Hessen gratuliert der ESA zum erfolgreichen Start der Satelliten-Mission zur Venus

Die Hessische Landesregierung hat dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt zum erfolgreichen Start der Satelliten-Mission zur Venus gratuliert.

09.11.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"Erneut wird ein bedeutendes Forschungsprojekt im Weltraum vom ESOC in Darmstadt aus gesteuert. Die Venus-Mission ist ein Beispiel für die Stärke des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Südhessen, der am heutigen Tag eine weltweite Beachtung finden wird", erklärte Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Staatssekretär im Hessischen Wissenschaftsministerium, der von 4 Uhr morgens an in Darmstadt den Raketenstart in Baikonur in Kasachstan verfolgte. Leonhard sagte: "Es war ein faszinierender Moment heute früh, als die Sonde Venus Express knapp zwei Stunden nach dem Raketenstart zum ersten Mal Signale zur Erde sendete. Ich freue mich für das internationale Raumfahrtteam der ESA in Darmstadt, dass die langjährigen Vorbereitungen einen so reibungslosen Start der Venus Express Mission ermöglicht haben.

Die europäische Raumsonde Venus Express soll den Planeten Venus im April 2006 erreichen. Venus Express, die "kleine Schwester" von Mars Express, die sich seit Dezember 2003 auf einer Umlaufbahn um den Mars befindet, ist die zweite Raumsonde, die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA zu einem anderen Planeten geschickt wird.

Leonhard: "Venus Express soll auf einer Umlaufbahn die Venus umkreisen, um Struktur, Chemie und Dynamik der Atmosphäre des Planeten zu erforschen. Die Ergebnisse sind hochspannend für uns. Denn auf der extrem heißen Venus existiert ein Treibhauseffekt sehr großen Ausmaßes, von dem sich Wissenschaftler Erkenntnisse für die Erforschung der Klimaentwicklung auf der Erde erhoffen."

Die gut 1,2 Tonnen schwere Venus-Sonde wurde für die ESA von einem europäischen Konsortium aus 14 Ländern gebaut. Sie hat die Erde an Bord einer Sojus-Rakete heute Morgen verlassen. Der Start fand um 4.33 Uhr (MEZ) in Baikonur, Kasachstan, statt. Nach neun Flugminuten zündete die Fregat-Oberstufe zum ersten Mal, um eine Wartebahn um die Erde zu erreichen. Mit der zweiten Zündung 82 Minuten später wurde die Sonde dann auf ihre interplanetare Flugbahn befördert.

Das Europäische Raumflugkontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt hat den Kontakt mit Venus Express etwa zwei Stunden nach dem Start hergestellt. Die Sonde hat sich im Verhältnis zur Sonne richtig orientiert und ihre Sonnensegel entfaltet. Alle Bordsysteme funktionieren einwandfrei. Venus Express entfernt sich nun mit Vollgas von der Erde und wird in den nächsten fünf Monaten eine 350 Millionen Kilometer lange Reise durch das innere Sonnensystem machen. Nach der Überprüfung, ob ihre Ausrüstung und ihre Nutzlast korrekt funktionieren, wird die Sonde "abgeschaltet" und tritt nur noch einmal am Tag mit der Erde in Kontakt. Erforderlichenfalls wird im Januar 2006 eine Kurskorrektur auf halbem Wege vorgenommen.


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