Einweihung und wissenschaftlicher Vortrag: Zentrum für Sprachforschung und Sprachtechnologie an der Saar-Uni eröffnet

Nach nur elf Monaten Bauzeit wird heute das neue Forschungsgebäude für Sprachforschung und Sprachtechnologie an der Universität des Saarlandes mit dem Workshop "Konkrete Visionen- visible Visions" eingeweiht. "Dieser weltweit unter den Top fünf rangierende Saarbrücker Schwerpunkt erhält damit eine Erweiterung für Forschung und Lehre", so Wissenschaftsminister Jürgen Schreier.

17.06.2005 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
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Mit den Investitionen von 3,2 Mio. Euro für die Baukosten sowie weiteren 0,5 Millionen Euro für die Einrichtung werde die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geisteswissenschaften und Informatik - eine in Saarbrücken besonders fruchtbare Verbindung - nachhaltig gestärkt. Das neue Gebäude der Sprachforschung und Sprachtechnologie wird künftig Raum für Forschungstätigkeiten, für die Lehre und für Präsentationen bieten.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel: "Ich freue mich, dass mit diesem Gebäude ein weltweit sichtbarer zukunftsorientierter Forschungsbereich unserer Universität einen Ort für interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus Sprachwissenschaften, Computerlinguistik, Phonetik, Informatik, Psychologie und Mechatronik erhält. All diese Wissenschaftler, allen voran Professor Manfred Pinkal, der für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Computerlinguistik im Jahre 2000 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhielt, beglückwünsche ich zu den hervorragenden Arbeitsbedingungen, die sie mit diesem Gebäude erhalten. Überdies ist es mit dem auch schön anzusehenden Neubau geglückt, eine angemessene bauliche Heimstatt zu realisieren, mit dem sich dieser profilbildende Schwerpunkt der Saar-Universität identifizieren lässt. Der Landesregierung möchte ich hierfür herzlich danken."

Der Neubau ist an das bestehende grundsanierte Gebäude der Sprachforschung angebunden und umfasst eine Fläche von 850 m² für Büro-, Konferenz- und Besprechungsräume sowie für Labore.

Mit dem Neubau, der unter der Projektbetreuung des Landesamtes für Bau- und Liegenschaften steht, wurde im November 2003 begonnen. Mit der planmäßigen Fertigstellung konnten die Erwartungen der künftigen Nutzer voll erfüllt werden.

Das Gebäude steht hauptsächlich für kooperative Forschungsprojekte aus den verschiedenen Disziplinen sowie für Einzelprojekte von Spitzenforschern (darunter auch Gastwissenschaftlern) zur Verfügung. Die zentrale Halle kann für wissenschaftliche Veranstaltungen, insbesondere auch internationale Konferenzen, und Präsentationen genutzt werden.

Professor Manfred Pinkal, Lehrstuhl für Saarbrücker Computerlinguistik: "Sprache ist ein interdisziplinärer Forschungsgegenstand. In dem neuen Gebäude können wir Forschungen aus unterschiedlichen Richtungen zusammenführen und so den intensiven Dialog zum Thema Sprache zwischen Kulturwissenschaften, Humanwissenschaften und technologisch orientierten Fächern fördern."

Für Forschungsprojekte, die besonderer technologischer Unterstützung bedürfen, stehen im Südflügel ein Eyetracking(Blickbewegungs)-Labor, ein Usability-Labor und das Dialoglabor zur Verfügung. Der zugehörige Regieraum dient der Aufzeichnung und Auswertung von Personenversuchen mittels Audio- und Videotechnik. Im Usability-Labor werden Benutzertests durchgeführt, die untersuchen, ob und wie Designkonzepte von Benutzeroberflächen vom späteren Nutzer angenommen werden. Im Dialoglabor wird das Studium des menschlichen Verhaltens von Mensch zu Mensch aber auch von Mensch zu Maschine untersucht.

Wissenschaftsminister Jürgen Schreier: "Der Neubau für den interdisziplinären Forschungsschwerpunkt Sprachforschung und Sprachtechnologie ist Teil der gezielten Profilbildung der Universität. Gerade die Sprachwissenschaftler zeigen, dass in der einzigartigen Verknüpfung der Geistes- und Kulturwissenschaften mit den Kognitionswissenschaften und den Ingenieurwissenschaften ein Alleinstellungsmerkmal für die Universität des Saarlandes liegt."

"Der Architekt Andreas Veautier und die saarländische Bauwirtschaft haben erfolgreich ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Landesregierung wird trotz der angespannten Haushaltslage versuchen, die Investitionsquote auch künftig auf einem möglichst hohen Niveau zu halten", betonte Minister Jürgen Schreier.


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