Drei Förderpreise zum Thema „Kirche im Dorf – in Vergangenheit und Gegenwart“

Die Bedeutung der Heimatgeschichte für die Identität der Menschen hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, bei der Verleihung des Förderpreises Hessische Heimatgeschichte 2006 im Schloss Biebrich hervorgehoben. Preisträger sind der Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V, die Arbeitsgemeinschaft Kulturgeschichte „Landecker Amt“ und der Förderverein Marienbasilika.

24.01.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Heimatgeschichte als lokale Geschichte, Alltagsgeschichte, werde größtenteils von interessierten und engagierten Laien erforscht und dokumentiert, sagte der Minister. Deren Arbeit bringe die orts- und gebietsbezogen die Vielfalt des menschlichen Lebens in der Vergangenheit und dessen Spieglungen in der Gegenwart zum Vorschein. „Sie decken damit den wichtigen Teil der lokalen Geschichtsforschung ab, für die Wissenschaftler an den Universitäten und Forschungszentren kaum Zeit und Gelegenheit haben.“ Dort würden hauptsächlich die Grundlagen der Geschichte oder weit gespannte historische Zusammenhänge erforscht. Diese Forschungsergebnisse wiederum bilden die Basis für die detaillierte Forschung der Regionalhistoriker.

Der mit 3.000 Euro dotierte Hessische Heimatgeschichtspreis 2006 stand unter dem Thema „Kirche im Dorf – in Vergangenheit und Gegenwart“, wobei unterschiedliche Perspektiven eröffnet worden waren: So konnte Kirche im Sinne von Gotteshaus, Gebetsstube, Synagoge oder Moschee als konkretes Bauwerk oder auch im Sinn von Religionsgemeinschaft verstanden werden. In dem von der Hessischen Akademie für Forschung und Planung im ländlichen Raum organisierten Wettbewerb wurden 38 Arbeiten eingereicht und von einem wissenschaftlichen Beirat bewertet.

Mit dem 1. Preis wurde der Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V. in Weimar/Lahn (Landkreis Marburg-Biedenkopf) für seinen beispielhaften und vorbildlichen Einsatz gewürdigt, jüdische Denkmäler als Teil der deutschen Geschichte zu begreifen und in eine aufklärende Erinnerungsarbeit zu integrieren. Zwei zweite Preise gehen an die Arbeitsgemeinschaft Kulturgeschichte „Landecker Amt“ und den Förderverein Marienbasilika in Fuldatal-Wilhelmshausen (Landkreis Kassel). Die Arbeitsgemeinschaft hat sich in einer kultur- und kirchengeschichtliche sowie architektonische Aspekte umfassenden Studie mit den kleinen Dorfkirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Kirchspiel Schenklengsfeld (Kreis Hersfeld-Rotenburg) befasst und damit einen wichtigen Beitrag zu einem bewussteren Umgang mit lokaler Geschichte geleistet. Die Mitglieder des Fördervereins Marienbasilika Wilhelmshausen e.V. werden für ihren beispielhaften Einsatz geehrt, Neuankömmlinge in das Gemeindeleben einzuführen und Jugendliche mit Glaubensangeboten zu konfrontieren.


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