Ein Haus für die Moderne

Mit der baulichen und konzeptionellen Neugestaltung der Neuen Galerie geht nach der Sanierung des Herkules nun das zweite große Projekt im Rahmen der Neuordnung der Kasseler Museumslandschaft in die Umsetzungsphase. "Allein dieses Projekt hat ein Volumen von rund 19 Millionen Euro", sagte Staatsministerin Silke Lautenschläger bei der Präsentation des Vorhabens heute in Kassel. Die Fertigstellung der Neuen Galerie ist für Ende 2010 vorgesehen.

08.05.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Die Neugestaltung der Museumslandschaft Kassel, die auch von Stadt und Landkreis Kassel unterstützt wird, ist das ehrgeizigste Kulturinvestitionsvorhaben in Hessen und zugleich eines der größten in Deutschland. "Die Verwirklichung dieses Schlüsselprojekts der Stadt- und Landesentwicklung finanziert das Land mit 200 Millionen Euro", hob die Ministerin hervor. Ausdrücklich betonte sie die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel.

Mit den architektonischen Planungen zur Neugestaltung der Neuen Galerie ist das renommierte Büro staab Architekten GvAmbH aus Berlin beauftragt. Der Entwurf des Büros sieht vor, den Eingang an der Stirnseite des Gebäudes zu belassen. Dennoch wird sich die Eingangssituation signifikant verändern, weil die Struktur des mehrgeschossigen Gebäudes durch ein offenes Foyer erlebbar werden soll. Weiterhin ist geplant, die hochwertige Architektur der Neuen Galerie, die von 1871 bis 1877 nach Plänen von Heinrich von Dehn-Rotfelser gebaut wurde, von späteren Ein- und Umbauten zu befreien und zu bereinigen. Eine Aufwertung werden die Oberlichtsäle erfahren, deren Wirkung bisher durch eine metallene Deckenkonstruktion beeinträchtigt wurde.

Inhaltlich wird sich die Neue Galerie künftig verstärkt als Haus der Moderne präsentieren. Der Einstieg in die Sammlung wird auch künftig über die Repräsentanten der Kasseler Akademie erfolgen, allerdings aus dem 19. Jahrhundert, das heißt über die bürgerliche Kunst der Romantik und des Biedermeier. Die höfische Malerei des 18. Jahrhunderts, etwa mit Werken der Malerfamilie Tischbein soll künftig im Schloss Wilhelmshöhe gezeigt werden. Sammlungsleiterin Dr. Marianne Heinz betonte, dass die Künstlerräume von Joseph Beuys und Ulrike Grossarth im Erdgeschoss der Galerie erhalten bleiben. Das Obergeschoss der Neuen Galerie wird sich uneingeschränkt der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts widmen, wobei die zentralen Oberlichtsäle für die großformatigen Werke der zeitgenössischen Kunst und die documenta-Erwerbungen vorgesehen sind. Die Arbeit "Dreamboat" von Romuald Hazoumé, ein Ankauf von der documenta 12, wird im Untergeschoss ausgestellt werden. Hier wird auch der beliebte Kasseler Raum als Wechselausstellungsraum erhalten bleiben, wenn auch an anderer Stelle als gewohnt.

Als nächste Schritte stehen in der Neuen Galerie Abbrucharbeiten an, wie zum Beispiel der Ausbau der Lüftungsanlage, die Verschalungen der Wände, die Deckenabhängungen und die Lichtanlagen.

Nähere Informationen zur Museumslandschaft Hessen Kassel


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