Deutliche Attraktivitätssteigerung für Kloster Lorsch
"Die Hessische Landesregierung ist sich der Verantwortung für die UNESCO-Welterbestätte Lorsch mit ihrer herausragenden historischen Bedeutung bewusst und hat für archäologische und restauratorische Arbeiten sowie präsentationstechnische Maßnahmen auf dem Klostergelände Mittel in Höhe von 1,53 Millionen Euro vorgesehen." Das hat Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, vor einem Expertengremium hervorgehoben, das die Agenda der Maßnahmenplanung zur Entwicklung der Welterbstätte diskutiert und konkrete Projekte zur Umsetzung empfohlen hat.
25.03.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstDie Sanierung der karolingischen Torhalle aus dem 9. Jahrhundert soll mit der Restaurierung der wertvollen Außenfassaden fortgesetzt werden. Damit sind Forschungsvorhaben verbunden, von denen sich die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse zur Entstehungs- und Baugeschichte versprechen. Die notwendigen Vorplanungen sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein.
Die Arbeiten in der ehemaligen Kirche, dem so genannten Kirchentorso, und in ihrem Umfeld werden fortgesetzt. Zur genaueren Erforschung der Bau- und Entstehungsgeschichte wird das Gebäude eingerüstet werden. Dadurch sollen Untersuchungen der Mauern erleichtert werden, die – so hoffen die Forscher – neue Erkenntnisse liefern, welche die Einsichten aus den bereits durchgeführten archäologischen Grabungen im Inneren des Kirchentorsos ergänzen und erweitern.
Die publikumswirksame Präsentation und Attraktivität der Welterbestätte soll unter angemes¬sener Berücksichtigung der Würde des Ortes deutlich verbessert werden. Im Zuge dieser Anstrengungen wird das gesamte Klostergelände behutsam und ohne Eingriffe in den Boden in einen gepflegteren Zustand versetzt. Besonderes Augenmerk gilt Maßnahmen, welche die baulichen Relikte und Strukturen der Anlage für die Besucher klarer erkennbar werden lassen. Bis Ende Juli soll ein Architekturbüro ausgewählt werden, das Umsetzungsvorschläge erarbeitet.
Ein wichtiges Vorhaben ist auch eine deutlich verbesserte Vermittlung der Bedeutung der Anlage und des Status als UNESCO-Welterbestätte. Dazu ist unter anderem vorgesehen, Übersichtsmodelle aufzustellen und die verschiedenen Forschungsprojekte öffentlich zu begleiten. Ziel ist es, die touristische Attraktivität der Welterbestätte zu steigern und sie noch intensiver identitätsstiftend im Bewusstsein der Region zu verankern.
In diesem Zusammenhang spielt die Einrichtung beziehungsweise die zeitgemäße Ausstattung eines musealen Präsentationsraums in der Zehntscheune eine wichtige Rolle. Geplant ist eine so genannte Haus-in-Haus-Lösung ohne Eingriffe in Gebäude und Umgebung, in der die im Landesmuseum Darmstadt und vor Ort vorhandenen Relikte des Klosters in einer Art Werkstattausstellung präsentiert werden sollen.
Das Expertengremium wird Mitte Juni zu einem nächsten Treffen zusammenkommen.
Das 764 erstmals erwähnte Kloster Lorsch war 1556 im Zuge der Reformation aufgelöst und dann 1621 im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört worden. Das weitläufige Klosterareal wurde danach lange Zeit als Steinbruch genutzt. Erhalten ist die Tor- oder Königshalle, die nach aktuellem Stand der Forschung aus dem 9. Jahrhundert stammt und als ebenso herausragendes wie einzigartiges Baudenkmal jener Zeit gilt. Sie war wesentlicher Grund für die 1991 von der UNESCO beschlossene Aufnahme des Klosters Lorsch in die Liste des Weltkulturerbes.
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