Die Astronomie der Kelten
Die Rekonstruktion eines einzigartigen keltischen Kalenderbauwerks am Glauberg wird am Samstag, 1. September, im Rahmen einer festlichen Veranstaltung unter freiem Himmel der Öffentlichkeit präsentiert.
31.08.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und KunstAb 18 Uhr besteht bei freiem Eintritt Gelegenheit zur Besichtigung des Archäologischen Parks. In einem authentisch gestalteten Keltenlager können sich die Gäste einen Eindruck vom Alltagsleben der Kelten und deren handwerklichen Fertigkeiten verschaffen. Zudem werden Kleider- und Waffenschauen präsentiert; und man kann sich mit Wildschweinbraten und Spanferkel stärken.
Das Kalendarium wird um 19.30 Uhr vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, offiziell eröffnet. Mit Sonnenuntergang erläutert der Frankfurter Astrophysiker Prof. Dr. Bruno Deiss die Funktionsweise der Anlage. Die anschließende Lesung griechischer und lateinischer Schriften in deutscher Übersetzung soll die hochentwickelte Kultur der Kelten verdeutlichen.
Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung ist bei Eintritt der Dunkelheit eine Live-Musik- und Lichtshow am Kalenderbauwerk und dem Grabhügel des Keltenfürsten. Die von dem Musiker und Komponisten Dirk Raufeisen und dem Lichtkünstler Norbert Mohr gestaltete Show entführt die Besucher mit mystisch-romantischen Klängen und farbenprächtiger Illumination in die Welt der Kelten.
Spuren des nun rekonstruierten Kalenderbauwerks waren vor etwa 15 Jahren bei Grabungen am Glauberg gefunden worden. Seinerzeit entdeckte man dort zwei große Grabhügel, die zwei außergewöhnlich gut erhaltene Fürstengräber mit spektakulärem Inhalt freigaben – darunter die Sandstein-Statue des Keltenfürsten, die zu einem Wahrzeichen des Archäologischen Parks Glauberg geworden ist. Am größeren der beiden Hügel kamen außerdem noch ein Grabensystem und Spuren von 16 mächtigen hölzernen Pfosten zu Tage.
Prof. Deiss beschäftigte sich eingehend mit diesen Relikten und ihrer möglichen Nutzung. Er deutet die Anlage auf Grund ihrer durchdachten geometrischen Struktur als astronomisches Bauwerk, einen präzisen und generationenübergreifenden Kalender: Mit Hilfe der 16 etwa acht Meter hohen Eichenpfähle und Visierpunkten ließen sich bestimmte Punkte am Horizont genau anpeilen. Dadurch waren die Kelten in der Lage, die tägliche Verschiebung des Mondaufgangspunkts zu messen, was ihnen wiederum ermöglichte, Tage kalendarisch zu fixieren und wichtige Termine des Jahres vorauszuberechnen. Dazu zählten beispielsweise der Beginn des keltischen Jahres oder die Zeiträume für Aussaat und Ernte sowie Festtage wie die Wintersonnenwende. Eine solche keltische Anlage kann bisher nur am Glauberg angenommen werden und ist deshalb europaweit die erste Rekonstruktion.
Der Archäologische Park Glauberg ist über die Autobahn A 45, Abfahrt Altenstadt, zu erreichen. Von dort fährt man zunächst auf der B 521 in Richtung Büdingen und biegt von dann auf die Landesstraße 3191 nach Glauberg ab. Im Ort ist die Zufahrt ausgeschildert: Von der Hauptstraße zweigt an einer Ampelanlage der Düdelsheimer Weg ab, der zum Park führt. Eine Karte ist im Internet unter www.glauberg.de abrufbar.
Da die Zahl der Sitzgelegenheiten beschränkt ist, wird Besuchern empfohlen, Campingstühle oder Decken und Taschenlampen mitzubringen.
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