Friedhelm Rudolph
für die vorbildliche Sanierung des Hofs Meier in Bad Arolsen-Massenhausen (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Anerkennung und Urkunde

Förderverein der Landsynagoge Heubach e. V.
für die vorbildliche Sanierung und Restaurierung der ehemaligen Synagoge in Heubach (Landkreis Fulda)
Anerkennung und Urkunde

Magistrat der Stadt Großalmerorde
für die vorbildliche Sanierung der Eichenwaldsiedlung in Großalmerode-Rommerode (Werra-Meißner-Kreis)
Anerkennung und Urkunde

Landeswohlfahrtsverband Hessen, Hauptverwaltung Kassel
für die vorbildliche Sanierung der Alten Schule in Bad Emstal-Merxhausen (Landkreis Kassel)
Anerkennung und Urkunde

Fotos und nähere Informationen zu den einzelnen Preisträgern finden Sie auf unserer Homepage unter www.hmwk.hessen.de.


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